BLKÖ:Blumberger, Friedrich

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Blumauer, Alois
Band: 1 (1856), ab Seite: 444. (Quelle)
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Blumberger, Friedrich[BN 1] (Geschichtforscher und corresp. Mitglied der k. Akademie der Wiss. phil. hist. Cl., geb. in Wien 17. Dec. 1778). Widmete sich nach vollendeten Studien dem geistlichen Stande, und trat in den durch seine gelehrten Männer vielberühmten Benedictiner-Orden, in welchem er gegenwärtig die Stelle eines Capitulars, Kämmerers und Archivars in dem diesem Orden gehörigen Stifte Göttweih bekleidet. B. hat mit seinen meist kleinern und nur in periodischen Schriften zerstreuten historischen Arbeiten sich als einen sorgfältigen Forscher auf geschichtlichem Gebiete beurkundet, wurde auch in Folge dessen in die erste Liste der corresp. Mitglieder für die phil. histor. Classe der k. Akademie der Wissenschaften am 1. Febr. 1848 aufgenommen, nachdem ihm früher schon die Gesellschaft für Deutschlands ältere Geschichtskunde und der histor. Verein für Kärnten die Diplome eines Ehrenmitgliedes zugesendet hatten. Seine geschichtlichen Arbeiten sind: im Archiv für Geographie, Historie etc. Wien, 4°.: „Markgraf Conrad in Oesterreich, zur Zeit Herzogs Heinrich Jasomirgott“ Jhrg. 1818, Nr. 61; – „Ueber die Genealogie der traungauischen Ottokare“ Jhrg. 1818, Nr. 145 u. f.; – „Ueber den eigentlichen Zeitpunct der Folge der Sponheimer auf die Mürzthaler im Herzogthume Kärnten“ Jhrg. 1819, Nr. 47. In den Wiener Jahrbüchern der Literatur: „Recension von Dobrowsky’s Cyrill und Method“ Bd. 26, S. 211; – „Recension von Dobrowsky’s mährischer Legende von Cyrill und Method“ Bd. 37, S. 41; – „Recension von Filz’s hist. krit. Abhandlungen über das wahre Zeitalter der apostolischen Wirksamkeit des h. Rupert in Baiern“, Bd. 73, S. 242; 74, S. 147; – „Versuch die Verschiedenheit der Ansichten über das Reich des Slavenfürsten Samo zu beseitigen“. Bd. 8; Anzeigeblatt 24; – „Konrad der Sohn des österr. Markgrafen Leopold des Frommen, in Hinsicht auf die schwebende Frage: Wer jener Markgraf Konrad sei, der gegen die Mitte des 12. Jahrhunderts in Waldhausener und Göttweiger Urkunden vorkommt“. Bd. 87; Anzeigeblatt 34.

Almanach der kais. Akademie der Wissenschaften (Wien, Staatsdruckerei, 8°.) 1852.

Berichtigungen und Nachträge

  1. Blumberger, Friedrich [s. d. Bd. I, S. 444], gest. im Stifte Göttweih 14. April 1864. Blumberger hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte seines Stiftes zu schreiben, wozu ihm das reiche, seiner Obhut anvertraute Stiftsarchiv die wichtigsten Quellen bot. Bei den Vorarbeiten kam er auf die Geschichte des Passauer Bisthums und erkannte bald die große Wichtigkeit desselben für die Geschichte des Erzherzogthums, das bekanntlich lange Zeit in dessen Sprengel gehörte. So gab er denn den Gedanken der Ausarbeitung einer Geschichte seines Stiftes zu Gunsten der Bearbeitung der Geschichte des Passauer Bisthums auf. Fertig ist er damit nicht geworden, doch hat er mehreres darauf Bezügliche vollendet und veröffentlicht. Als Nachtrag zu seinen im ersten Bande dieses Lexikons angeführten Schriften sind zu nennen: im Archiv der Gesellschaft für Deutschlands ältere Geschichtskunde: „Ueber das Schicksal des zweiten Theils vom Chronicon Gottwicense“ (Bd. IV, S. 233 u. f.); – im Archiv für Kunde österreichischer Geschichtsquellen. Herausgegeben von der zur Pflege der vaterländischen Geschichte aufgestellten Commission der kais. Akademie der Wissenschaften: „Bedenken gegen die gewöhnliche Meinung, daß das heutige Wien das alte Faviana sei“ (Bd. III, S. 355 u. f.); – „Ueber den Gehalt des österreichischen Pfennigs im 14. Jahrhunderte“ (Bd. VIII, S. 121 u. f.); – „Ueber das Zeitalter des h. Rupert, aus Veranlassung der vom H. Ritt. v. Koch-Sternfeld und H. Wattenbach erschienenen Schriften“ (Bd. X, S. 329 u. f.); – „Ueber die Frage, ob der h. Rupert das Apostelamt in Bayern bis an sein Lebensende geübt habe“ (Bd. XVI, S. 225 u. f.), und in den Sitzungsberichten der phil.-histor. Classe der kais. Akademie der Wissenschaften: „Bedürfnisse bezüglich der im vaticanischen Archive befindlichen Handschrift: „Autographum regestum literarum apostolicarum felicis recordationis Joannis Papae VIII“ (Bd. XVII, S. 225 u. f.). In Blumberger’s wissenschaftlichen Arbeiten offenbart sich volle Vertrautheit mit dem Gegenstande den er bearbeitet, gründliche Quellenkenntniß und nicht gewöhnlicher kritischer Scharfsinn.
    Die feierliche Sitzung der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften am 30. Mai 1864 (Wien, Hof- und Staatsdruckerei, 8°.) S. 57. – Oesterreichischer Volks- und Wirthschafts-Kalender für das Jahr 1866, S. 43. [Bd. 14, S. 403.]