BLKÖ:Schultes, Joseph August

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 32 (1876), ab Seite: 171. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Joseph August Schultes in der Wikipedia
GND-Eintrag: 104365838, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Schultes, Joseph August|32|171|}}

Schultes, Joseph August (Naturforscher, geb. zu Wien 15. April 1773, gest. zu Landshut 21. April 1831). Sein Vater, seines Zeichens ursprünglich Schmid, hatte den siebenjährigen Krieg mitgemacht und stand nachmals als Kammerdiener in den Diensten des Grafen von Oettingen. Die Erziehung, welche S. im väterlichen Hause genoß, war somit eine höchst mangelhafte, und ihre Mängel um so empfindlicher, als der Knabe Talent und Wißbegierde zeigte. Als er 14 Jahre alt war, sollte er nach dem Wunsche des Vaters in ein Kaufmannsgeschäft treten, seine eigene Neigung aber, worin ihn auch die Mutter unterstützte, trieb ihn zum Studiren, und die Mutter wünschte, er solle Geistlicher werden. In Folge dessen verweigerte ihm der rohe Vater jede Unterstützung und S. mußte, um das damals übliche Schulgeld zu erschwingen und um sich seinen Lebensunterhalt zu erwerben, die Nachtstunden dem Studium widmen, da er bei Tag, um sich etwas zu verdienen, für einen Kunsthändler illuminirte. Erst, als Baron van Swieten bei einer Prüfung auf den talentvollen Jüngling aufmerksam wurde, verschaffte er ihm ein Stipendium, das ihn nun in den Stand setzte, seine Studien ohne Sorge fortzusetzen. Er wählte die Medicin zu seinem Berufsfache. Die mangelhafte Ausstattung der damaligen Wiener Klinik bestimmte S., in Gemeinschaft mehrerer Studiengenossen nach Pavia zu gehen, wo damals der berühmte Johann Peter Frank [Bd. IV, S. 320] die Lehrkanzel der Klinik inne hatte. Als er sich, um die Erlaubniß zu diesem Schritte zu erlangen, eine Audienz bei Kaiser Josef II. erbat, fragte ihn dieser, warum er nicht in Wien die Studien fortsetze. S. erwiederte offenherzig, „es sei in Wien nichts zu lernen“. Der Kaiser, über diesen Freimuth nichts weniger als ungehalten, gab ihm die Weisung, in Wien zu bleiben, dagegen wurde Frank, 1795, nach Wien berufen. Bald gewann S. Frank’s volle Zuneigung und dieser übertrug ihm, nachdem er seinen Sohn durch den Tod verloren, für längere Zeit die von diesem inne gehabte Gehilfenstelle. Im Jahre 1796 erlangte S. die medicinische Doctorwürde. Während seiner Universitätsjahre stand S. mit mehreren Collegen, die gleich ihm von den durch die französische Revolution geweckten Freiheitsbestrebungen und kosmopolitischen Ideen jener Zeit erfüllt, sich mit Plänen von Welt- und Staatsverbesserung trugen, im freundschaftlichen Verkehre; mit ihnen im Vereine durchstreifte er die herrliche Umgegend Wiens und namentlich der Leopoldsberg war ihr Sammelplatz. Auch machte er während seiner Studienzeit bereits Reisen nach Oberösterreich, Steiermark und dehnte diese bis über die Schweiz und Bayern hinaus, welches Land ihm frühzeitig lieb geworden war. Auf diesen, seinen botanischen Kenntnissen sehr förderlichen Ausflügen sammelte und suchte er Pflanzen, und eine später wiederholt bearbeitete Flora Oesterreichs – die Titel seiner Schriften folgen auf [172] S. 174 – war die nicht völlig reife und an Irrthümern überreiche Frucht