ADB:Utenbroeke, Philipp

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Artikel „Utenbroeke, Philipp“ von Ernst Martin in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 39 (1895), S. 408–409, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Utenbroeke,_Philipp&oldid=- (Version vom 26. Juni 2019, 02:24 Uhr UTC)
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Utenbroeke: Philipp U., flämischer Dichter um 1300. Von seinem Leben ist nur bekannt, was aus den Worten Lodewijk’s van Velthem in der Fortsetzung des Spieghel historiael von Jakob van Maerlant hervorgeht. Danach lebte U. zu Damme, in der Heimath Maerlant’s und fügte nach dessen [409] Tod (1291? 1300?) in den Spieghel historiael, eine poetische Bearbeitung des speculum historiale von Vincenz von Beauvais, nachträglich die von Maerlant übersprungene II. Partie ein, die Geschichte der römischen Kaiser von Nero’s Anfängen bis auf den Tod des Valens. Diese II. Partie umfaßt 7 Bücher, die dem lateinischen Original entsprechen; das 7. enthält Heiligenlegenden, insbesondere die von Barlaam und Josaphat, die auch für sich abgeschrieben wurde. Das Ganze war nur fragmentarisch bekannt, als de Vries und Verwjis, Leiden 1863, den Spieghel herausgaben. Da fand Karajan in Wien eine Handschrift, welche wenigstens den größten Theil von Utenbroeke’s Werk umfaßte und durch Ferd. v. Hellwald in Verbindung mit den beiden genannten holländischen Gelehrten, Leiden 1879, veröffentlicht wurde. U. hält sich eng an seine Vorlage, nur daß er sie kürzt und für die Bekehrungsgeschichte Constantin’s auch die apokryphen Acta Silvestri benutzt. Er verstand einiges falsch und machte z. B. aus lixis calonisque (Suetonius calonibusque) Eigennamen. Daß er auch die Inhaltsangaben der Bücher sammt der Capitelzahl in Reime brachte, sowie den reichlichen Gebrauch von Flickwörtern hat er mit Maerlant gemein. Im übrigen ist seine Sprache rein, sein Vers fließend. Sein I. Buch leitet er mit drei dreizehnzeiligen Strophen im Ton von Maerlant’s Clausulen ein. Sonst gibt er sehr wenig Eigenes und Nichts, was auf seine Person weitere Schlüsse zu ziehen gestattete. Als Velthem 1315 das Gedicht Maerlant’s weiter führte, war Utenbroeke bereits gestorben.