Anmerkungen zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm I/Aschenputtel

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Das tapfere Schneiderlein Anmerkungen zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm I von Johannes Bolte, Jiří Polívka
21. Aschenputtel
Das Rätsel
Für verschiedene Auflagen des Märchens der Brüder Grimm siehe Aschenputtel.

[165]

21. Aschenputtel. 1856 S. 34.

1812 nr. 21 mit dem Vermerk: ‘Gehört unter die bekanntesten und wird aller Enden erzählt’. 1819 erweitert und umgearbeitet ‘nach drei Erzählungen aus Hessen’. Hinzugefügt ist der dritte Absatz, wonach der Vater verreist und die jüngste sich das Reis ausbittet, das zuerst im Wald an seinen Hut streifen würde;[1] dies pflanzt sie in die Erde, und daraus wächst das Bäumchen, woraus sich das Gold und Silber schüttelt (dazu die hsl. Bemerkung: ‘aus Sommer u. Winterg. Stein’). Neu ist ferner der Schluß von den Versen der Tauben an. Auch bleibt in der älteren Fassung Aschenputtel am ersten Abend daheim und sieht dem Tanze von ihrem Taubenschlag aus zu, den die eine Schwester am andern Morgen aus Mißgunst niederreißen läßt;[2] an den beiden folgenden Abenden wird sie von einem Wagen zum Fest abgeholt; die Tauben kommen ungerufen zu ihr und geben ihr Ratschläge; die kostbaren Kleider empfängt sie aber vom Bäumchen selber, nicht von einem Vogel darauf.

Eine der erwähnten Fassungen aus Zwehrn hat nicht den Eingang, wo die sterbende Mutter ihrem Kinde Beistand verspricht, sondern fängt gleich damit an, daß es einem Stiefkind schlimm geht; auch ist das Ende verschieden. Nachdem Aschenputtel ein Jahr lang vergnügt mit dem König gelebt, verreist er und läßt ihr alle Schlüssel zurück mit dem Befehl, eine gewisse Kammer nicht zu öffnen. Als er aber fort ist, wird sie von der falschen Schwester [166] verleitet, die verbotene Kammer aufzuschließen, worin sie einen Blutbrunnen finden. In diesen wird sie hernach, als sie bei der Geburt eines Söhnleins krank liegt, von der bösen Schwester geworfen, die sich an ihrer Stelle ins Bett legt; aber die Wachen hören das Jammergeschrei, retten die rechte Königin, und die falsche wird bestraft. Dieser Schluß ist dem in dem Märchen von Brüderchen und Schwesterchen (nr. 11) ähnlich.

Einer anderen, der an die bekannte Sage von der h. Genovefa[3] erinnert, hat eine vierte Erzählung aus dem Mecklenburgischen, Aschenputtel ist Königin geworden und hat ihre Stiefmutter, die eine Hexe ist, und ihre böse Stiefschwester zu sich genommen. Als sie einen Sohn gebiert, legen diese einen Hund hin und geben das Kind einem Gärtner, der soll es töten; ebenso beim zweitenmal, wo der König aus großer Liebe abermals dazu schweigt. Beim drittenmal überliefern sie die Königin mit dem Kinde dem Gärtner, er solle sie töten; er bringt sie aber in eine Waldhöhle. Da die Königin vor Gram keine Milch hat, so legt sie das Kind einer Hirschkuh an, die in der Höhle ist. Das Kind wächst, wird aber wild, bekommt lange Haare und sucht im Walde Kräuter für seine Mutter. Einmal kommt es zu dem Schloß und erzählt dem König von seiner schönen Mutter. Fragt er: ‘Wo ist denn deine schöne Mutter?’ – ‘Im Wald in einer Höhle’. – ‘Da will ich hingehen’. – ‘Ja, aber bring einen Mantel mit, daß sie sich anziehen kann’. Er geht hinaus, erkennt sie, ob sie gleich ganz mager ist, und nimmt die mit. Unterwegs begegnen ihm zwei Knaben mit goldenen Haaren. ‘Wem gehört ihr?’ fragt er. ‘Dem Gärtner’. Der Gärtner kommt und entdeckt, daß es des Königs Kinder sind, die er nicht getötet, sondern bei sich aufgezogen hatte. Die Wahrheit kommt an den Tag, und die Hexe mit ihrer Tochter wird bestraft.

Eine fünfte Erzählung aus dem Paderbörnischen, die gleich der vorigen den Brüdern Grimm schon vor 1822 mitgeteilt ward, leitet so ein: Eine schöne Gräfin hatte in der einen Hand eine Rose, in der andern einen Schneeball und wünschte sich ein Kind so rot als die Rose und so weiß als der Schnee. Gott erfüllte ihren Wunsch.[4] Wie sie einmal am Fenster steht und hinaussieht, [167] wird sie von der Amme hinabgestoßen. Das gottlose Weib aber erhebt ein Geschrei und gibt vor, die Gräfin habe sich selbst hinabgestürzt. Dann berückt sie durch ihre Schönheit den Grafen, daß er sie zur Gemahlin nimmt. Sie gebiert ihm zwei Töchter, und das schöne rot und weiße Stiefkind muß als Aschenputtel dienen. Es soll nicht in die Kirche, weil es keine Kleider hat; da weint es auf seiner Mutter Grab, die reicht ihm einen Schlüssel heraus und heißt es einen hohlen Baum aufschließen; er öffnet sich wie ein Schrank, und es findet darin Kleider, Seife sich zu waschen, und ein Gebetbuch. Ein Graf sieht es, und um es festzuhalten, bestreicht er die Kirchenschwelle mit Pech. Es entwickelt sich nun alles wie in den andern Erzählungen.

Eine sechste aus der Gegend von Zittau wird in Büschings Wöchentlichen Nachrichten für Freunde des Mittelalters 1, 139 (1816. von Th. Pescheck; vgl. Rhode ebd. 2, 182 ‘Schniewitte’) angedeutet Aschenputtel ist eine Müllerstochter und soll auch nicht in die Kirche gehn. Neues kommt nicht vor, nur daß statt der Tauben ein Hund die falsche Braut verrät und bellt:

‘Wu, wu, wu!
Schuh voll Blut!’

und bei der rechten

‘Wu, wu, wu!
Schuh paßt gut!’

Eine siebente in v. d. Hagens Erzählungen und Märchen 2, 339 (1826. ‘Von den drei Schwestern’). Die Reime lauten:

‘Helfen in dein Kröppchen,
Aber nicht in mein Töppchen’.
‘Hohle Weide, tu dich auf,
Gib mir mein schön Geschmeide raus!’

Der Hund bellt:

‘Hau, hau, hau, hau, hau, hau,
Mein Herr hat nicht die rechte Frau.’

Dürftig ist trotz des geschmacklosen Aufputzes J. F. G. Nagel, Wundergeschichten und Legenden 1, 13–66 ‘Aschenpössel’ (Quedlinburg 1816). – Aus der Schweiz bei Lütolf S. 493 = Sutermeister nr. 9 ‘Aschengrübel’ (es fehlen die Stiefschwestern, die hilfreichen Tauben und die Schuhprobe, ein Männchen überreicht das Testament [168] der Eltern der Heldin); vgl. Singer, Kommentar 2, 9. – Aus Tirol bei Zingerle 1², 108 nr. 23 ‘Die drei Schwestern’: statt der hilfreichen Tauben erscheint ein Engel vom Himmel; der rote Vogel singt:

     ‘König Eisenhut,
Der Schuh ist voller Blut’.
     ‘Königin Eisenschnuder,
Der Schuh ist voller Huder.’
     ‘Königin Eisenknecht,
Der Schuh ist eben recht.’

Aus Schwaben bei Meier nr. 4 ‘Aschengrittel’: ein Zwergle schenkt dem Mädchen ein Wunschstäbchen; der König selber spricht:

‘Gru, Gru,
Der Schuh ist voll Blut.
Das ist nicht die rechte Braut.’

Aschekritteli in Idunna und Hermode 1814, 103. Meier nr. 43 ‘Escherfidle’ (ein weißes Männlein am Baum verschafft die schönen Kleider). – Aus Thüringen bei Bechstein 1845 S. 232 = 1874 S. 208 ‘Aschenbrödel’ (das Abschneiden von Ferse und Zehe fehlt). – Aus Schlesien bei Arnim S. 42 nr. 8 ‘Der Menschenfresser’ (eine Patin, die zaubern kann, hilft; vorher ein Abenteuer der drei Schwestern bei einem Menschenfresserpaare). – Aus Holstein bei Wisser 1, 11 ‘Ruchklas’ (verbunden mit ‘Allerleirauh’) und 1, 65 ‘De Köni un de Ent’ (Schuhprobe, verbunden mit den drei Männlein im Walde nr. 18).

Das Aschenputtelmärchen ist nahe verwandt mit denen von Allerleirauh (nr. 65), Einäuglein (nr. 130) und von der Gänsehirtin (nr. 179). Wir finden in dieser Gruppe folgende Teile, die auf verschiedene Arten miteinander verbunden werden:

A¹. Die Heldin wird von Stiefmutter und Stiefschwestern mißhandelt, oder flieht vor dem Vater, der sie heiraten will, in einer entstellenden Kleidung, oder wird vom Vater verstoßen, weil sie erklärt, sie liebe ihn wie das Salz, oder A⁴ soll von einem Diener getötet werden. B. Während ihres Magddienstes (daheim oder bei Fremden) wird sie von der verstorbenen Mutter, einem Baume auf ihrem Grabe oder einem überirdischen Wesen, von Vögeln oder einer Ziege, Schaf oder Kuh beraten, unterstützt, gespeist; B⁴ als die Ziege geschlachtet ist, entsprießt aus ihren Eingeweiden [169] ein Wunderbaum. C¹. Sie tanzt in prächtiger Kleidung mehrmals mit einem Prinzen, der vergeblich sie festzuhalten sucht, oder wird von ihm in der Kirche erblickt; macht Anspielungen[5] auf die Mißhandlungen, die sie als Magd erduldet hat; wird in ihrem Schmucke in ihrer Kammer oder in der Kirche vom Prinzen erblickt. D¹. Sie wird entdeckt durch die Schuhprobe oder durch den Ring, den sie in die Brühe des Prinzen wirft oder in sein Brot einbäckt. D³. Sie allein vermag die Goldäpfel zu pflücken, die der Ritter begehrt. E. Sie heiratet den Prinzen. F. Sie läßt ihrem Vater ungesalzene Speisen vorsetzen und zeigt so den Sinn ihrer früheren Antwort.

