BLKÖ:Colloredo-Melz und Wallsee, Anton Theodor

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 2 (1857), ab Seite: 420. (Quelle)
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Colloredo-Melz und Wallsee, Anton Theodor (Cardinal, geb. 10. August 1726, gest. 1811). Ist ein Sohn des Grafen Karl Ludwig (geb. 22. August 1698, gest. 20. April 1786), welcher, ein Sohn des k. Obersthofmarschall Johann Baptist (gest. 1729), durch seine Heirat mit Eleonora, Fürstin von Gonzaga Vescovata, ansehnliche Güter im Mantuanischen erworben, sich im Mantuanischen seßhaft gemacht und die eigentliche mantuanische Linie gestiftet, während sein Bruder Camillus die böhm. gräfl. Linie begründet hat. – Anton Theodor, für den geistl. Stand bestimmt, studirte zu Rom, wurde 1746 Domicellar, am 9. Juni 1747 Domherr zu Olmütz, begab sich darauf nach Padua, wo er sich mit allem Eifer den theologischen Studien widmete und nach deren Beendigung die theologische Doctorswürde erhielt. Am 20. August 1758 erhielt er die Priesterweihe und kehrte nach Olmütz zurück, um ganz seinem Berufe zu leben. Schon 1766 wurde er seiner Geistesgaben, Frömmigkeit und seines liebenswürdigen Charakters wegen zum Propst an der Collegiatkirche zu Kremsier, im Mai 1776 zum Propst in Olmütz und am 6. October 1777 vom Capitel zum Fürst-Erzbischof des damals vom Hoch- zum Erzstifte erhobenen Olmütz gewählt. An dieser Wahl nahm die Kaiserin Maria Theresia einen so lebhaften Antheil, daß sie sich beeilte, der Mutter des Gewählten dieses erfreuliche Ereigniß in einem eigenen Handschreiben zuerst zu verkündigen. Bei der Kaiserwahl Leopolds II. erschien Anton Theodor zu Frankfurt als erster kurböhmischer Wahlbotschafter in kaum noch gesehener Pracht. Im Jänner 1803 ernannte ihn Papst Pius VII. zum Cardinal. Früher schon hatte er für seine seltenen Verdienste um Staat und Kirche das Großkreuz des St. Stefansordens erhalten, nun wurde er mit der Brillanten-Decoration dieses nur den seltensten Verdiensten zugestandenen Ordens geschmückt. Unerschöpflich in seinem Drange, Wohlthaten zu spenden und Leiden zu mildern, umfaßte sein hochherziges Gemüth jede Anstalt und jeden Stand.

Oestr. National-Encyklopädie (von Gräffer u. Czikann), (Wien 1835, 6 Bde.) I. Bd. S. 573 [nach diesem ist er am 18. Juli 1729 geboren]. – Ersch (J. S.) und Gruber (J. G.), Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften u. Künste (Leipzig 1822, Gleditsch, 4°.) I. Sect. 18. Bd. S. 286. – Porträt. Unterschrift: Ant. Theod. C. de Colloredo, Archiep. Olom. etc. (Adam fec.)