dieser Wanderungen, welche jedoch insofern verdienstlich ist, als sie diesen Zweig der Forschung im Kaiserstaate einleitete. Nun erhielt er, 1797, noch nicht 24 Jahre alt, die Lehrkanzel der Botanik an der Theresianischen Ritter-Akademie, und während er nebstbei eine glückliche ärztliche Praxis ausübte, war er zugleich schriftstellerisch thätig. Schon damals beschäftigte er sich mit den Vorarbeiten zur Herausgabe eines tüchtigen kritischen Organs, welches er auch 1802 in den „Oesterreichischen Annalen“ begründete. Dann ließ er seinen „Ehestands-Almanach“ erscheinen, und die „Naturgeschichte des Menschen“ sollte eine Reihe von Werken einleiten, in welcher er sämmtliche Theile der Zoologie behandeln wollte. Doch gab er diesen Plan, von anderen, ihm näher liegenden Gegenständen in Anspruch genommen, in der Folge auf. Hingegen trieb ihn seine angeborne Reiselust immer wieder hinaus in die Welt und jetzt zunächst in die höheren Regionen der Berge, von welchen er den Schneeberg und den Glockner vor allen auswählte und über die Ersteigung beider zwei, lange als mustergiltig angesehene, von der neueren Kritik jedoch als mit Vorsicht zu benützen bezeichnete Werke veröffentlichte. Im Jahre 1806 erhielt er auf eigenen Wunsch die Professur der Chemie und Botanik in Krakau, und nun eröffnete sich seinem wissenschaftlichem Eifer ein dankbares Schaffensgebiet. Zunächst ging er an die Herstellung des fast verkommenen botanischen Gartens, der sich unter seiner Pflege sichtlich hob, dann bereiste er Krakau und Galizien nach allen Richtungen, untersuchte Heilquellen und Bergwerke, als er aber seine in französischer Sprache niedergeschriebene Reise durch den Druck veröffentlichen wollte, machte ihm die damals ihr Hydrahaupt bereits erhebende Censur Schwierigkeiten; für eine deutsche Bearbeitung aber fand er keinen Verleger. Nebenbei betrieb er fleißig Astronomie, wozu sich ihm erwünschte Gelegenheit darbot, da in seinem Wohnhause sich die Sternwarte befand und er mit seinem Amtsgenossen Littrow, Vater, der 1807 als Professor der Astronomie nach Krakau gekommen war, bald in engeren freundschaftlichen Verkehr getreten war. Aber dieses wissenschaftliche Stillleben wurde früh genug gestört durch die Vexationen der damaligen Verwaltungsbehörden, denen jede Freiheitsäußerung als Landesverrath erschien, und die gegen Alles, worüber sie sich eine Aufsicht anmaßten, ein peinliches System der Ueberwachung ausübten. In einem Staate leben zu müssen, wo man nicht ein Wort über die Thorheiten, welche diese Tutoren des Staatswohles begingen, sprechen durfte, sich vor diesen geistlosen Mandarinen immer bis zur Erde verneigen und alles laute Denken strenge vermeiden mußte, weil die Mauern Ohren hatten, schien ihm auf die Dauer unmöglich, und indem er einen ehrenvollen Ruf nach Pesth abgelehnt hatte, nahm er 1808 einen nach Innsbruck an, wo damals die Bayern eben ihre neue Verwaltung eingerichtet hatten. Die noch wenig erforschten Naturschätze Tirols bewogen ihn zunächst zur Annahme dieses Postens. Er gab sich auch mit allem Eifer den Obliegenheiten desselben hin, reorganisirte die sehr vernachlässigten mineralogischen und zoologischen Sammlungen und fühlte sich in seiner Stellung sehr angenehm, als die Vorbereitungen zum Ausbruche