Unsre nr. 21 besteht aus den Motiven A¹ B¹˙² C¹ D¹ E, Allerleirauh aus A² C¹ D² E, Einäuglein aus A¹ B¹˙³˙⁴ D³ E, die Gänsehirtin aus A³ B¹ C³ E.

Niederländisch bei Dykstra 2, 8 ‘Asschepoester’ (A⁴ B C³ D² E). Lootens S. 55 ‘Vuiltje-vaegt-den-oven’ = Germania 14, 91 nr. 8 (A³ C¹ D¹ E F). Joos 2, 52 nr. 9 ‘Vuilschortje’ (A¹ B¹ C³ D E. Wunderdose. Der Edelmann zieht ihr an der Kirchtür einen Ring ab). Pol de Mont, Volkskunde 2, 201 ‘Asschekladdeken’(A¹ B¹ C¹ D¹. Entstellt); 2, 203 ‘Van den koning en van Jenne zijn zoet liefken’ (A¹ B³˙¹ C¹ D¹ E); 2, 208 ‘Vuilvelleken’ (A³ B¹ C¹ D¹ E F. Um Mitternacht verwandeln sich die schönen Kleider). De Mont en de Cook, Wondersprookjes S. 155 ‘Sloddekenvuil’ (A³˙⁴ B¹ C¹˙² D¹ E F). Van Heurck et Boekenoogen, L’ imagerie populaire p. 299. 378. 416. 503. – Dänisch aus Grundtvigs hsl. Sammlung bei Cox p. 234: ‘Askepot’ (A¹ B¹ C³ D¹ E), ‘Guldskoen’ (A¹ B¹ C¹ D¹ E. Askepisker), ‘Ludse Lurvehætte’ (A¹ B¹ C³ D¹ E. Ein als Katze verzauberter Prinz hilft), ‘Den hvide hund eller Put-i-gryde’ (A¹ B¹ C³ D E. Hundes Namen erraten), ‘Den lille handske’ (A¹ B¹ C³ D E. Handschuhprobe), ‘Hasselbroder’ (A¹ B³ C³ D¹ E. Sie steckt den vom Diener ihr mitgebrachten Haselzweig in den Brunnen; aus diesem kommen später drei Hündchen und bringen ihr schöne Kleider), ‘Mette Skindkjole’ (A¹ B¹ C³ D¹ E. Die tote Mutter heißt sie mit einem Stäbchen an einen Baum klopfen), ‘Hanse og hönen der gick til thingen’ (An eine Erzählung von dem der Hexe unwissentlich versprochenen Sohne, seinem Dienst bei ihr, seiner Flucht mit ihrer Tochter und der vergessenen Braut schließt sich die [170] Schuhprobe und Heirat an). Grundtvigs hsl. Register nr. 47 ‘Den lille sko’. Skattegraveren 11, 213 ‘Den lille Sko’ (A¹ C³ D¹ E. Ein Aal gibt ihr die Kleider und hütet später ihre drei von der argen Stiefmutter in den Teich geworfenen Kinder). Skattegraveren, Efterslæt S. 144 ‘Guldskoen’ (Schuhprobe und Heirat als Schluß des Märchens von dem gegen die Tiere freundlichen und dem unfreundlichen Mädchen, vgl. oben nr. 24). Kristensen 1, 45 nr. 5 ‘Den lille Guldsko’ (A¹ B¹ C³ D¹ E). 1, 51 nr. 6 ‘Askenbasken, der blev Dronning’ (A¹ B¹˙³ C¹ D¹ E). 3, 27 nr. 4 ‘Pisk-i-Aske’ (vermischt mit dem Kobold, dessen Name erraten werden muß). 3, 227 nr. 40 ‘Fedte-Mette’ (A¹ B¹ C³ D¹ E). 4, 143 nr. 27 ‘Pisk-i-Aske’ (A¹ B¹˙² C³ D¹ E). 4, 146 nr. 28 ‘Guldskoen’ (A¹ B C³ D¹ E). Kristensen, Fra Bindestue 2, 61 nr. 11 ‘Lille Maren i Trækjolen’ (A¹ B C³ D¹ E. Hund und Meermann helfen). Berntsen 2, 70 nr. 9 ‘Den lille hvide Kjæp’ (A¹ B¹ C³ D¹ E). Grönborg, Vendelbomål S. 96 ‘Stifdatteren’. (A¹ B¹ C³ D¹ E). Winther S. 12 ‘De to kongedøttre’ endet traurig; da sie am dritten Abend bis nach Mitternacht beim Tanze bleibt, verwandeln sich die vom Kobold gelieferten Kleider, Kutsche und Pferde, und sie bleibt Küchenmagd wie zuvor.

Schwedisch ist sowohl Perraults Erzählung als das Grimmsche Märchen übersetzt und als Volksbuch verbreitet: ‘Sagan om Ask-fis eller den Lilla Glas-Toffelen’, Stockholm 1787 u. ö. und ‘Cendrillon eller Ask-ungen, en saga. berättad af Gustaf Holting’, Stockholm 1844; vgl. Bäckström 2, 45. Hyltén-Cavallius nr. 21 ‘Den lilla guld-skon’ = Thorpe p. 112 (A¹ B C³ D¹ E) mit den Varianten ‘Kråk-pels’, ‘Aske-pjeske’, ‘Fröken Skinn-pels rör i askan’, ‘Kråknabba-pelsen’, ‘Kråkskinns-maja’. Bondeson, Svenska folksagor S. 91 nr. 23 ‘Askungen’ (A¹ B C¹ D¹ E. Die Amme verschafft Kleider, Kutsche und Lakaien, die aber wie im dänischen Märchen bei Winther verschwinden, als die Heldin über Mitternacht beim Tanze bleibt. Trotzdem kommt es zur Schuhprobe und fröhlichen Hochzeit). Segerstedt 1884 S. 3 ‘Kråkpelsa’ (A¹ C³ D¹ E). Säve hsl. ‘Styfdotteren och den rätta dotteren’ nach Folk-lore 18, 203 (A¹ C³ D¹ E. Alter Mann am Brunnen gibt die Schachtel mit den Kleidern). Åberg nr. 21 ‘Om sköna Klára’ (A¹ B C³ D¹ E), nr. 22 ‘Den lilla gullskóvn’. Bei Åberg nr. 159 ‘Slånger-Dånger’, nr. 251 und 252 ‘Flickorna, som foro till kungens gård’ (C³ D¹ E) ist der Eingang anders: Drei Schwestern gehen nacheinander als Mägde an den Hof; die beiden älteren weigern der Kuh, dem Schaf und dem alten [171] Manne unterwegs ihre Hilfe, während die jüngste ihnen freundlich begegnet und dafür einen Zauberstab oder prächtige Kleider erhält. Hackmans Register nr. 510. – Norwegisch bei Asbjörnsen-Moe 1852 p. 416 ‘Kari Trästak’, Varianten und p. 420 ‘Lindedronningen’. Asbjörnsen, Nor Billedbog for den norske ungdom 1837 bei Cox p. 146 ‘Kari Trästak’ (Verwandt mit dem gestiefelten Kater. Eine Katze, das Erbteil der Heldin, jagt ein Renntier, einen Hirsch und einen Elch, verkauft sie und beschafft für die am Hofe dienende Jungfrau prächtige Kleider. C³ D¹ E); vgl. Tvedt, Hornbäk 1873 S. 273 bei Cox p. 410. Moe hsl. bei Cox p. 322 ‘Fjös-lubba’, ‘Kælldottera’, ‘Manddottera’, ‘Aaskepot’, ‘Kaddedotteri’, ‘Lita Kjersti’, ‘Karl Trestakk’ 1–4, ‘Sjukdottera’. Dölen eit vikublad 1870 nr. 3 nach Cox p. 209 ‘Mandotteré i Grisehusi’.

Im Isländischen bei Árnason 2, 306 (= Powell-Magnusson 2, 235 = Folk-lore Record 3, 237 = C. Andersen S. 344 = Poestion S. 63 nr. 9 ‘Königin Mjaðveig’ = Rittershaus S. 107 nr. 26 ‘Der verlorene Goldschuh’) erscheint die verstorbene Mutter der von der Stiefmutter verstoßenen und gefesselten Mjaðveig im Traume, schenkt ihr ein Tuch, das sich mit Speisen bedeckt, sobald man es wünscht, und weist ihr ein Häuschen am Seestrande zum Aufenthalt an. Ein fremder Prinz landet, findet ihren Schuh, den sie auf ihrer Flucht vor den Fremden verloren, sucht die Eigentümerin am Königshofe und erhält Miaðveigs Stiefschwester zur Braut. Als er aber mit ihr an jenem Häuschen vorbeisegelt, singen die Vögel:

‘Im Steven sitzt die Absatzgehackte,
Voll ist ihr Schuh vom Blute.
Hier am Lande ist Mjaðveig, Manis Tochter,
Eine viel besser zur Braut Berufne.
Kehre um, Königssohn!’

