BLKÖ:Csekonics, Joseph von

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Nächster>>>
Csengery, Anton
Band: 3 (1858), ab Seite: 52. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 1035246694, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Csekonics, Joseph von|3|52|}}

Csekonics, Joseph von (Generalmajor, geb. zu Güns in Niederungarn 1757, gest. zu Pesth 26. April 1824). Besuchte das kön. Gymnasium zu Güns, und kam später in’s Löwenburg’sche Convict nach Wien. 1774 trat er als Cadet in’s Kürassier-Reg. d’Ayasassa, ward 1777 Lieutenant, 1778 Oberlieut. im Kürassier-Reg. Modena, und 1783 Second-Rittmeister. Er studirte die Pferde; besonders auf dem damals schon berühmten freiherrl. Hunyad’schen Gestüte zu Ürmeny. In Folge seiner hippologischen Kenntnisse ward er 1783 zum Remontirungsgeschäfte beordert. Hier setzte er seine Beobachtungen fort und entwarf einen Plan zur Emporbringung der vaterländischen Pferdezucht. Er überreichte ihn dem Kaiser Joseph, der ihn durch eine Commission prüfen ließ, annahm und befahl, daß ein Pepinier-Gestüt von 500 Mutterpferden errichtet, sogleich sämmtliche Bukowinaer Mutterpferde nach Ungarn gebracht, auch 150 Stück der vorzüglichsten Kürassierstuten gewählt, und wo Brauchbares zu finden wäre, dazu gekauft werden sollte. Stabs- u. Genie-Officiere wurden mit dem damaligen ungar. Hofkammer-Administrator von Lováß zur Aufsuchung der für Ernährung des Gestüts erforderlichen Weiden, und zur Entwerfung nöthiger Plane für Unterkunft u. Pflege desselben abgeschickt, Cs. zum Ankaufe von Beschälern beauftragt, und überhaupt planmäßig alle Vorkehrungen zur Veredlung der Pferdezucht getroffen. So entstand das Pepinier-Gestüt zu Mezöhegyes und in dessen Umgebung (in der Csanáder Gespannschaft, im Ganzen [53] auf einem Terrain von 42,000 Joch über 4 □ Meilen). Die Ausführung ward C. übertragen. Auf der Durchreise nach Cherson überzeugte sich Kaiser Joseph selbst von der Zweckmäßigkeit aller Vorkehrungen; er vertraute nun C. die Remontirung in Ungarn und Siebenbürgen, beförderte ihn zum ersten Rittmeister in der Armee mit dem Titel eines ungar. Gestüts- u. Remontirungs-Commandanten. Später ward ihm die Verpflegung der Armeen und die Fleischregie in Wien übertragen. Im Jahre 1787 wurde C. Major, 1789 Oberstlieutenant. Der nahe Türkenkrieg machte die Erweiterung von Mezöhegyes nöthig, es wurde (1789) das Prädium Babolna bei Raab (6600 Joch) dazu angekauft. Da im Türkenkriege wegen Ansteckung sich Niemand der Armee nähern wollte und geistige Getränke zur Stärkung der Soldaten um billige Preise erforderlich waren, ward C. die Wein-Regie übertragen. Im J. 1790 avancirte C. zum Obersten, erhielt das im Banat liegende Gut Hatzfeld in zwanzigjährigen Erbpacht und kaufte es nachher im Schätzungswerthe, wozu ihm der Feldmarschall Lacy mehrere beträchtliche Capitalien unverzinslich vorstreckte. 1798 ward er aufgefordert, sämmtliche Armeen in Italien und am Lech, sowie die Residenzstadt Wien mit Schlachtvieh zu versehen. Er besorgte dies Geschäft 3 Jahre, ohne den Preis des Fleisches zu erhöhen und erhielt von Kaiser Franz das Ritterkreuz des Stephanordens. 40 Jahre hatte er der Kenntniß und Erziehung der Pferde gewidmet und unter seiner Leitung war eines der größten europäischen Gestüte, das zu Mezöhegyes zu Stande gekommen; im J. 1806 wurde er zum General- und Insurrections-Brigadier befördert. Er verfaßte auch das Werk: „Praktische Grundsätze, die Pferdezucht betreffend“ (Pesth 1817).

Hesperus XXVII. Bd. 3. Hft. S. 95, 96. – Oestr. National-Encyklopädie (von Gräffer u. Czikann), (Wien 1835, 6 Bde.) I. Bd. S. 637. – Oestr. Militär-Konversations-Lexikon. Herausg. von Hirtenfeld u. Dr. Meynert[WS 1] (Wien 1851) I. Bd. S. 807. – Ersch (J. S.) und Gruber (J. G.), Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste (Leipzig 1822, Gleditsch, 4°.) I. Sect. 20. Bd. S. 275.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Meinert.