des Aufstandes die Sachlage [173] vollends änderten. Man hatte ihn für Oesterreich zu gewinnen gesucht, aber zu sehr mit den Napoleonischen Ideen verwachsen, konnte er sich nimmermehr zur Rückkehr entschließen, er wollte bayerisch bleiben, dabei machte er aus seiner Gegnerschaft Oesterreichs kein Hehl, sprach sich offen gegen diesen Staat und seine Regierung aus, und griff die Alles verdummende und bevormundende Geistlichkeit rücksichtslos an. So widerfuhr ihm denn auch, als der Aufstand geglückt und Tirol wieder kaiserlich geworden, die seiner offen zur Schau getragenen Feindseligkeit entsprechende Behandlung, indem er alsbald, nachdem die Sieger in Innsbruck eingezogen waren, verhaftet und zunächst nach Fünfkirchen in Ungarn gebracht wurde. Seine und seiner Amtscollegen widrige Schicksale erzählte er dann auch ausführlich in einer Geschichte ihrer Deportirung, in welcher er vornehmlich gegen Freiherrn v. Hormayr schonungslos auftrat. Nachdem er seine Freiheit wieder erlangt, kehrte er nach Bayern zurück, wo er von dem Könige Max huldvoll aufgenommen, auch von Seite der königlichen Staatsbehörden ihm der wohlwollendste Empfang bereitet und er noch im nämlichen Jahre zum Professor der Naturgeschichte und Botanik an der Universität in Landshut ernannt wurde. Aber hier war seine Stellung eine durchaus nicht angenehme. Besonders waren es zwei Puncte, die für ihn die Quelle vieler Betrübnisse wurden: seine Anhänglichkeit an Napoleons, dem seiner Ansicht nach Bayern so viel verdankte, und sein feindseliges Auftreten gegen den damals in vollem Fahrwasser segelnden Tugendbund. Die Anhänger desselben, dann alle Altbayern, denen Napoleon und was zu ihm stand, ein Greuel war, und die Geistlichkeit, die vor Schultes’ Freigeisterei einen nicht geringen Abscheu kundgab, verbitterten ihm seine Existenz. Indessen lebte S. ganz seinem Berufe, hob den bis dahin völlig vernachlässigten botanischen Garten, daß der Ruf desselben mit jedem Jahre wuchs, und hier trafen seine Gegner die verwundbare Stelle, denn sie hatten es dahin zu bringen gewußt, daß dem Garten die Hälfte der bisher für ihn verwendeten Einkünfte entzogen und der Verfall des Gartens auf diese Weise so zu sagen amtlich wieder eingeleitet wurde. Während er indessen seinem Lehramte mit allem Pflichteifer oblag, verstand es die Intrigue, ihn auch noch in anderer Weise zu quälen, indem man ihm verschiedene medicinische Vorträge übertrug, ohne ihn jedoch in entsprechender Weise für diese erhöhte Mühewaltung zu entschädigen; als dann die Universität nach München übertragen wurde, machte man S. zum Director der chirurgischen Schule in Landshut, einer in solchem Verfalle befindlichen Anstalt, daß S. dieselbe in seinem ersten Jahresberichte an die Regierung ganz offen als „eine stehende Pest im Lande“ bezeichnete. Diese Zurücksetzung und Kränkungen waren offenbar das Werk der Obscurantenpartei, die, in S. ihren entschiedenen Gegner gewahrend, nichts unterließ, um ihn in seinen Bestrebungen zu lähmen. S., dessen vieljährige, selbst im Auslande auf das Ehrenvollste gewürdigte Thätigkeit ihn zu anderen Erwartungen berechtigte, fühlte sich tief gedemüthigt; von einem in Kreisen der Wissenschaft gefeierten Universitätslehrer war er zum Lehrer von Landwundärzten