Er tötet die Unholdin und holt die rechte Braut. Angehängt ist ein Schluß aus dem Märchen von der untergeschobenen Gattin (oben nr. 11 und 13). Varianten bei Árnason 2, 312 = Carpenter, Folk-lore Record 3, 241 = Rittershaus S. 109, bei Maurer S. 281 und bei O. Daviðsson 1895 S. 132 = Rittershaus S. 110 ‘Helga’ (erhält von den durch ihre älteren Schwestern getöteten Eltern geflügelte Pferde und prächtige Kleider; Schuhprobe). – Färöisch bei Jakobsen S. 309 nr. 19 ‘Krákudóttir og kalsdóttir’. Antiquarisk Tidsskrift 1849–51, 322 ‘Das Mädchen, das Speise und Kleider im [172] Hügel erhielt’ (ähnlich der isländischen Erzählung von Miaðveig); vgl. Folk-lore[WS 1] 18, 194.

Englisch ‘Cinderella’ nach Perrault in ‘Entertainment for the nursery’ 1832 p. 49–69. In dem aus Schottland stammenden Märchen ‘Rashin Coatie’[6] (Revue celtique 3, 365 = Folk-lore 1, 289 = Jacobs 2, 150 nr. 73 = Douglas p. 17; vgl. R. Köhler 1, 270 und Cox p. 354. A¹ B C³ D¹ E) weist die sterbende Mutter die Heldin an ein rotes Kalb, das ihr Speise liefert wie in den zu nr. 130 angeführten Seitenstücken und auch, nachdem es geschlachtet ist und das Mädchen seine Knochen bis auf einen gesammelt und eingegraben hat, wiederkehrt und Kleider bringt. Ebenso Blind, Archæological review 3, 24 (1889. A fresh scottish Ashpitel tale and the glass shoe = Deutsche Revue 15, 1, 229. 1890), Notes and Queries 7. ser. 11, 461 und Folk-lore 6, 305 ‘Ashey Pelt’ (aus Ulster. Das Schaf wird nicht geschlachtet), während Folk-lore Journal 2, 72 ‘The red calf’ besser zu unsrer nr. 130 zu stellen ist. Ein Zigeunermärchen aus Wales bei Groome nr. 67 ‘Cinderella’ handelt vielmehr von der ihrer Kinder beraubten und verwandelten Königin. – Gälisch im Celtic Magazine 13, 454 ‘The snow-white maiden an the fair maid and the swarty maid and Frizzle or Baldpate their mother’; vgl. Cox p. 188 (A¹ B¹ C³ D¹ E. Ein Kobold Cantrips hilft. Angehängt das Märchen von der untergeschobenen Gattin). – Irisch bei Curtin 1870 p. 78 = Jacobs, Celtic fairy tales 1, 169 nr. 19 ‘Fair, Brown and Trembling’ (A¹ B C³ D¹ E. Eine Dienerin hilft. Angehängt das Märchen von der untergeschobenen Gattin). Duncan, Folk-lore 5, 203 ‘Cul-fin, Cul-dia, Cul-corrach’ (A¹ B¹ C³ D¹ E. Eine Hexe spendet die Kleider und rettet später die drei von den argen Schwestern beseitigten Kinder der Heldin und diese selber vom Tode).

In Frankreich erzählt Perrault 1697 nr. 6 ‘Cendrillon ou la petite pantoufle de verre’[7] das Märchen (A¹ B¹ C¹ D¹ E): Den Wunsch der Heldin, mit auf den Ball zu gehen, erfüllt ihre Patin, eine Fee, die aus einer Melone, Mäuse, Ratten und Eidechsen, Wagen, Pferde, Kutscher und Lakaien erschafft und ihr einschärft, um Mitternacht heimzukehren. Das verlorene Pantöffelchen ist von Glas; es fehlt [173] der Versuch der Schwestern, sich durch Abhacken der Zehe oder der Ferse an die Stelle der Braut zu setzen, es fehlt auch das hilfreiche Eingreifen der toten Mutter und der Tiere. Vor 1705 flocht die Gräfin D’Aulnoy in ihre Novelle Ponce de Léon das Märchen ‘Finette Cendron’ ein, das, wie oben S. 124 bemerkt ward, den Eingang mit Hänsel und Gretel gemeinsam hat. Eine bretonische Erzählung bei Luzel, Contes 3, 134 ‘Le chat noir’ gehört nur zum Teil hierher[8]: in der Lieblingskuh der Yvonne, die ihre Stiefmutter (wie unten in nr. 130) schlachten läßt, finden sich zwei goldene Schuhe, die ihre Stiefschwester zur Hochzeit anziehen soll; aber ihr kleiner Hund läuft dem Wagen nach und verrät, daß die falsche Braut sich Zehen und Ferse abgeschnitten hat. Sébillot, Litt. orale p. 52 ‘Cendrouse’ (A¹ B¹ E). Sébillot, Revue des trad. pop. 9, 41 ‘Pondonette-Cendrillon’ (A¹ B¹ C¹ D¹˙² E) und 9, 45 ‘Cendrasson’ (A¹ B¹ C¹ D¹ E. Um 11 Uhr verschwinden die Prachtkleider und die Kutsche wie bei Winther und Bondeson). Meyrac p. 478 ‘Florine et Truitonne’. Dardy, Albret 2, 35 nr. 10 ‘Petite anguille’. Pineau, Contes p. 117 ‘La Cendrouse’ (A¹ C³ D¹ E. Heldin bittet den Vater, ihr eine Nuß mitzubringen; aus dieser kommen Kleider und Kutsche hervor)[9].

Rätoromanisch bei Decurtins, Chrestomathie 2, 125 nr. 100 = Singer 2, 16 ‘La Schenderletga sut il von’ (A¹ B¹ C¹ D¹ E). – Italienisch bei Basile 1, 6 ‘La gatta Cennerentola’ (A¹ B¹ C¹ D¹ E), wo die Heldin ihre erste Stiefmutter durch Zuschlagen der Truhe umbringt (vgl. oben S. 88¹), von der zweiten aber noch schlimmer behandelt wird; sie pflanzt eine Dattel, die ihr Vater aus Sardinien mitgebracht hat, ein, und erhält von dem Bäumchen Kleider, Wagen und Dienerschaft. Aus Toscana bei Imbriani 1877 p. 151 nr. 11 ‘La Cenerentola’ = Crane p. 42 nr. 9 (A¹ B¹ C¹ D¹ E), wo der Vater der Heldin den Vogel Verdeliò mitbringt; sie bittet ihn jedesmal:

‘Oh Uceelin Verdeliò,
Fammi più bella ch’ io non so’!’

