BLKÖ:Bechard, Johann Freiherr von (1728–1788)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
fertig
<<<Vorheriger
Becelli, Julius Cesar
Band: 1 (1856), ab Seite: 205. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 116099275, SeeAlso
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Bechard, Johann Freiherr von (1728–1788)|1|205|}}

Bechard, Johann Freiherr von (k. k. Feldmarschall-Lieutenant, Mar. Theresienordensritter, geb. zu Szegedin in Ungarn 1728, gest. zu Semlin den Tod der Ehre 9. Mai 1788). In seinem 19. Jahre Soldat und schon vor Ausbruch des 7jähr. Krieges Hauptmann bei Simbschen Inf.-Reg. Nr. 53, machte er sich im Winter (1757–8) durch geschickte Deckung der mährischen Gränze verdient. Nachdem er eine Grenadiercompagnie erhalten, kam er nach Olmütz und that sich dort bei einem Ausfalle so glänzend hervor, daß ihm der Mar. Theresienorden zu Theil ward. 1760 avancirte er zum Major und Commandanten des neuerrichteten Sappeurcorps bei der Belagerungstruppe von Neiße. Der Fall der Festung Glatz war seinen Dispositionen und seiner Tapferkeit zu verdanken. Laudon sandte ihn hierauf mit den erbeuteten 33 Fahnen nach Wien und B. ward zum Oberstlieutenant befördert. 1761 folgte die Erhebung in den Freiherrnstand. In diesem Jahre zeichnete er sich neuerdings vor Schweidnitz aus. Nach dem Hubertsburger Frieden kam er in Garnison nach Ungarn, wo er sich um die Ausbildung des Corps sehr verdient machte. 1768 zum Obersten, 1773 zum Generalmajor mit Transferirung in’s Ingenieurcorps vorgerückt und 1778 Commandant der Festung Königgrätz, ward er bald darauf Director der Ingenieur-Akademie und (1786) FML. Ein Jahr später ward er vom Kaiser zum Inspector der ungar. Festungen und zum Commandanten von Temesvár ernannt. In dem 1788 ausgebrochenen Türkenkriege zur Hauptarmee berufen, leitete er die Belagerungsarbeiten vor Belgrad. Da ward er bei einem feindlichen Ueberfalle, eben als er sich an die Spitze einer Abtheilung des Regim. d’Alton stellte, tödtlich verwundet. Aber erst nach dem Gefechte und erst als er einen Bericht mit Vorschlägen zur Abwendung ähnlicher Ueberfälle mit der linken Hand unterschrieben hatte (an der rechten war er verwundet), ließ er sich nach Semlin bringen und endete dort sein Heldenleben.

Oestr. Militär-Konversations-Lexikon. Herausg. von Hirtenfeld u. Dr. Meynert (Wien [206] 1851) I. Bd. S. 271. (Artikel von Hd.) – Leitner v. Leitnertreu (Th. Ig.), Geschichte der Wiener-Neustädter Mil.-Akademie (Kronstadt 1853) II. Theil. S. 98. – Hellbach (Joh. Chr. v.), Adels-Lexikon (Ilmenau 1825, Voigt) I. Bd. S. 112. – Wappen: Ein viergetheilter Schild; das vordere obere und hintere untere Feld roth; im ersteren ein gelbes Castell mit 3 Zinnen und offenem Thor; im letzteren ein goldenes Gitter. Die übrigen Felder sind blau; im oberen ein springendes weißes Pferd; im unteren ein schräger gelber Streif mit 3 rothen Bechern belegt.