herabgesetzt, deren Unterricht auf die engsten Grenzen beschränkt war; er mußte also für sich selbst einigermaßen Ersatz suchen gegen so unverdiente Demüthigungen, und so gab er sich denn [174] ganz der Pflege der leidenden Menschheit hin, die ihm in dem mit der chirurgischen Schule verbundenen Spirale überantwortet war. Seine Rechenschaftsberichte, aus denen sich eine bedeutend verringerte Sterblichkeit während der Jahre seiner Verwaltung alsbald herausstellte, geben Kunde von seinem energischen und ersprießlichen Wirken in dieser Richtung. Daneben vernachlässigte er seine anderen naturwissenschaftlichen Studien und Arbeiten nicht, schrieb eine Flora von Bayern, besorgte mit einem gelehrten Freunde aus Zürich, mit Dr. Römer im Vereine die Herausgabe des Linné’schen Pflanzenreiches, worin ihn, nachdem Römer später sich zurückgezogen, sein Sohn unterstützte; machte mitunter größere Reisen, deren statistische und naturgeschichtliche[WS 1] Ausbeute er in besonderen Werken niederlegte, von denen seine „Reisen durch Oberösterreich“ noch heute culturgeschichtliches Interesse darbieten, da sie rückhaltlos die zahlreichen Mißbräuche der damaligen Verwaltung enthüllen; ebenso wie seine „Briefe über Frankreich“, welches er auf einer Fußreise gerade in der Zeit seines höchsten Glanzes durchwanderte. Im Jahre 1817 begab er sich mit seinem Sohne nach Wien, das er im nächsten Jahre nochmals besuchte, um daselbst Materialien zur Beschreibung einer Donaureise zu sammeln, die er bis an die türkischen Grenzen auszudehnen die Absicht und dafür von der kön. bayerischen Regierung den erforderlichen Urlaub erlangt hatte. Das um mehrere Jahre verzögerte Erscheinen des zweiten Bandes war durch die österreichische Censur veranlaßt worden, welche denselben so lange zurückgehalten hatte, worauf derselbe auch nicht in Wien, sondern in Stuttgart bei Cotta gedruckt wurde. Im Jahre 1824 unternahm er nun zugleich mit seinem Sohne eine neue große Reise durch einen Theil von Deutschland, durch Holland, England und Frankreich, und schrieb für die botanische Zeitung einen längeren Aufsatz, in welchem er die naturwissenschaftliche, vorzugsweise botanische Ausbeute dieser Reise niederlegte. Seit dem Jahre 1826 durch seine unerquicklichen Verhältnisse in Landshut und seine unverdiente Zurücksetzung, wozu sich noch häusliche Unfälle gesellten, tief verstimmt, verfiel er nach und nach in eine anhaltende Schwermuth, welche seine sonst stahlharte Gesundheit untergrub und ihn im Jahre 1831 in der Vollkraft seines Lebens, im Alter von 58 Jahren, dahinraffte. Seine Werke sind in chronologischer Folge: „Flora austriaca; enchiridion ad excursiones botanicas“, 2 tomi (Wien 1794, Schaumburg u. Comp., 8°.); – „Versuch eines Handbuchs der Naturgeschichte des Menschen“ (Regensburg 1799, Montag, gr. 8°.); – „Ueber Reisen im Vaterlande zur Aufnahme der vaterländischen Naturgeschichte“ (Wien 1799, Beck, 8°.); – „Ehestand-Almanach. Ein Taschenbuch für Eheleute und Ehelustige“, Jahrg. 