BLKÖ:Coudenhove, Karl Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Craffonara, Joseph
Band: 3 (1858), ab Seite: 22. (Quelle)
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Coudenhove, Karl Graf (Oberst, geb. 3. Dec. 1814). Trat als Unterlieutenant, 19 Jahre alt, in das Tyroler-Reg. Kaiser, von wo er zu Kaiser Chevauxlegers, später zum 5. Kürassier-Reg. übersetzt, schon 1842 Rittmeister, im Jänner 1849 Major und dann Oberst wurde. Im ungarischen Feldzuge 1849, hatte er sich bei vielen Gelegenheiten rühmlich hervorgethan. Auf die erfolgte Nachricht von dem Vordringen Görgey’s aus den Bergstädten gegen Kaschau erhielt Major Graf Coudenhove Anfangs Februar den Befehl, mit seiner Kürassierdivision von Pesth gegen die Theiß zu streifen und den Uebergangspunct bei Poroszló und später die Straßen von Kál und Kapolna zu rekognosciren. Angesichts der feindlichen Armee, oft bedroht, löste er diesen Auftrag mit Muth und Kaltblütigkeit. Am 18. Febr. wurde der auf Vorposten stehende Flügel vor Tagesanbruch von einer Truppe feindlicher Husaren überfallen und mit bedeutendem Verluste zersprengt. Dem Major Grafen Coudenhove gelang es, die Stallthüren im Maierhofe zu sperren und durch ein aus den Fenstern unterhaltenes Karabinerfeuer Zeit zu gewinnen, die Pferde zu satteln und aufzusitzen. Nun ließ der Graf die Stallthüren öffnen und stürzte sich, mit seinen Officieren an der Spitze, auf die Husaren, so daß es ihm gelang, [23] sich mit dem größten Theile seiner Mannschaft durchzuschlagen und nach Gyöngyös zurückzuziehen. Im Kampfe ward C. von mehreren Husaren umrungen, vom Pferde heruntergezogen und durch eine bedeutende Anzahl leichter Hiebe durch Helm und Küraß unschädlich gemacht. Einige seiner Kürassiere[WS 1] hieben ihn jedoch heraus und Einer derselben gab ihm sein Dienstpferd, so daß der Graf den Kampf fortsetzen konnte. Der brave Kürassier hatte das Glück, einen Husaren vom Pferde zu hauen und sowohl das ihm wieder abgenommene Pferd des Majors C., als das erbeutete mitzubringen, wofür er mit der silbernen Tapferkeitsmedaille I. Classe belohnt wurde. Am 26. April 1849 war C. bei Komorn in der glänzenden Attaque des Regimentes unter Anführung des Obersten Kißlinger thätig. Am 16. Juni rückte[WS 2] Major C. mit der Brigade Theißing gegen Zsigárd zur Unterstützung der Brigade Pott vor und führte mit 3 Escadronen Auersperg Kürassieren die Attaque gegen die feindliche Reiterei mit besonderer Bravour aus. Mit einer Escadron und einer Batterie durch GM. von Pott zur Verfolgung des Feindes abgesendet, griff C. die feindliche Arrieregarde an, sprengte 1 Honvéd-Bataillon auseinander, jagte das 2. Honvéd-Bataillon in wilde Flucht; über 80 Honvéds wurden zusammengehauen, ein großer Theil in die sumpfige Dudoag gesprengt und eine halbe Batterie genommen. Am 20. und 21. Juni 1849 in den Schlachten bei Pered u. Zsigárd deckte C. mit seiner Division den linken Flügel der Brigade Theißing u. kämpfte ebenfalls in mehreren glänzenden Attaquen des Regimentes zwischen Kiraly-Rév und Pered. Ferner wohnte er mit seinem Regimente den Schlachten von Raab (28. Juni), Komorn (2. und 11. Juli) bei, und nahm in der Schlacht bei Temesvár (am 9. August) an der am rechten Flügel des Regimentes glänzend ausgeführten Attaque, wodurch bereits eine feindliche Batterie genommen war, thätigen Antheil. Für seine dabei an den Tag gelegte Entschlossenheit erhielt er das Militär-Verdienstkreuz. Zuletzt (im J. 1856) war der Graf Oberst und Commandant des Kürassier-Reg. Kaiser Ferdinand Nr. 4.

Oestr. Militär-Konversations-Lexikon. Herausg. von Hirtenfeld u. Dr. Meynert (Wien 1851) I. Bd. S. 786.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Kürrassiere.
  2. Vorlage: rükte.