[174] Ähnlich bei Weber 1900 nr. 6 ‘La Cenderognola’. Bei Comparetti p. 25 nr. 23 ‘La Cenerentola’ schenkt eine alte Frau der spinnenden Hirtin diesen Wundervogel. Visentini p. 202 nr. 45 ‘La Cenerentola’ (A¹ B¹ C¹ D¹ E). Bernoni, Fiabe p. 36 nr. 8 ‘La Conzasenare’ = Crane p. 337 (A¹ B¹ C¹ D²˙¹ E). Archivio 2, 54 = Gubernatis, Florilegio nr. 7 ‘La Cenerentola’ (aus Camerino. Ähnlich Basile 1, 6; die Entdeckung der im Faß versteckten rechten Braut durch den Hahn wie bei Basile 3, 10). Academy 17, 474 (1880) ‘Cendreusette’ (A¹ B³ C³ D¹ E). Andrews p. 3 nr. 1 ‘Catarina’ (A¹ B³˙⁴ C¹ D¹ E. Überflüssig ist eigentlich die von der Tante geschickte Mandel und Nuß). Busk p. 26 nr. 4 ‘La Cenorientola’ (A¹ B C¹ D¹ E. Wundervogel vom Vater mitgebracht) und p. 31 nr. 5 ‘Vaccarella’ (A¹ B³ C¹ D¹ E. Die spinnende Kuh wird geschlachtet, aber Maria nimmt aus ihrem Innern eine goldene Kugel und ruft diese an: ‘Pallo dorato, pallo dorato, Vestimi d’oro e dammi l’innamorato!’ Die Stiefmutter verbrüht unwissend ihre eigne Tochter im Faß wie bei Basile 3, 10). Finamore 1, 8 nr. 2 ‘La brutta Cenèrelle’ (sehr ähnlich). Ive, Saggi di dialetto rovignesi 1888 p. 54 ‘El pumo de uoro e la Conçaçienera’ (A¹ B C¹ D¹ E. Goldapfel aus dem Kuhbauch spendet Kleider, wird aber in den Versen der Heldin als Apfelbaum angerufen). Gradi, Saggio p. 141 ‘L’Isabelluccia’ (A¹ B C¹ D² E. Fisch gibt einen Granatapfel, aus dem ein Baum aufsprießt, und wird mit Reimen angerufen. Menschenhaut übergezogen. Ausgestochene und wiedergekaufte Augen wie in nr. 89). Imbriani p. 162 ‘Scindirin-Scindirolu’ (A¹ B¹ C¹ D² E). Schweizerisches Archiv 4, 213 ‘La cattiva matrigna’ (geht über in das gute und böse Mädchen, unsre nr. 24). – Sardinisch im Archivio 2, 31 ‘Sa bitella de sos corros d’oro’(A¹ B¹˙³ C³ D¹ E) und 2, 185 ‘Sa contanscia di Chiginera’ (A¹ C³ D¹ E. Die Wundernuß erhält der Vater von dem verkappten Prinzen). – Sicilisch bei Pitrè 1, 366 nr. 41 = Kaden S. 104 ‘La picuredda’ (A¹ B³ C¹ D¹ E. Aus den Knochen des spinnenden Schafes erstehn zwölf Jungfrauen) und 1, 368 nr. 42 ‘Gràttula-Beddàtula’ (Dattelzweig vom Vater mitgebracht, spendet Kleider; der Prinz erblickt Ninetta zuerst in seinem Garten, dann dreimal beim Tanz und hält sie fest). – Maltesisch bei Stumme S. 45 nr. 13 ‘Runzelschmutzchen’ (C D² E. Eine Vogelscheuche, die der Prinz vom Baume schneidet und in den Keller wirft, wird ein Mädchen; aus drei Nüssen Viergespann und schöne Kleider). Ilg 1, 1 ‘Tschiklemfusa’ (C² D² E. Sie ist so klein, daß sie in einem Töpfchen wohnt, [175] und dient am Königshofe). – Katalanisch bei Milá y Fontanals, Observaciones p. 181 = F. Wolf, Proben S. 43 (Wiener Sb. 20, 57) ‘La cenicienta’ (A¹ B¹ C³ D¹ E) und Maspons, Rondallayre 1, 91 nr. 20 ‘La ventafochs’ (A¹ B¹ C³ D¹ E). – Mallorkinisch bei Alcover 1, 71 ‘N’estel d’or’ (A¹ B¹ C¹ E. Kuh, Fee ähnlich Frau Holle, n. 24). Salvator S. 32 nr. 6 ‘Die Feuerbläserin’ (A¹ B¹ C¹ D² E). – Portugiesisch bei Pedroso p. 75 nr. 18 ‘The hearth cat’ (A B³˙¹ C¹ D¹ E. Goldene Kugel in der geschlachteten spinnenden Kuh; Züge aus unsrer nr. 24) und p. 97 nr. 24 ‘The maiden and the fish’ (A¹ B C¹ D¹ E. Der die Kleider spendende Fisch wird zu einem Prinzen, der die Heldin heiratet). Braga nr. 19 ‘O sapatinho de setim’. Coelho, Contos nac. nr. 24 ‘A vaquinha’. – Baskisch bei Webster p. 158 ‘Ass’-skin’ (vgl. Allerleirauh, nr. 65). – Griechisch bei Hahn 1, 70 nr. 2 ‘Aschenputtel’ = Pio p. 6 = Geldart p. 27 ‘Little Saddleslut’ (C³ D¹ E. Die beiden älteren Töchter schlachten und verzehren ihre Mutter; die jüngste sammelt die Knochen, die sich in Gold und Kleider verwandeln). Ähnlich im Ausland 1832, 230 ‘Staktopula’. Sakellarios, Kypriaka 3, 145 = Liebrecht, Jahrb. f. roman. Lit. 11, 354 ‘Aschenbrödel’ = Legrand p. 95 ‘Cendrillon’. Legrand p. 217 ‘Xylomarie ou Marie à l’habit de bois’ (A² B C² D² E). Paton in Folk-lore 12, 200 ‘The three sisters’ (C³ D¹ E). – Albanesisch bei Pedersen S. 89 nr. 12 ‘Marie Aschenbrödel’ (A¹ B¹ C¹ E; s. Zs. f. Volkskunde 8, 353). – Rumänisch bei Schott S. 100 nr. 4 ‘Die Kaiserstochter Gänsehirtin’ = Şăinénu p. 678 (Einleitung abweichend. Das Mädchen, dem die Stiefmutter eine Schlange eingegeben hat, wird als ehrlose Dirne vom Vater vertrieben; der Prinz gewahrt, wie sie auf der Weide ihren entstellenden Holzmantel ablegt und eine Schlange aus ihrem Munde kriecht. C E¹). Marianu, Ornitologia 2, 182 = Dähnhardt, Natursagen 3, 404 (A¹ B³˙⁴ C¹ D¹ E). – Slowenisch aus Görz bei A. G. Nar. pripov. v Soških plan. 2, 3 nr. 1 = Gabršček S. 84 nr. 11 (A¹ B³ C B² D¹ E). – Serbokroatisch: Valjavec, Nar. pripov. S. 221 nr. 36 (Einleitung wie in den drei Männlein im Walde nr. 13. B³˙⁴ D¹). Strohal 1, 224 nr. 73 (A¹ B³. Erdbeeren im Winter holen. Der Hahn verrät die unterm Backtroge versteckte Heldin). Ebd. 1, 247 nr. 80 (A² C² D² E). Valjavec S. 225 nr. 37 (A¹ B³˙⁴ D³ E. Hahn verrät). Ebd. S. 228 nr. 38 (A¹ B³˙⁴ D¹. Durch eine Nadel von der Stiefmutter in einen Vogel verwandelt, die andre Tochter untergeschoben). Strohal 2, 194 nr. 5 (A¹ C. Der Prinz findet sie am Grabe der Mutter, diese [176] segnet den Bund’. Ebd. 2, 263 nr. 15 (A¹ B³˙⁴ C D¹), Kres 4, 456 nr. 25 (A² B C¹. Der Graf erkennt sie, als sie ihm die Stiefel auszieht). Valjavec S. 44 nr. 12 (A² C² E. Die Wilden im Walde erbarmen sich des Mädchens, einer der drei Prinzen nimmt es als Magd mit). Mikuličić S. 23 nr. 6 (A² C² D² E). M. Stojanović S. 183 nr. 38 (A¹ B³, im Magen der Kuh ein Kästchen mit kostbaren Kleidern, C D¹ E). Plohl-Herdvigov 1, 130 nr. 24 (sechs Seelen helfen der Heldin statt der Kuh spinnen, Hahn verrät). Zbornik za nar. živ. 12, 142 nr. 33 (A¹ B² C D¹ E). Cox p. 416. 515 nach Vuletić-Vukasović ‘Laluzza-tzenere’. Wuk nr. 32 ‘Aschenzuttel’ = Mijatovics p. 59 nr. 5 ‘Pappaluga or the golden slipper’ (A¹ B¹˙² C¹ D¹ E. Die spinnende Kuh ist die rechte Mutter, aus ihren Knochen kommen die Kleider). Wuk S. 226 nr. 58 (A² C² D² E. Der Prinz findet das Mädchen auf der Jagd in einem hohlen Baum und nimmt es als Gänsehirtin mit). Aus der Herzegowina Preindlsberger S. 55 nr. 8 ‘Die Stieftochter’ (A¹ B³ C¹ D¹ E; Braut untergeschoben, die ausgestochenen Augen eingetauscht). Aus Macedonien in Naselja srpskih zemalja 3, 494 (A¹. Der von der Tante gemißhandelten Waise gibt eine Frau, die sie auf der Viehweide getroffen hat, prächtige Kleider. Des Kaisers Diener finden im Flusse ihren Schuh, den sie verlor, als ihre Base sie von der Brücke hinabstoßen wollte). – Bulgarisch bei Erben, Slov. čít. p. 209 = Wratislaw p. 181 nr. 37 ‘Cinderella’ (Pepeležka. Ähnlich Wuk nr. 32). Aus Macedonien bei Šapkarev 8–9, 37 nr. 28 = Šapkarev, Prikazki S. 48 nr. 30 (A¹ C D¹ E. Anfang wie bei Wuk nr. 32; die Knochen der Kuh verwandeln sich in Gold und Prachtkleider, ihr goldner Schuh fällt in den Fluß). – Slowakisch aus Nordungarn bei Dobšinský 8, 65 nr. 87 = Němcová, Nár. bách. nr. 9. Němcová, Slov. poh. 2, 149 nr. 48, ähnlich Nár. bách. nr. 24. Škultety-Dobšinský S. 339 = n. Aufl. S. 826 nr. 58, ähnlich Dobšinský 8, 65 nr. 87. Škultety-Dobšinský S. 439 nr. 47 = n. Aufl. S. 763 nr. 53, ähnlich Němcová, Nár. bách. nr. 24. Sborník mus. slov. spol. 16, 84 nr. 23 (Einleitung zu nr. 24, C D¹). Medvecký Detva S. 208 (A¹. Wie bei Schott nr. 4 lassen die eifersüchtigen Schwestern die Heldin zwölf Schlangen verschlingen; in hölzernem Gewande kommt sie als Magd ins Königsschloß; der Prinz tötet die Schlangen, die aus dem Munde der Schlafenden kriechen, und verbrennt das Holzgewand). Škultety-Dobšinský S. 436 nr. 46 = n. Aufl. S. 777 nr. 54 (Eingang wie im Blaubart-Märchen; die jüngste Schwester vergoldet sich einen Zahn [177] und entflieht mit drei Kleidern aus der verbotenen Stube. C E). – Čechisch: Č. Včela 1834, 145 = Tille, Č. poh. dó r. 1848 S. 37 (drei Nüsse, A¹ C D¹). Němcová, Nár. bách. 2, 111 nr. 24 = Waldau S. 638 nr. 44 ‘Die drei Schwestern’ (A¹ C¹ D¹ E. Drei Nüsse, die der Vater mitgebracht, liefern die Kleider; der Hund weist dem Prinzen den verstümmelten Fuß der falschen Braut). Ebd. 1, 101 nr. 9 (Anfang wie bei der Aulnoy aus Hänsel und Gretel; die jüngste, mißhandelte Schwester findet im Schlosse des Menschenfressers in drei geheimen Gemächern Kleider, Schmuck und einen Schimmel. C D¹ E). Aus Südböhmen im Český Lid 4, 300 (die mildtätige Heldin erhält von drei Greisen Schönheit, den Apfelbaum und goldene mildtätige Tränen. D³ E. Untergeschobene Braut). Aus Glatz: Kubín, 1, 64 nr. 31 (A¹ B²; Das Gute ins Fäßchen, das Schlechte ins Kröpfchen; ein Brunnen gibt Kleider; C D¹); ebd. 2, 45 nr. 16 (drei Nüsse; C D¹). Aus Mähren bei Kulda 2, 191 nr. 114 (A¹ B² C D¹ E. Ein Vogel bringt in drei Nüssen schöne Kleider). Ebd. 3, 220 nr. 28 (ähnlich Němcová, Nár. bách. nr. 9). Elpl S. 55 nr. 12 (A¹ B² C D¹ E). Kulda 3, 109 nr. 13 (A² C¹ D² E. Der Prinz findet das Mädchen in einer Waldhöhle und nimmts als Küchenmagd mit). – Wendisch bei v. Schulenburg, Volkstum S. 40 ‘Die Stieftochter’ (A¹ B¹ C³ D¹ E). Lužičan 1860, S. 8 = Erben, Slov. čít. S. 86 (A¹ B³˙⁴ E. Ein-, Zwei-, Drei-, Vieräuglein; eine läutende Linde und ein bellender Hund. Untergeschobene Braut). – Polnisch aus Oberschlesien bei Malinowski 2, 241 (A¹ B² D¹ E); aus Teschen ebd. 1, 17 (A² B C D² E. Der Prinz sieht das Mädchen auf der Weide); ebd. 1, 77 (A B C² D² E). Aus dem Krakauer Land bei Kolberg, Lud 8, 56 nr. 23 (A² B C D² E). Ciszewski S. 144 nr. 105 (A¹ B² C² D¹ E). Aus dem Gouv. Kielce bei Kolberg, Lud 19, 239 nr. 16 (A¹ B¹ C D¹. Die hilfreiche Frau kommt aus der Fichte. Vor der Schuhprobe entflieht die Heldin, dient drei Jahre bei einer Frau und kehrt reich beschenkt heim; ihre Stiefschwester wird ebendahin geschickt und erhält einen Koffer voll Schlangen). Aus dem Gouv. Radom bei Kolberg, Lud 21, 172 (A⁴ C D¹ C² E. Zwei Tauben bringen ein Knäuel, das zu einem Schloß in einer Eiche führt. Allerleirauh). Wisła 8, 795 (B² C D¹ E. Als die eifersüchtigen Schwestern mit dem Prinzen zur Eiche kommen, springt seine von jenen ermordete Liebste als Fröschlein in seine Tasche). Woycicki, Klechdy 2, 52 (Allerleirauh). Vgl. Sadok Barącz S. 95 Anm. (A² C² D² E). Aus Westgalizien bei Cercha nr. 14 (Mater. antropol. [178] 1, 2. 91. A¹ B¹ C¹ D¹ E). Kozłowski S. 301. 304 (A¹ B³ D³ E. Braut untergeschoben). Chełchowski 2, 70 nr. 70 (A¹ B³˙⁴ D³. Braut untergeschoben). Aus den Beskiden im Zbiór 5, 2, 230 nr. 35 (wie Němcová, Nár. bách. nr. 9). Aus dem Gouv. Lublin in Wisła 11, 453 (A¹ B³˙⁴ D³ E). Kozłowski S. 362 nr. 19 (A² B D¹ E). Aus dem Gouv. Plock im Zbiór 2, 149 nr. 5 (A² B¹ C¹˙²˙³ D¹ E). Aus dem Gouv. Lublin in Wisła 11, 103 (A² B C¹˙² D¹ E). – Großrussisch aus Kasan bei Chudjakov 1, 51 nr. 15 (C D¹ E. Die Patin steht dem Schmutzbartel ‘Zamaraška’ mit ihrem Zauberstabe bei; vgl. Karłowicz nr. 78); aus dem Gouv. Archangelsk bei Afanasjev 2, 205 nr. 162 (A¹ C D¹ E; ein dankbares Fischlein hilft); ebd. 2, 206 nr. 163 (A¹ B² D¹ E. Černuška, die Schwarze). Aus dem Gouv. Olonetz bei Ončukov S. 379 nr. 154 (Einleitung wie bei Sneewittchen; B¹; ein Greis hilft, ein Jäger nimmt sie vom Grabe der Mutter zum Fest beim Zaren mit, wo der Prinz sie liebgewinnt; die Kindbetterin wird von der Stiefmutter in eine Hindin verwandelt); ebd. S. 313 nr. 129 (Einäuglein. A¹ B³ C D¹) und S. 434 nr. 176 (A¹ C¹˙²). Aus dem Gouv. Rjazan bei Chudjakov 2, 71 nr. 56 (A¹ B³˙⁴ D³ E; untergeschobene Braut). Aus dem Gouv. Samara bei Sadovnikov S. 218 nr. 65 (A¹ B³˙⁴ D³ E. Stier statt Kuh, untergeschobene Braut, ‘Brüderchen und Schwesterchen’). Aus dem Gouv. Rjazan bei Chudjakov 2, 68 nr. 54 (A² D² E. Das Mädchen versteckt sich in einem Fache des Bettes, das der Prinz kauft, dann in einer Eiche über einer Quelle, in der sich eine Häßliche spiegelt): ebd. 2, 70 nr. 55 (A² C² E. Mädchen in einer Eiche gefunden). Sbornik Kavkaz. 16, 1, 181 (A¹ B³˙⁴ D³ C¹ D¹ E. Die Kuh ist dem Mädchen von der sterbenden Mutter vermacht; untergeschobene Braut). Aus dem Gouv. Rjazan in Živaja Starina 13, 480 (A¹ B³˙⁴ D³ E. Drei-, Vier-, Fünfäuglein). Aus dem Gouvernement Kursk bei Afanasjev 1, 76 nr. 56 (A¹ B³˙⁴ D³ E. Einäuglein). Aus dem Gouv. Archangelsk ebd. 1, 77 nr. 57 (A¹ B³˙⁴ D³ E). Jefimenko S. 227 nr. 3 (A¹ B³˙⁴ D³ E). Aus dem Gouv. Jenisej Zap. Krasnojarsk. 1, 34 nr. 12 (A² C² D¹). Literarisch bearbeitet in den Sagen des Kosaken Luganskij (Dalj) 3, 463–474[10]. – Kleinrussisch aus dem Gouv. Poltawa [179] bei Čubinskij 2, 448 nr. 138 (A¹ B³˙⁴ D³ E; untergeschobene Braut); ebd. 2, 459 nr. 141 (A¹ B³˙⁴ D³ E; untergeschobene Braut); ebd. 2, 466 nr. 142 (A¹ B³˙⁴ D³ E; untergeschobene Braut); ebd. 2, 73 nr. 18 (A² C D¹, Allerleirauh). Aus dem Gouvernement Jekaterinoslaw bei Dragomanov S. 361 nr. 35 (A¹ B³˙⁴ D³ E). Aus dem Gouvernement Poltawa bei Rudčenko 2, 43 nr. 16 (A¹ B³˙⁴ C D¹ E) = Bain, Cossack fairy tales p. 141 ‘The golden slipper’; bei Afanasjew 2, 204 nr. 161b (A² C¹˙² D² E). Aus dem Gouv. Černigov bei Rudčenko 2, 51 nr. 18 (A¹ B³˙⁴ D³; untergeschobene Braut). Kuliš, Zap. o juž. Rus. 2, 23 (A¹ B³˙⁴ D³ E; Apfelbaum und Quelle, untergeschobene Braut). Zbiór 13, 204 nr. 4 (A¹ B³˙⁴ D³ E). Sadok Barącz S. 94 (Allerleirauh, C²). Aus Südungarn Etnograf. Zbirnyk 29, 291 nr. 43 (A² C² D²); 29, 293 nr. 44 (Bruchstück). – Weißrussisch aus dem Gouv. Minsk bei Karłowicz S. 110 nr. 78 (C² D¹ E; der Anfang erinnert an das Marienkind nr. 3 und Allerleirauh). Aus dem Gouv. Mogilew bei Romanov 2, 289 nr. 59 (A¹ B³˙⁴ D³ E. Untergeschobene Braut, Mädchen ohne Hände); ebd. 3, 292 (dreimal. A¹ B³ und Brüderchen und Schwesterchen. A²˙¹ B³˙⁴ C D¹, vertauschte Braut). Gliński 3, 131 nr. 7 (A¹ C² D¹ E. Alle drei Schwestern dienen im Königspalast; die jüngste begräbt einen Pferdekopf, aus dem eine Eiche aufwächst, die sich ihr öffnet). Federowski 2, 98 nr. 72 (A¹ B¹ C D¹ E); 2, 100 nr. 73 (A¹ B¹ C D¹ E. Die Mutter bringt ihr aus dem Grabe Kleider); 2, 102 nr. 74 (C D¹ E; Einleitung wie bei Němcová, Nár. bách. nr. 9); 2, 103 nr. 75 (A²˙⁴ C D¹ E). Gliński 1, 186 nr. 11 (A¹ B³˙⁴ D³ E; untergeschobene Braut). Federowski 2, 48 nr. 43 (A¹ B³˙⁴ C E; untergeschobene Braut); 2, 51 nr. 44 (A¹ B³˙⁴ D³; untergeschobene Braut); 2, 53 nr. 45 (A¹ B³˙⁴; aus den Eingeweiden des Stieres ersteht ein Hahn; ein Herr im Sechsgespann kommt zur Quelle, läßt sich von der Heldin Wasser reichen und fährt mit ihr davon). Šejn, Mat. 2, 91 nr. 47 (A¹ B⁴ D³ E); S. 94 nr. 49 (A¹ B³˙⁴ C D¹˙³ E. Einäuglein, untergeschobene Braut); S. 97 nr. 50 (A¹ B²˙⁴ D³ E). Dobrovoljskij 1, 153 nr. 88 (A¹ B³. Einäuglein; im Magen der Kuh findet die Waise einen Wunderstein); 1, 154 nr. 89 (A¹ B³˙⁴ D³ E; untergeschobene Braut). Karłowicz S. 18 nr. 12 (A¹ B³˙⁴. Ein verzauberter [180] Schlangenprinz hilft ihr der Stiefmutter Wasser bringen, wie im Froschkönig nr. 1). Weryho (A¹ B³˙⁴ D¹ E). Romanov 3, 304 nr. 64 (A² usw.). – Litauisch aus dem Gouv. Kowno bei Dowojna-Sylwestrowicz 1, 132 (A¹ B³˙⁴ D³˙¹. Einäuglein. Quelle mit Wein und Apfelbaum). Jurkschat S. 77 nr. 39 (A² C E. Allerleirauh; eine Frau im Walde hilft; der liebeskranke Prinz sieht das Sternengewand unter den Alltagskleidern der Magd vorschimmern). Schleicher S. 10 nr. 7 ‘Von der schönen Königstochter’ (Allerleirauh). Dowojna-Sylwestrowicz 2, 458 (A¹ B³˙⁴ D³ E; untergeschobene Braut). – Lettisch aus dem Gouv. Witebsk bei Weryho S. 13 nr. 2 = Cox p. 424 (A² C² D¹ E). Zbiór 18, 302 nr. 25 (A¹ B³˙⁴ D³ E). – Estnisch bei Kreutzwald 2, 49 nr. 7 ‘Aschen-Trine’ (A¹ B¹˙² C¹ D¹ E). Kallas nr. 40 ‘Der Bösen Tochter und das Waisenmädchen’ (A¹ B¹˙⁴ C² D¹ E) und nr. 41–42. – Finnisch bei Salmelainen 1, 59 nr. 7, 1 = Schreck S. 63 nr. 9 ‘Die wunderbare Birke’ = Hertzberg p. 79 (A¹ B³˙⁴ C¹ D¹ E. Das Schaf, aus dessen Knochen eine Birke herauswächst, ist wirklich die Mutter der Heldin; eine Hexe hat sich verwandelt und dafür ihre Gestalt angenommen; angehängt ist die falsche Braut wie oben nr. 13). Salmelainen 1, 68 nr. 7, 2 ‘Die wunderbare Eiche’ und 1, 73 nr. 7, 3 ‘Die drei Schwestern’, vgl. Cox p. 362. Suomi 3, 2, 211. 3, 17, 83. Aarnes Register nr. 510. Über neun hsl. Fassungen im Archiv der finnischen Literaturgesellschaft vgl. Cox p. 378–390; drei andere ebd. p. 394–397 beginnen mit den drei dienstsuchenden Schwestern, denen Schaf, Kuh und Greis begegnen. – Ungarisch bei Erdélyi 3, nr. 7 = Jones-Kropf p. 207 ‘The widower and his daughter’ (A¹ B² C³ E. Drei Nüsse vom Vater; die Braut von einer Zigeunerin beraubt und ins Wasser gestoßen, wird zur Ente wie in ‘Brüderchen und Schwesterchen’). Erdélyi 2, 354 nr. 7 = Erdélyi-Stier S. 42 ‘Die drei Königstöchter’ = Jones-Kropf p. 144 ‘The three princesses’ (der Anfang aus Hänsel und Gretel, wie bei der Aulnoy, Němcová, Nár. bách. nr. 9 und Dobšinský nr. 87). Berze Nagy nr. 10 ‘Aschenhühnchen’ (vgl. Rona, Festschrift für G. Heinrich 1912 S. 369) und nr. 11 ‘Königstochter Enzella’ = Rona-Sklarek 2, 93 nr. 9 (angehängt an den Petit poucet, oben S. 121 nr. 15). Pulszky, Sagen aus Ungarn 1851 1, 178 ‘Das Haar des Waisenmädchens.’ Klimo p. 172 ‘Le sel’ (A³ C¹ E F). – Türkisch bei Kúnos, Oszmantörök népköltési gyüjtemény 1, nr. 62 (nach dem Jubilej. Sbornik Ws. Th. Millera p. 200: A² C E; der Vater, der seine Tochter sucht, [181] heiratet die Schwester der in Tauben verwünschten Jünglinge). – Armenisch aus Siebenbürgen bei Wlislocki 1891 S. 55 nr. 22 ‘König Ambanor und das Waisenmädchen’ (A¹ C E). Die Motive C¹ D¹ vermischt mit Frau Holle (nr. 24) und Brüderchen und Schwesterchen (nr. 11) bei Chalatianz nr. 1 ‘Der Hammelbruder’. Georgisch bei Wardrop p. 63 ‘Conkiajgharuna’ (A¹ B³ C¹ D¹. Kuh hilfreich, Knochen vergraben. Gutes und böses Mädchen wie in nr. 24).

