BLKÖ:Blaschke, Johann

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Blascovich, Fabian
Band: 1 (1856), ab Seite: 426. (Quelle)
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Johann Blaschke (Kupferstecher) in der Wikipedia
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Blaschke, Johann (Kupferstecher, geb. zu Preßburg 12. Dec. 1770, gest. 11. April 1833). Kam schon in frühester Jugend mit seinem Vater, welcher Hofmusiker war, nach Wien, besuchte daselbst die Akademie der bildenden Künste, wo er unter Professor Schmuzer die Zeichnenkunst studirte und sich in der Folge auf das Kupferstechen verlegte, worin er, besonders im Technischen, bald große Fortschritte machte. Als er im J. 1789 seinen Vater verlor, war es der 19jährige Jüngling, dem die Erhaltung der verwaisten Familie anheimfiel, und mit seiner Hände Arbeit löste er diese schwere und schöne Aufgabe. Indessen hatte er sich unter dem rühmlich bekannten Clemens Kohl mehr und mehr ausgebildet, sein Name wurde nicht allein in der Heimat, sondern auch in der Fremde bekannt, [427] die Bestellungen häuften sich von allen Seiten, wodurch natürlich die Menge seiner Arbeiten, aber nicht ihr Werth sich steigerte, und namentlich eine gewisse Monotonie in denselben sich bemerkbar machte, die doch noch immer keine Manier ist. Auch gesellte sich körperliches Leiden hinzu, denn schon seit seinem 40. J. litt B. an einem Uebel, dem er 23 Jahre später durch den davon veranlaßten Schlagfluß erlag, der den Künstler, den Griffel in der Hand, traf. Die Menge von B.’s Arbeiten ist sehr groß. Die vorzüglichsten sind: Ein großes Blatt nach Murillo, eine große Porträtsammlung für G. Fleischer in Leipzig, mehrere Blätter zur Haas’schen Gallerie des Belvedere; viele Kupfer zu Taschenbüchern, dann die Titelkupfer zu den schönen Dollschen Ausgaben von Schiller, Wieland, Goethe ....; die 10 Gebote und m. a. In B.’s bessern Arbeiten macht sich ein schöner Schwung und seltene Weichheit der Behandlung bemerkbar.

Oestr. National-Encyklopädie (von Gräffer und Czikann), (Wien 1835, 6 Bde.) I. Bd. S. 307. – Nagler, Künstler-Lexikon I. Bd.