ADB:Weimar, Georg Peter

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Artikel „Weimar, Georg Peter“ von Robert Eitner in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 41 (1896), S. 500, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Weimar,_Georg_Peter&oldid=- (Version vom 15. September 2019, 06:14 Uhr UTC)
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Weimar: Georg Peter W., ein Musiker von Ruf, geboren am 16. December 1734 zu Stotternheim, einem Dorfe in Sachsen-Weimar, † am 19. December 1800 zu Erfurt. Schon als Knabe zeigte er Anlagen zur Musik und erhielt vom Schullehrer seines Geburtsortes Unterricht im Singen und Spielen einiger Instrumente. Als er dann 1752 das Gymnasium in Erfurt besuchte, wurde Jakob Adlung sein Lehrer in der Musik, der ihn in alle Fächer der Kunst einweihte. Im J. 1758 erhielt er in Zerbst die Stelle eines Kammermusikus und Hofcantors und befreundete sich daselbst mit Fasch, der ihm mit gutem Rathe beistand. Auch vervollkommnete er sich bei Göckh im Violinspiel. Nach sechsjährigem Aufenthalte erhielt er 1763 einen Ruf als Cantor an die Kaufmannskirche in Erfurt, wurde 1774 Musikdirector daselbst und erhielt 1776 den Titel eines Musikmeisters, auch leitete er am Rathsgymnasium daselbst den Gesangunterricht. Im J. 1799 widerfuhr ihm das Unglück eines Beinbruchs und gleich nach den ersten Ausgängen überfuhr ihn ein Schlitten, sodaß er sich von seinem Schmerzenslager nicht mehr erhob. Für Erfurt bildete er den Mittelpunkt alles musikalischen Lebens und Strebens, er errichtete sogar für seinen Sohn Johann Daniel ein Notendruckgeschäft, welches noch bis in die neueste Zeit blühte und sich zur Hofbuchdruckerei emporschwang. Als Componist machte er sich besonders durch geistliche Chorgesänge, als Cantaten und Motetten mit Orchesterbegleitung bekannt. Die kgl. Bibliothek zu Berlin besitzt drei Cantaten von ihm (Mscr. 22950) und im Mscr. 85 eine weltliche Cantate: „Heil goldner Erndte Kranz“. Gedruckt ist nur eine Sammlung leichter Motetten für Schulen in zwei Bänden, in Leipzig 1782 und 1783 erschienen. Auch ein kleines theoretisches Werk gab er bei Breitkopf heraus. Sein Choralmelodienbuch erschien erst nach seinem Tode im Verlage seines Sohnes, betitelt: „Vollständiges rein und unverfälschtes Choralmelodienbuch … mit harmonischer Begleitung“. Fünf Melodien sind mit seinem Namen gezeichnet, abgedruckt bei Zahn: „Die Melodien der deutschen evangelischen Kirchenlieder“, s. auch Bd. 6, S. 381, wo das Choralbuch ausführlich beschrieben wird. Seine Ausdrucksweise erhebt sich nicht über diejenige seiner Zeitgenossen, die darin bestand, eine gemüthliche, wohlklingende, regelrecht gesetzte Composition zu schaffen, die sich in keiner Weise von der gäng und geben Ausdrucksweise entfernte.

Gerber’s beide Lexika und Zahn’s Melodienbuch.