Indisch bei Cox p. 183 nach Calcutta review 51, 121 (1870): A¹ B³ C¹ E (Kuh geschlachtet; die vergrabenen Knochen spenden Kleider; Hahn verrät das Versteck der Heldin). Indian Antiquary 20, 142 (1890) ‘Bâpkhâdî’ (Heldin mit sechs Schwestern im Walde verlassen wie Perraults Poucet; sie finden ein Haus; Kirchgang; Schuh von einer Krähe fortgetragen; Schuhprobe; Heirat. Die Kinder durch die neidischen Schwestern beseitigt). Die Schuhprobe allein begegnet bei Frere nr. 21 ‘Sodewa Bai’. Knowles p. 127 (A¹ B²˙⁴ E. Die Mutter verwandelt sich in eine Ziege, als sie in Abwesenheit des Mannes gegessen hat, wird getötet; ihre Knochen geben weiterhin ihren Kindern Nahrung. Der König findet in dem gekochten Fische des Mädchens Nasenring, der diesem beim Waschen entfallen war, und forscht nach der Besitzerin). – Aus Annam bei Landes, Contes annamites p. 52 nr. 22 ‘Con Tam et Con Cam’ (A¹ B¹ C¹ D¹ E. Fisch vergraben, spendet Kleider. Tauben lesen Bohnen und Sesam. Weitere Verfolgungen). Landes, Contes tjames p. 79 nr. 10 ‘Kajong et Halœk’ (ähnlich). Leclère, Cambodje p. 70 ‘Néang Kantoc’ = Archivio 12, 2. – Von den Philippinen bei Gardner, Journal of american folk-lore 19, 265 (A¹ B³˙⁴ C³ D¹ E. Es helfen ein Krokodil, eine Krabbe und eine alte Frau).