1799 bis 1801 (Regensburg 1799–1801, 12°.) erschien im Jahre 1804 als „Taschenbuch für Ehelustige und Eheleute“, 3 Theile (ebd. 12°., mit 3 K. K.); – „Observationes et animadversiones botanicae in Linnei species planatarum ex ed. Wildenow [Innsbruck 1800, Wagner; neue Aufl. 1809, gr. 8°.); – „Oesterreichs Flora. Ein Handbuch auf botanischen Excursionen. Beschreibung der in den österreichischen Erbstaaten wildwachsenden Pflanzen“, 2 Theile (Wien, 1800, Schaumburg u. Comp., 8°.; neue Aufl. 1814); – „Ausflüge nach dem Schneegebirge in Unterösterreich mit einer Fauna und Flora der südwestlichen Gegend um Wien bis zu dem Gipfel des Schneeberges“ (Wien 1802, [175] Doll, 16°.; zweite Aufl. 2 Theile, mit 7 K. K., ebd. 1803; dritte Aufl. ebd. 1824, Mörschner u. Jasper); – „Kleine Fauna und Flora von der südwestlichen Gegend um Wien bis an den Gipfel des Schneeberges“ (Wien 1802, Degen, 16°.); – „Reise auf den Glockner, an Kärnthens, Salzburgs und Tyrols Grenze“, 4 Theile mit 6 K. K, u. 1 Karte (Wien 1804, Mörschner, 8°:, auch n. A. 1824); 3. u. 4. Thl. auch unt. d. Tit.: „Reise durch Salzburg und Berchtesgaden“, 2 Theile mit 2 K. K. (ebd. 1804, 8°.); – „Ueber die Mineralquellen zu Krynica in Ostgalizien, über ihre Bestandtheile und Heilkräfte“ (Wien 1808, A. Doll, 8°.), auch in französischer Sprache; – „Geschichte der Deportirung der königlich bayerischen Civilbeamten nach Ungarn und Böhmen“, 2 Bde. (München 1809, 8°.); – „Lettres sur la Galicie“, 2 vols. (Tübingen 1809, 8°.); – „Reisen durch Oberösterreich in den Jahren 1794, 1795, 1802, 1803, 1804 und 1808“, 2 Theile, mit 20 K. K, u. 1 Karte (Stuttgart 1810, Cotta, gr. 8°.); – „Bayerns Flora. Beschreibung der in Bayern wildwachsenden Pflanzen“, erste Centurie (Landshut 1811, gr. 8°.); – „Wer soll den deutschen katholischen Adel erziehen? Vier Briefe an eine deutsche Dame“ (Leipzig 1812, 8°.), ohne Angabe seines Namens; – „Briefe über Frankreich auf einer Fussreise im Jahre 1811 durch das südwestliche Bayern, durch die Schweiz, über Genf, Lyon, Montpellier u. s. w.“, 2 Theile (Wien 1815, 8°.); – „Grundriss einer Geschichte und Literatur der Botanik von Theophrast Eresius bis auf die neuesten Zeiten, nebst einer Geschichte der botanischen Gärten“ (Wien 1817, Schaumburg u. Comp., gr. 8°.); auch unter dem Titel: „Anleitung zum gründlichen Studium der Botanik u. s. w.“; – „Donaufahrten. Ein Handbuch für Reisende auf der Donau“, 2 Bde. Mit Karten u. K. K. (1. Bd. Wien 1819, Doll; 2. Bd. Stuttgart 1827, Cotta, 8°.); der 1. Band auch unter dem Titel: „Bayerns Donaustrom von Ulm bis Engelhardszell“; – „Ratio medendi in schola clinica medica et chirurgica universitatis regiae L. M. Landishutanae“. Ann. I. (Sulzbach 1826, Seidel, 4°.), in Gemeinschaft mit A. Ekl; – „Ratio medendi in schola clinica medica universit. reg. L. M. et demum scholae chirurg. Landishutianae“. Annus U., II. et III. (Leipzig 1828, Voß, 8°. maj.); – „Ueber Apothekertaxen überhaupt und besonders über die taxa pharmaceutica bavarica für Apotheker und Nichtärzte“ (Augsburg 1826, Jenisch, 8°.), ohne Angabe seines Namens. Außerdem sind in Sammelwerken und periodischen Fachblättern abgedruckt, und zwar in Gehlen’s „Journal für Chemie und Physik“: „Ueber das Bergwerk in Bochnia“ (Bd. II, 1806); – „Ueber Woulf’s Apparat ohne Kitt, Sprengung des Steinsalzes nach Jessop’s Methode und Darstellung reiner Bernsteinsäure“ (Bd. III, 1807); – „Physikalisch-chemisch-mineralogische Nachrichten über Galizien“ (Bd. V u. VI, 1808); – „Ueber elektrisch veranlaßtes Springen von Glasröhren“ (Bd. V); – „Ueber Thermometer“ (ebd.); – „Unterirdische Thermo- und Barometerbeobachtungen“ (Bd. VII, 1808); – „Geologische und mineralogische Bemerkungen auf einer Reise von Krakau nach Innsbruck“ (ebd.); – „Ueber Braun’s Reisebarometer u. s. w.