ADB:Teckler, Johannes

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Teckler, Johannes“ von Johannes Bolte in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 37 (1894), S. 525–526, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Teckler,_Johannes&oldid=- (Version vom 21. Juli 2019, 13:17 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Techen, Heinrich
Nächster>>>
Teelinck, Ewald
Band 37 (1894), S. 525–526 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand Juli 2013, suchen)
GND-Nummer 119846071
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|37|525|526|Teckler, Johannes|Johannes Bolte|ADB:Teckler, Johannes}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=119846071}}    

Teckler: Johannes T., lutherischer Dramatiker des 16. Jahrhunderts. Um 1525 zu Bunzlau geboren, studirte er wahrscheinlich zu Wittenberg, wo im Mai 1542 ein Joannes Tenlerus Birnensis (wol verlesen für Teklerus Boleslaviensis) immatriculirt wurde, Theologie und kam 1546 als Licentiat nach Frankfurt a. O. Nachdem er längere Zeit das Pfarramt zu Drossen verwaltet, wurde er 1569 nach dem Abgange von Ch. Lasius (s. A. D. B. XVII, 733) Superintendent zu Kottbus. Bei der 1576 zu Lebus gehaltenen Besprechung über die Concordienformel unterschreibt er sich als Doctor der Theologie. Er starb 1580 auf dem Gute Tranitz, vom Schlage getroffen. Mit dem bekannten Frankfurter Theologen Andreas Musculus war er verschwägert. – Sein Schauspiel „König Dauids vnd Michols Heyrat vnd Hochzeit“ (o. O. 1572, 4°) ist zur Hochzeit von Charitas Distelmeier, der Tochter des brandenburgischen Kanzlers, geschrieben und wahrscheinlich auch hierbei in Berlin aufgeführt worden. In oft ungelenker Sprache, aber immerhin selbständig und anschaulich schildert er darin die neidischen Höflinge, die den tückischen Saul wider den jungen Helden David aufhetzen und wüste Saufgelage halten, den gewissenlosen Hofprediger Pontifex und den armen frommen Caplan Jonathans, der das Paar nach lutherischem Ritus traut. In den Zwischenspielen geißelt er die Laster verschiedener Geschlechter und Lebensalter in der Weise Sebastian Brant’s durch einzelne Narren (z. B. „der bösen Männer Latein“), nicht, wie es später üblich wurde, durch [526] besondere Teufel. T. soll auch eine Sammlung „Geistliche und neue Lieder“ zu Frankfurt a. O. herausgegeben haben.

Lademann, Kirchengeschichte der Stadt Cottbus 1798/9 2, 8. – Frankfurter Matrikel hsg. von E. Friedländer, 1, 98b. 212b. – Album academiae Vitebergensis ed. Foerstemann p. 195a. – Akten des Geh. Staatsarchivs zu Berlin.