Arabisch aus Ägypten bei Dulac, Journal asiatique 1885, 11 = Basset, Afrique p. 102 ‘La vache des orphelins’ (A¹ B³˙⁴. Die aus den Knochen der Kuh gewachsene Aloe nährt die Geschwister weiter). Bei Artin-Pacha p. 63 nr. 2 ‘Le pot enchanté’ (die Heldin verliert ihr Armband, wird von den neidischen Schwestern in eine Taube verwandelt und fliegt zum Prinzen, der die Zaubernadeln aus ihrem Kopfe zieht). Müller, Die Mehri- und Soqotri-Sprache 1, 117 und 2, 35 ‘Aschenputtel’ (A¹ B C¹ D¹ E. Sieben Feen helfen dem Mädchen; dies verliert den Fußring statt des Schuhs). – Aus Mauritius bei Baissac p. 118 nr. 11 ‘Histoire de Peau-d’âne’ (A² B D² E. Der Ring im Kuchen, den der Prinz zu verschlucken [182] scheint, wird von dem Mädchen herausgenommen, er paßt nur an ihren Finger). – Aus Madagaskar bei Ferrand p. 123 nr. 35 ‘Les trois princesses et Andriamohamona’ (A¹ B C¹ D¹ E. Eine Ratte spendet die Kleider). – Aus Angola bei Chatelain 1894 p. 53 nr. 2 ‘Fenda Maria and her elder brother nga Nzua’ (A¹ B³˙¹ C³. Statt der bösen Stiefmutter eine Schwägerin, hilfreiche Ziege geschlachtet, Schachteln von einer alten Frau. Der Bruder verstößt seine Frau und nimmt die Schwester zu sich).

Aus Chile in Bibl. de las trad. pop. españolas 1, 114 ‘Maria la cenicienta’ = Journal of american folk-lore 19, 273 (A¹ B³ C¹ D¹ E. Zauberstab im Eingeweide der Kuh. Gutes und böses Mädchen wie in nr. 24). – Creolisch aus Martinique bei Turiault im Bulletin de la soc. acad. de Brest 2. sér. 3, 99 ‘Cendrillon’ (A¹ B C¹ D¹ E).