“ (ebd.); – „Vermischte chemische Bemerkungen“ (ebd.); – „Ueber künstliche Kubicite und Zeolithe und die Theorie des Sehens“ (Bd. VIII, 1809); – „Physikalisch-geognostische Notizen über Tirol“ (ebd.); – in Gilbert’s „Annalen ...“: „Ueber das Rosten des Eisens auf dem Großglockner“ (Bd. XXI, 1805); – in v. Zach’s „Correspondenz“: [176] „Barometrische Höhen Messungen in Oesterreich“ (Bd. XI, 1805); – „Reise in der Bukowina“ (Bd. XVII, 1808); – in den Geographischen Ephemeriden: „Wunsch über barometrische Höhenmessungen“; – im Intelligenzblatt der Annalen der Literatur des österreichischen Kaiserstaates: „Ueber Mineralogie und Geologie Ostgaliziens“ (1807); – im Sammler für Geschichte und Statistik für Tirol: „Mineralogische und geologische Bemerkungen an der Straße von Innsbruck nach Botzen“ (Bd. II); – setzte dann Joh. Paul Reinhard’s „Beiträge zu der Historie des Frankenlandes“ (Bayreuth 1760 u. f.) vom 4. Bande, der auch als der „Neuen Beiträge“ 1. Theil (ebd. 1792) erschien, fort; – gründete im Jahre 1802 die „Annalen der österreichischen Literatur und Kunst“, ein Organ, wie Oesterreich, die geschmacklos redigirten „Wiener Jahrbücher der Literatur“ mit eingerechnet, nicht wieder besaß und auch heute nicht besitzt, das er bis zum Jahre 1805 fortführte, worauf Sartori die Redaction übernahm, ohne jedoch das Blatt auf jener Höhe erhalten zu können, auf welche es Schultes’ Geist, Kenntniß und Eifer gehoben hatten; – besorgte gemeinschaftlich mit J. J. Römer aus Zürich und vom 5. Bande allein, dann mit seinem Sohne die Herausgabe von Linné’s: „Systema vegetabilium secundum classes, ordines, genera, species etc.“, vol. I–VII (Stuttgart 1816 bis 1830, Cotta, gr. 8°.) und der „Mantissa“ in vol. I–III systematis vegetabilium etc. (ebd. 1822–1827, gr. 8°.] – und gab den ersten und zweiten Theil von Karl Peter Thunberg’s „Flora Capensis sistens plantas promotorii bonae spei Africes ...“ (Stuttgart 1823 u. 1824, Cotta, 8°. maj.) heraus. S., ein tüchtiger, vielseitig und in seinen eigentlichen Fächern gründlich unterrichteter Mann, durch Reisen und Verkehr mit Menschen viel erfahren, dabei wirklich freiheitsbegeistert und immer das Höchste anstrebend, gehörte zu jenen nie aussterbenden, über Alle und Alles in der Welt renommistisch schimpfenden Gelehrten, die Alles besser wissen, oft aber nicht immer besser machen, und eine eigene Fertigkeit besitzen, sich die ganze Welt, ja selbst die harmlosesten Seelen zu Feinden zu machen und sich die gegnerischen Intriguanten ganz besonders auf den Hals zu hetzen, wodurch sie sich ihre Gegenwart und Zukunft und endlich ihre ganze Existenz verderben. Schultes war eine mephistophelisch geartete Natur, ein Geist, der immerdar verneint, wenn er mitunter auch Gutes will. Bekannt oder besser berüchtigt ist die Umschrift des Halsbandes, das sein großer Hund trug und welche lautete: „Ich bin des Doctor Schultes Hund und wessen Hund bist du?“ –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: naturschichtliche