BLKÖ:Buday de Bátor, Gabriel Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Budai, Franz
Band: 2 (1857), ab Seite: 193. (Quelle)
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Buday de Bátor, Gabriel Freiherr von (k. k. General-Major, geb. zu Troppau 1802). Sohn des Folgenden. Er begann als Cadet mit 18 Jahren die militärische Laufbahn, ward 1821 Fähnrich, 1824 Lieutenant, und, 1844 als Hauptmann zur Marine-Infanterie übersetzt, Major und Commandant, nachdem er die Expedition nach Syrien mitgemacht. Im J. 1848 zeichnete er sich im Arsenale zu Venedig durch seine unerschütterliche Treue und seinen kampfbereiten Widerstand, der nur durch Uebermacht gebrochen werden konnte, so aus, daß wir die Heldenthat hier umständlich erzählen. Es war am 22. März 1848, an dem Tage, an welchem die Dogenstadt mit allen ihren Forts, Batterien, Arsenalen und Schiffen ohne Schwertstreich fiel, Oesterreichs ehrwürdiges Banner in Staub getreten, jene tapferen Truppen, die lorbeergekrönten Kämpfer an der Piave, bei Custozza und Novara (Kinsky Infanterie Nr. 47) mit gebundenen Händen einer Schaar Rebellen überliefert wurden. Der unglückliche Oberst Marinovich, der schon am 21. mit genauer Noth der Wuth der gegen ihn aufgehetzten Arsenalotten entrinnen konnte, wurde als Opfer seiner Pflicht von der rasenden Rotte hingeschlachtet; das Seearsenal kam in die Hände der Meuterer. Viceadmiral Ritter von Martini wurde von einem Marine-Officier in das Arsenal gelockt, von den Rebellen gefangen genommen u. Graziani zum Obercommandanten ausgerufen. Da erschien der Commandant der Marine-Infanterie, Baron Buday mit dem disponiblen Reste seines Bataillons, der aus kaum 200 Mann bestand; und nachdem er diese bei ihrem Eide aufgefordert hatte, treu und tapfer die Sache ihres Kaisers und Herrn zu verfechten, für welche Buday vor der Fronte zu siegen oder zu sterben schwur, führte er seine Leute zum Angriffe des Arsenals. Vor diesem angelangt, wurden sie von dem zuströmenden Volke und den Nationalgarden mit dem Rufe: Viva l’ltalia! Viva la marina! empfangen, und ein Officier der Letzteren erklärte den Soldaten, daß sie der provisorischen Regierung von Venedig zu gehorchen hätten. Umsonst forderte Buday seine Leute auf: ihrer Pflicht treu zu bleiben, das Volk zu zerstreuen und in das Arsenal einzudringen. Mehrere Officiere versorgten ihre Degen; die Soldaten, das sehend, waren keinen Schritt mehr vorwärts zu bewegen, und widersetzten sich dem Befehle: auf die Rebellen zu feuern. Der Commandant der Nationalgarde forderte B. seinen Degen ab; mehrere seiner Soldaten, von denen er allgemein geliebt u. verehrt wurde, umarmten und beschworen ihn, jeden neuen fruchtlosen Widerstand aufzugeben und sein Leben zu schonen. „Es gab zwei Wege“, sagte Buday selbst, „die mich aus dieser schrecklichen Lage hätten befreien können, entweder feige meinen Degen abzugeben, oder mit Ehren zu fallen. Ich war Gott Lob keinen Augenblick über die zu treffende Wahl zweifelhaft“ – und mit dem Rufe: „Es lebe der Kaiser! Soldaten, vertheidigt Eueren [194] Commandanten!“ stürzte Buday sich unter die Nationalgarden und bewaffneten Arsenalotten. – Er sank von acht Bajonnetstichen und drei Säbelhieben getroffen zu Boden, obgleich schon früher ein junger Mann der wüthenden Volksmenge nur einige Schritte entfernt zweimal den Versuch machte, B. mit einem Pistolenschuß zu tödten, aber jedesmal fehlschoß. – B. wurde als Gefangener in das Arsenal geschleppt, dort konnte man ihm erst den in der Hand krampfhaft festgehaltenen Degen mit Gewalt entreißen. – Bewußtlos ließ man ihn viele Stunden liegen, bis endlich ein auf der Wache sich befindlicher Chirurg der Nationalgarde so menschlich war, ihn zu verbinden; – erst nach Monaten erhielt B. die Gewißheit, daß sein Körper ob der erhaltenen Wunden nicht dem Siechthume unterliege. Hätte B. treue Truppen befehligt, oder hätte nur ein kleiner Theil der in ihren Casernen consignirten steirischen und kroatischen Truppen ihm zu Hilfe kommen können, so wäre Venedig gerettet und Vieles beseitigt worden. Se. Majestät der Kaiser Ferdinand belohnte Buday mit dem Ritterkreuze des Leopoldordens; Feldmarschall-Lieutenant Ritter von Martini nannte ihn: „Eine Perle seines Kaisers“. 1849 avancirte B. zum Oberst. Gegenwärtig ist der Held General-Major u. Brigadier im Banate.

Oestr. Militär-Konversations-Lexikon. Herausg. von Hirtenfeld u. Dr. Meynert (Wien 1851) I. Bd. S. 560. – Oestr. Bürgerblatt. 1850 im Februar.