BLKÖ:Clam-Gallas, Christian Christoph Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 2 (1857), ab Seite: 376. (Quelle)
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Clam-Gallas, Christian Christoph Graf (Kunstfreund, geb. 1. Sept. 1770, gest. 1838). Ist der Sohn des Grafen Christian Philipp, welcher in Folge der letzten Willens-Erklärung des Grafen Gallas (gest. 1757) der Erbe seiner Güter und seines Namens geworden. Letzteren hatte er im J. 1759 nach dem Tode der Witwe des Grafen Gallas angenommen. Graf Christian Christoph war, wie sein Vater Christian Philipp (gest. 8. Febr. 1805), ein großer Freund und Mäcen der Kunst. Während der Vater insbesondere die Tonkunst förderte, übte der Sohn, ohne jene unbeachtet zu lassen, zeichnende Künste, ätzte selbst mehrere Blätter und darunter „eine schlafende Katze“ (1801) und ein allegorisches Blatt, welches die Zeit vorstellt [377] (1808). Auch that er sich insbesondere durch edlen Wohlthätigkeitssinn, liberales und unermüdetes Wirken für Menschenwohl, Kunst und Industrie in seltener Weise hervor. Der in der „Dresdner Abendzeitung“ 1822 erschienene „Auszug über die Beträge, welche im Haustheater des Grafen zu Prag seit 1812–22 eingegangen“, weist die bedeutende Summe von 145,981 fl. aus, wovon die barmherzigen Brüder 76,252 fl., das Bartholomäus-Spital 6129 und die Elisabethinerinnen 63,600 fl. erhielten. Der Graf war Oberstlandmarschall im Königreich Böhmen, Präsident der Gesellschaft patriotischer Kunstfreunde und des Vereins der Kunstfreunde für Kirchenmusik in Böhmen u. Mitglied sämmtlicher Kunst-, Bildungs- und Humanitäts-Anstalten in Böhmen. Im Jahre 1835 zeichnete Kaiser Franz während seiner Anwesenheit in Prag diesen um sein Vaterland hochverdienten Patrioten mit dem Großkreuze des Leopoldordens aus. – Graf Eduard (siehe d. Folgenden) ist der Stammhalter des Geschlechtes.

Ueber die Familie Clam im Allgemeinen vergleiche: Ersch (J. S.) u. Gruber (J. G.), Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste (Leipzig 1822 u. f., Gleditsch, 4°.) I. Sect. XVII. Bd. S. 355, von Stramberg. – Dlabacz (Gottfried Johann), Allgemeines historisches Künstler-Lexikon für Böhmen (Prag 1815, 4°.) I. Bd. Sp. 282. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgem. Künstler-Lexikon (München 1835 u. f., 8°.) II. Bd. S. 562 [gibt das J. 1771 als des Grafen Geburtsjahr an]. – Oestr. National-Encyklopädie (von Czikann und Gräffer), (Wien 1835, 6 Bde.) I. Bd. S. 555 und VI. Bd. Suppl. S. 404. – Porträt. Unterschrift: Christian Graf von Clam-Gallas (Franz X. Eißner sc.). – Wappen: Quadrirter Schild mit einem, mit einer Spitzenkrone bedeckten goldenen Mittelschild, in welchem hinter drei Felsen eine nackte Jungfrau mit einem grünen Kranze auf dem Kopfe und mit fliegendem blonden Haar hervorwächst, welche in der Rechten ein Hirschgeweih emporhebt, die Linke aber in die Seite stemmt. 1. Feld in Gold ein rechtssehender, schwarzer, goldgekrönter und bewehrter Adler; 2. in Gold eine rechtsspringende schwarzgraue Katze; 3. in Blau ein goldener Querbalken; 4. von Schwarz und Silber schrägrechts getheilt. Den Schild halten zwei auswärtsstehende schwarze Adler.