Der Name der Heldin Aschenputtel oder Aschenpuddel bezeichnet im Hessischen zufolge den oberhessischen Wörterbüchern von Estor und von Crecelius 1, 49 die in der Asche wühlende, sich wälzende Küchenmagd, ein geringfügiges, unreines Mägdlein. Ihm entspricht in oberdeutschen Mundarten das Eschengrüdel (Geiler. Murner, Geuchmatt 1519 Bl. e 1 b = 1896 S. 36: ‘Fůßtůch … Äschengryddel’. Pauli. Fischart, Bienenkorb 1581 Bl. 129b: ‘eyn anderer Eschengrüdel und Mistfink’), Aschengrittel, Aschekritteli, Aschengretel, Aschengruttel, Äschengrusel (Grimm, DWb. 1, 582. Fischer, Schwäb. Wb. 1, 339), der Aschenbrödel (im Gedicht von Oswald, ZfdA. 2, 100 v. 323 = Küchenjunge. Luther, s. unten. Tappius, Adagia 1545 Bl. 46a. Oberlin, Essai p. 62), Aschenbaltz (Tauler, Medulla animae S. 113), Ascherprudel (Vocabularius theutonicus 1482. Mathesius, Sarepta 1587 Bl. 53b ‘Ascherprödel’. A. Hosemann, Verus amor coniugalis 1618 Bl. B 3a: ‘Ascherprütel’), Aschenfidle, Aschenwedel (Eyering, Proverbia 2, 342), Aschentagger, Ascherlegelein, Äschenregelein (Fischer 1, 339), Äscherling; niederdeutsch Aschenfister, Aschenpäter, Aschenpüster, Askenböel, Askenbüel (Bremisches Wtb. 1, 30), Aschenpöselken und Sudelsödelken (nach Schütze, Holsteinisches Idiotikon 1, 50 von pöseln = mühsam suchen und sölen = sudeln, weil es im Schmutz verderben muß), Aschpuck (nach Dähnert, Pomm. Wtb. ein schmutziges Kuchenmädchen), Äskenbridel, Saunfidel (Ehrentrauts Fries. Archiv 2, 80); niederländisch Asgat, Asschefijster, Asschepoester; dänisch und schwedisch Askefis (vom Blasen in die Asche), Askenbaske, Askepjeske, Pisk-i-aske, [183] Askepott, Askeladd; schottisch Assiepet, Ashpit, Asheepattle (nach Jamieson a neglected child, employed in the lowest kitchen-work). Wendisch Popelawa; čechisch Popelvál, Pecivál, Popelka, Popeluška, Popelválka, Peciválka; slowakisch Popeluša, Popelvár, Pecival; polnisch Popielucha, Popieluszka (Ciszewski nr. 105), Kopciuszek (von kopeć = Ruß, Rauch); serbo-kroatisch Popeljuha (Strohal 2, 263), Pepeljuga (Wuk nr. 32), Pepeljuha, Pepeljuša, Pepeleš (Karadagh in Nordmacedonien), Lužnica-Pepelužnica; slowenisch Pepelica, Pepelúha, Pepeluša, Pepeluhar; bulgarisch Pepeleška (Macedonien, Ochrid); russisch Zamaraschka; kleinrussisch Popeljuch; litauisch Pelénus, Pelenrusis; lettisch Pelnuruschkis; finnisch Tuhkame oder Tuhkimo (von tuhka = Asche). Die deutschen Benennungen leitet Singer, Kommentar 2, 19 aus dem provenzalischen Cendrouleto, Cendrouseto und Cuou-cendroulet (Aschenwächter) ab, aus welchem auch französ. Cendreuille, Cendrillon, Cendrouse, Cucendron, Cendron, engadinisches Schenderletga, savoy. Sandroulia, mailänd. Sendraröula, Scindirin-scindirolu, venez. Conzasenare, istrisch Conçaçienara, Cuzza-tzenere, toskanisch Cenerentola, Cova-cenere, Cenerognola, abruzzesisch Cenerella, sicilisch Ciniredda, englisch Cinderella, spanisch Cenicienta, katalanisch Ventafochs (Feuerbläser, prov. Bousofiò), rumänisch Tschenuschotke abstammen.

Die reiche Entfaltung des Wortes hängt ohne Zweifel mit der verbreiteten Vorstellung[11] zusammen, nach der der jüngste von drei Söhnen für dumm gilt und verachtet wird, weil er seine erste Jugend im Schmutz und in der Asche der Küche zubringt; als endlich seine Zeit erscheint, tritt er auf, tut es seinen Brüdern weit zuvor und erreicht das höchste Ziel. Rollenhagen erwähnt im Froschmeuseler [184] 1608 Bl. B 1b unter den wunderbarlichen Hausmärlein das ‘von dem verachten frommen Aschenpössel und seinen stolzen spöttischen Brüdern’. Auf dieses zielen schon Luther und seine Zeitgenossen, wenn sie Männer des alten Testaments wie Abel, Loth, Jakob, David als solche anfangs mißachteten jüngsten Brüder mit jenem Märchenhelden vergleichen. Luther, Tischreden 1, 11 ed. Förstemann: ‘Cain der gottlose Bösewicht ist ein gewaltiger Herr auf Erden, aber der fromme und gottfürchtige Abel muß der Aschebrüdel, nichts und ihm untertan sein.’ Kirchenpostille, Epist. 2. Sonntag nach Trin. (Werke, Erlanger Ausg. ² 9, 43): ‘der elende nichtige Aschenbrüdel Habel’. Predigten über 1. Mose 19 (Werke 33, 366): ‘das sie ihn (den Loth) nicht anders gehalten haben denn für einen Aschenbrödel.’ Werke 34, 71: ‘Jacob aber mußte der Aschenbrödel sein’. Agricola, Sprichwörter nr. 594: ‘Isaac verachtet Jacob und helt auff Esau und weiß nicht, das auß kindern, als Jacob war, der Aschenprodel, der mütter son, auch weise leut werden.’ Bei Val. Boltz, Oelung Davidis 1554 Bl. b 3a sagt Isai zu Samuel: ‘Was zichstu dich, du helger Man, Daß du eyn Äschengrüdel witt han?’ Luther, Das 5. 6. 7. Capitel Matthei 1532 (Werke 43, 40): ‘Gott will das Hertz rein haben, ob es gleich auswendig ein Asschenbrodel inn der Kuchen, schwarte, rustrig und bestoben ist.’ In Schweden gedenkt Verelius 1664 in den Anmerkungen zur Gautrekssaga cap. 9 S. 70 des Volksmärchens ‘huru Askefijsen fick konungs dottren till hustru’, das mithin von einem Jüngling handelte, der Küchenjunge war und die Königstochter erhielt. Das dänische Sprichwort ‘Esbern Askefiis overgaar baade Peder og Povel’ bei Peder Syv (Danske Ordsproge 1, 117. 1682) macht die älteren hochmütigen Brüder des Helden namhaft. – Solche Erzählungen von einem männlichen Aschenbrödel finden wir z. B. bei Zingerle 2, 395 ‘Der Aschentagger’, Haltrich nr. 24 ‘Das Rosenmädchen’ und 47 ‘Der Aschenputtel wird König’ und in den unten zu nr. 136 angeführten Goldener- oder Grindkopfmärchen. Dänisch bei Grundtvig 1884 S. 39 ‘Esben Askenpuster’, dazu R. Köhler 2, 465 ‘Prinzeß und Dummling im Redekampf’; norwegisch Asbjörnsen-Moe nr. 1 ‘Von Aschenbrödel, welcher die silbernen Enten, die Bettdecke und die goldne Harfe des Trollen stahl’, 4 ‘Die wortschlaue Prinzessin’, 6 ‘Aschenbrödel, der mit dem Trollen um die Wette aß’, 50 ‘Peter und Paul und Esben Aschenbrödel’, Haukenæs p. 113 ‘Askeladden’; schwedisch bei Bondeson, Sv. folksagor [185] S. 146 ‘Askegrisen och hans bröder’, Djurklou S. 190 und 230 ‘Askpóten’; schottisch bei G. Douglas p. 58 ‘Aasipattle and the mester stoorworm’; zigeunerisch aus Wales bei Groome p. 235 ‘Ashypelt’; rätoromanisch bei Singer 2, 28; polnisch bei Töppen S. 148 ‘Der Ritt in das vierte Stockwerk’, slowakisch bei Rimanskí nr. 1 (Popelvár-Aschenbrödel der Größte in der Welt) = Dobšinský 6, 30. Dobšinský 7, 31 (Popelvár hnusná tvár = Aschenbrödel das ekelhafte Gesicht). Sbornik slov. piesní, povestí S. 67 nr. 4 ‘Prinzessin Juliana und Janko der Ofenhocker’ = Léger p. 203 ‘Les deux frères’; russisch bei Dragomanov 1876 S. 262; magyarisch bei Stier 1850 S. 91 ‘Aschenbrödel’; rumänisch in Şăineanu p. 732 und Roumanian fairy tales p. 1 ‘The slippers of the twelve princesses’, Schullerus nr. 7 ‘Der Gänsehirt’ (Archiv 33, 406); finnisch bei Salmelainen 1, 46. 56. 2, 28. 118 (Schiefner, Bulletin 12, 381. 1855), Schreck S. 35. 50; kaukasisch im Sbornik Kavkaz. 13, 2, 28 nr. 3 ‘Nacarkekija’ = Aschenschürer (vgl. oben S. 160).

Gleich häufig aber gehen Name und Fabel auf die jüngste Tochter über, die im Schmutz der Küche schwere Arbeit verrichtet und der zuletzt für ihr Aschengewand königlicher Schmuck zu teil wird. Luther, Auslegung des Magnificat 1521 (Werke 45, 230 Erlangen) erzählt eine Legende von drei Jungfrauen, die vom Christkinde verschieden behandelt werden: ‘Aber die dritte, das arme Aschenprödlin, hat nichts denn eitel mangel und ungemach … das ist die rechte braut’. Schon Geiler von Kaisersberg, der in seinen Predigten[12] wiederholt als Beispiel der Demut und Geduld das Eschengrüdel anführt, gibt einzelne Züge des Märchens. Sieben Stücke hat {nach den Brösamlin, uffgelesen von Joh. Pauli 1517 2, Bl. 79a, 2) ein Eschengrüdel[13]: ‘Zů dem ersten so hangt er fol eschen, und alles, das an ym ist, naß, augen, cleider, schleier, seind berömt; zů dem andern so můß er das feuer machen, und gat im der bitter rauch ettwann dick in die nasen[14]; zů dem dritten so [186] můß er wischen, geschirr reiben, kessel, pfannen, schüsseln, und etwann so reibt er es durch; zů dem vierden so můß er braten, die junckfrawen in dem hauß die braten nicht ja wol, der Eschengrüdel můß es als thůn; zum fünften so můß er den katzen weren, wann sie beschlecken, was man neben sich setzt; zů dem sechsten so můß er vil in dem huß leiden; zů dem sibenden so ist der Eschengrüdel dem haußvatter an dem allerliebsten, er nimpt in etwann zů der ee … und lat die stoltzen junckfrawen faren’. Ebenda 2, Bl. 31b, 2c: ‘Du hast sechs oder siben kind, und ist ettwann ein Eschengrüdelin auch darunter, dem bist du feind; es ist nicht also hübsch und fein als die andern: das Eschengrüdlin leget ettwann den rechten schůh an den lincken Fůß; die můter sicht es, so schlecht sie das kind an ein backen, das es umbtrümlet: Sich umb den wůst, wie er daher kumpt!’ Ähnlich in ‘Der Seelen Paradiß’ 1510 Bl. 187 a: ‘Desgleichen ein můter, die vil kind hat, und etwan ein Eschengrüdel darunter ist, wann dasselb nümen den gürtel letz ummleit, si gibt im eins an einen backen und spricht zu im: Du wüster unflot! Aber das kind, das sie sunderlich vast lieb hat, so es schon ouch den gürtel letz umm het, dem zartlet si.’ Geiler[15] führt endlich als Exempel eines Eschengrüdels die alte Legende von der verachteten Nonne Isidora und ihrer Verherrlichung durch den h. Piterum an, aus der auch die Geschichten von der arbeitsamen Müllerin und von der geistlichen Hausmagd erwachsen sind, und Pauli, Schimpf und Ernst cap. 690 folgt ihm. An die italienischen Fassungen, in denen der Witwer von der Tochter gebeten wird, ihre Lehrerin zu heiraten, erinnert eine Äußerung der [187] siebenjährigen Prinzessin Elisabeth Charlotte von der Pfalz, die ihre Tante Herzogin Sophie von Hannover (Briefwechsel ed. Bodemann 1885 S. 20) 1659 berichtet: ‘Ich denke, es würde mir gehen wie Eschepudelgen, da man auch so viel schöne Sachgen an verhis undt müste tharnach in der Eschen wonnen.’

