ADB:Varel, Edo Hilderich von

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Varel, Edo Hilderich von“ von Paul Tschackert in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 39 (1895), S. 485–486, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Varel,_Edo_Hilderich_von&oldid=2508260 (Version vom 14. August 2018, 17:22 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Nächster>>>
Varenius, August
Band 39 (1895), S. 485–486 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Edo Hildericus in der Wikipedia
GND-Nummer 100355471
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|39|485|486|Varel, Edo Hilderich von|Paul Tschackert|ADB:Varel, Edo Hilderich von}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=100355471}}    

Varel: Edo Hilderich v. V., evang. Theologe und Mathematiker † 1599. – V. stammte aus einer ostfriesischen Adelsfamilie, deren Schloß und Herrschaft Varell sein soll; sein Vater Friedrich Hilderich hatte 1509 in Altdorf disputirt. Ihm wurde unser V. 1533 zu Jever in Friesland geboren. Zum Jüngling herangewachseu, widmete er sich zunächst seit 1554 in Wittenberg philosophischen und mathematischen Wissenschaften, promovirte nach zwei Jahren als Magister, wandte sich dann aber den Sprachen und der Theologie zu, wurde 1559 Adjunct der dortigen philosophischen Facultät und docirte daselbst bis 1564. In diesem Jahre erhielt er einen Ruf als ordentlicher Professor der Mathematik nach Jena; in dieser von ihm übernommenen Stellung verblieb V. bis 1567. Da zog es ihn wieder nach Wittenberg zurück. Hier hielt er erst private Vorlesungen; doch erscheint er schon 1570 als Decan der philosophischen Facultät in der Matrikel dieser Universität. 1573 bis 1575 fungirte er als Rector des Gymnasiums zu Magdeburg, zog aber darauf nach Frankfurt a. d. Oder, wo wir ihm als Prosessor publicus der Historie und der hebräischen Sprache begegnen. Indeß war auch hier seines Bleibens nicht. 1587[WS 1] folgte er einem Rufe nach Heidelberg, wo er eine dort vacante Professur der Theologie und hebräischen Sprache übernahm und sich zugleich zum Doctor der Theologie creiren ließ. Da er sich dort aber unter den damaligen kirchlichen Wirren in der Pfalz weigerte, die Concordienformel [486] zu unterschreiben, so mußte er dieses Amt aufgeben und folgte 1580 einer Vocation des Nürnberger Rathes an die Universität Altdorf, wo er ebenfalls eine Professur der Theologie und hebräischen Sprache bekleidete, aber auch seine Liebe zur Mathematik durch schriftstellerische Arbeit bethätigte. In dieser Stellung verblieb er bis an seinen Tod am 12. Mai 1599. Nach seinem Epitaphium ist er fromm und sanft („pie et placide“) gestorben.

Schriften: „Oratio de vita Demosthenis“ (Wittebergae 1562); „Elegia in Orationem Henrici Paulini Aemdani“ (Witteb. 1563); „Logistice astronomica“ (Wittenberg 1568); „Oratio de politia et hierarchia populi iudaici“ (Witteb. 1570); „Carmen de Philippo Melanchth. optime de scholis … merito“ (Basil. 1580); „Propositiones de veritate et certitudine doctrinae christianae“ (Altdorph. 1582); „Propositiones de secundo et glorioso adventu filii Dei etc.“ (Altdorph. 1586); „Aeschinis et Demosthenis orationes duae contrariae etc.“ (A. 1581): „Γεμίνου εἰσαγωγὴ εἰς τὰ φαινόμενα, Gemini probatissimi philosophi et mathematici, elementa astronomiae graece et latine, interprete Edone Hilderico D.“ (Altorf 1590); (Geminus v. Rhodus war ein griechischer Mathematiker aus dem ersten Jahrhundert vor Christus, dessen Schrift V. hier im Urtext herausgegeben und zugleich aus dem Griechischen in das Lateinische übersetzt hat.) „Theses de rerum creatione“ (Altd. 1592); „Theses de angelis“ (A. 1595).

Vgl. Dan. Omeisii Glor. Altdorf Academ. p. 24 sqq. – Pauli Freheri Theatr. Viror. erud. p. 307. – Joh. Casp. Zeumeri vit. philos. Jenens. p. 17. 18. – Gust. Georg Zeltner, Vitae profess. Theol. Altdorff. p. 26–42 (enthält eine ausführliche Biographie Varel’s). – Joh. Gabr. Doppelmayr, Historische Nachricht von den Nürnbergischen Mathematicis u. s. f. Nürnberg 1730 (folio), S. 81 f. – (Zedler), Universallexikon, Bd. 46 (1745 fol.), Sp. 561. Sein Bild mit seinem Wappen befindet sich bei Zeltner a. a. O. nach S. 26.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Statt 1587 wohl eher 1578 (Zahlendreher).