BLKÖ:Craffonara, Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Coudenhove, Karl Graf
Band: 3 (1858), ab Seite: 23. (Quelle)
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Craffonara, Joseph (Maler, geb. zu Riva am Gardasee 1791). Sein Vater war ein armer Taglöhner, der aus Wengen in Tyrol nach Riva übergesiedelt, und der Sohn verrichtete auch rauhe Handarbeit, bis Fr. Malacarne, k. k. Ingenieur in Verona, das Talent des Jünglings entdeckte und sich seiner annahm. Er nahm ihn mit sich nach Verona (1816), brachte ihn daselbst in die Akademie der Künste, und verschaffte ihm Mittel nach Rom zu gehen, doch die Mittel reichten nicht aus, den Aufenthalt in der ewigen Stadt zu bestreiten; fast wäre C. genöthigt gewesen, den Rückweg in die ferne Heimath auf Kosten der Wohlthätigkeit zu suchen, wenn nicht eine von den Bewohnern von Riva zusammengebrachte Summe Geldes seinen Aufenthalt in Rom für einige Monate gesichert hätte. Auf Verwendung des Gubernialrathes Ritter von Dordi bei dem Gouverneur von Tyrol Graf Bissingen erhielt er ein kleines Stipendium, welches 1819 durch Verwendung des Grafen Chotek und durch das Zeugniß der Akademie zu Rom von Sr. Majestät dem Kaiser auf 300 fl. erhöht wurde. Als der Kaiser in Rom war, entzückte ihn C.’s nach dem Zeugnisse Canova’s unübertreffliche in der Gallerie Borghese aufgestellte Copie des Raphael’schen Bildes: „Die Kreuzabnahme“ (4 Schuh 9 Zoll hoch, 4 Schuh 6 Zoll breit), welche sich gegenwärtig im Ferdinandeum zu [24] Innsbruck befindet. Von seinen übrigen Bildern sind bekannt: eine „Madonna“ in Lebensgröße und eine „Sappho“, im Besitze des Ritters von Dordi, ferner der „Franciskaner-Mönch“ und „Die Vision des Ezechiel“ nach Raphael im J. 1829 gemalt; – „Mater dolorosa“ und „Der h. Bischof Virgil“, beides Altarblätter in der Kirche zu Riva am Gardasee. Später begab sich C. nach Botzen, wo sich auf dem Friedhofe ein vielgerühmtes Freskogemälde seiner Hand befindet. C. hat die Kunst auch durch ein vortreffliches Werk bereichert: „I più celebri quadri delle diverse scuole italiane riuniti nel appartamento Borghia del Vaticano, disegnati ed incisi a contorno da Gius. Craffonara pittore tirolese“ (Rom 1820), welches größtentheils Stücke, die noch nicht gestochen worden sind, enthält. Ferner sind 12 Blätter mit Porträten berühmter Trientiner nach seiner Zeichnung und unter seiner Leitung gestochen worden.

Archiv für Geographie, Historie, Staats- und Kriegskunst (Wien 1821, Strauß, 4°.) XII. Jhrg.. Nr. 17 u. 18, S. 72. Nr. 127 u. 128, S. 507. – Tyrolisches Künstler-Lexikon (Innsbruck 1830, 8°.)S. 34. – Nagler (G. K. Dr.),, Neues allg. Künstler-Lexikon (München 1835) III. Bd. S. 174. – Messaggiere tirolese 1835, Nr. 2. – Bote von Tyrol 1820, Nr. 66. – 1834, Nr. 94-96.