Über die hilfreiche Kuh oder Ziege, in der bisweilen die Seele der toten Mutter fortzuleben scheint, ebenso wie in dem aus ihren Knochen aufsprießenden Baume, vgl. unten nr. 130 und Macculloch p. 108f. 231f.

Oft wird erwähnt, daß die Tauben rein lesen als die reinen, heiligen Tiere. Schon beim Meister Sigeher (MSH 2, 363a):

. . . . . dem milten bin ich senfte bi
mit linden sprüchen suezen
schone, als ez ein turteltube habe erlesen.

Bei Geiler, Brösamlin Bl. 88b: ‘So liset die taub auff die aller reinsten kornlin; darumb, wenn man sauber korn hat, so spricht man: Es ist eben, als hetten es die tauben zsamen getragen.’ In Paulis Schimpf und Ernst 1522 cap. 333 eine Erzählung von einer Frau, die ganz hinten in der Kirche auf ihren Knien lag und vor Andacht weinte; da sah der Bischof, wie eine Taube kam und las dieselben Tränen auf und flog danach hinweg. Daß Vögel oder Ameisen Körner auslesen helfen, kommt auch in der Bienenkönigin (nr. 62) vor, ebenso in einer Wettiner Sage bei Sommer S. 93.

Bei dem Umstand, daß Aschenputtel durch den verlorenen Schuh gesucht und entdeckt wird, ist an die Sage von Rhodope zu erinnern, deren von einem Adler entführten Schuh Psammetichos, dem er in den Schoß gefallen war, durch ganz Ägypten schickte, um die Eigentümerin zu seiner Gemahlin zu machen (Stralo 17, 1 p. 808. Aelian, Varia hist. 13, 33. J. Grimm, Kl. Schriften 2, 389). In einem andern ägyptischen Märchen erregt ein schwimmendes Goldhaar der schönen Frau des Königs Verlangen nach ihr (R. Köhler 2, 345. Unten nr. 62); vgl. Cox p. 504 und XL. Macler p. 34. Bompas p. 24. 75. 228. 459. 460. Haar des Jünglings bei Dracott p. 83. – Über den germanischen Verlobungsbrauch des Schuhanziehens vgl. J. Grimm, Rechtsaltertümer⁴ 1, 214. König Rother ed. Rückert S. XXIII, v. 2261.

Eine ausgezeichnete Materialsammlung über unser Märchen und die verwandten von Allerleirauh (nr. 65), Einäuglein (nr. 130) [188] und die Gänsehirtin (nr. 179) hat Miss M. R. Cox herausgegeben: Cinderella, 345 variants of Cinderella, Catskin and Cap o’ rushes abstracted and tabulated, with a discussion of mediaeval analogues and notes, London 1893. Vgl. Nutt, Jacobs und Lang in Folk-lore 4, 133. 269. 413 und Nachträge von Miss Cox. ebd. 18, 191. Singer, Schweizer Märchen 2, 1–31.


  1. Vgl. das dänische Märchen bei Cox, Cinderella p. 237. Kristensen 1, 52 (Rosenstock), das čechische bei Waldau S. 638. Kubín 2, 45 nr. 16.
  2. Ähnlich im dänischen Märchen bei Cox, Cinderella p. 235, nr. 42. 46 und im čechischen bei Waldau S. 638, Kubín 2, 46 nr. 16, im serbokroatischen bei M. Stojanović S. 185, im magyarischen bei Jones-Kropf p. 209.
  3. Vgl. Seuffert, Die Legende von der Pfalzgräfin Genovefa (Würzburg 1877). F. Görres, Westdeutsche Zs. f. Gesch. 6, 218 und Annalen des histor. Vereins für den Niederrhein 66, 1. R. Köhler, Kl. Schriften 2, 662.
  4. Vgl. Sneewittchen (nr. 53).
  5. Über diese vorgeblichen Städtenamen vgl. R. Köhler 1, 62. 190. 421.
  6. Die Erzählung von Rashie-coat wird bereits 1549 im Complaynt of Scotlande (ed. Murray 1872 p. 63 und LXXVIII) angeführt. Der Name kehrt in einer Variante von ‘Allerleirauh’ (nr. 65) wieder.
  7. Ralston (The Nineteenth Century 6, 837. 853. 1879) vermutet, statt ‘verre’ habe es ursprünglich ‘vair’ (Buntpelz) geheißen. Cox p. 506.
  8. Miss Cox p. 507 hat mit dem übrigen Märchen eine Erzählung englischer Zigeuner ‘De little fox’ (Gipsy-lore Journal 3, 204 = Groome nr. 52) verglichen.
  9. Bei Sébillot, Contes 2, 178 nr. 31 ‘Cendrouse’, 2, 200 nr. 36 ‘La belle-mère’ und 2, 226 nr. 42 ‘La chèvre blanche’ finden wir nur die Motive A¹ und B¹, die böse Stiefmutter und die hilfreiche Fee, von der die Heldin ein Zauberstäbchen, Kleider, Kutsche, Schloß erhält.
  10. In einigen russischen Märchen befreit ein Stier ein Geschwisterpaar von dem Bären, dem sie der Vater in der Not versprochen hatte, und gebietet ihnen dann, ihn zu verbrennen; aus seiner Asche entsteht ein Pferd, ein Hund und ein Apfelbaum (aus dem Gouv. Woronež bei Afanasjev 2, 4 nr. 117). In einer Variante aus dem Gouv. Orel (ebd. 2, 6 nr. 118a) ersteht aus den Knochen des von den Geschwistern geschlachteten und verzehrten Öchsleins ein bärtiger Zwerg, der jene in ein Räuberhaus führt, nachdem er die Räuber getötet; dann folgt die Erzählung von der verräterischen Schwester (R. Köhler 1, 304).
  11. J. Grimm, Myth. ³ S. 361. Panzer, Hilde-Gudrun 1901 S. 250. Sainéan, L’état actuel des études de folk-lore p. 12. 18 (Revue de synthèse historique 1912). Gomme, Folk-lore as an historical science p. 313. Macculloch p. 350. Von der Jugend Karls des Großen, den zwei ungetreue Oheime erzogen, berichtet der Karlmeinet ed. Keller 1858 S. 12,56, ‘wy Karl in der eschen lach, eyme junchere ungelich’. Der starke Rennewart in Wolframs Willehalm S. 188 muß gleichfalls erst ein Küchenknecht sein. – Auch die Sprichwörter ‘sitia hema i asku’, ‘liggia som kattur i hreise’ und ‘liggia vid arnen’ gelten meist von Königssöhnen, in der Wilkinasaga cap. 91 von Thetleifr und in der Refssaga (Cap. 9 der Gautrekssaga). Kalkar (Dansk Ordbog 1, 82) verweist noch auf Fornaldur Sögur 3, 18, Grettis Saga cap. 14 und Schlyter, Sveriges gamla lagar 1, 30.
  12. Vgl. Grimm, DWtb. 1, 582. Singer, Kommentar 2, 1f.
  13. Ähnlich schon 1510 in dem Traktat ‘Der Eschengrüdel’ (hinter dem Irrigen Schaf) mit Titelbild.
  14. Vgl. Brösamlin 1, Bl. 22b, 1 (Von den fünfzehn Staffeln): ‘Einer můß [beim Gebet] sein als ein Eschengrüdel, wann es wil feuer machen, so blaset es daryn, so wil es nitt gon und wil nicht brennen, hindennach so gat das feuer an, und gat der rauch uff, und lauffen im dy augen über.’
  15. Brösamlin 2, 81a, 1. Das irrig Schaf 1510, der Eschengrüdel Bl. a 6b. Arbore humana 1521 Bl. 10. Vgl. Das irrig Schaf Bl. a 3a: ‘In klöstren, da die korschwestren die leyschwestren verachten und sie halten als fůßtücher und Eschengrüdel.’ – Über die Geschichte der Legende vgl. R. Köhler 2, 389. ZfVk. 11, 465. 17, 125. Zweifelhaft erscheint Singers und Reitzensteins (Hellenistische Wundererzählungen 1906 S. 75) Zurückführung der um 400 nachweisbaren christlichen Legende auf ein weltliches Aschenbrödelmärchen. Dann könnte man auch auf den h. Alexius, der in seines Vaters kaiserlichem Haus unter der Stiege wie ein Knecht wohnt (Maßmann, Alexius 1843. Henczynski 1898), verweisen oder auf Gudrun, die in der Gefangenschaft Brände schüren, den Staub mit dem eignen Haar abwischen und Schläge dulden muß (Str. 996. 1005. 1019), oder auf die Ballade von Südeli (Erk-Böhme, Liederhort 1, 549 nr. 178).

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Folk-lore lore
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