BLKÖ:Czetz, Johann

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Czerveny, J.
Band: 3 (1858), ab Seite: 109. (Quelle)
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Czetz irrig auch Czecz, Johann (Chef des siebenbürgischen Generalstabes der Revolutions-Armee in den J. 1848 und 49, geb. zu Gidofalva im Szeklerlande 1822). Ist der Sohn eines Szekler-Husaren-Rittmeisters und erhielt von Jugend an eine militärische Erziehung, welche in der Neustädter Militär-Akademie vollendet wurde. 1842 trat er in’s Inf.-Reg. Turski als Lieutenant. Anfänglich widmete er sich der militärischen Schriftstellerei und begann mit einer Anleitung zur ungarischen Militärsprache für deutsche Officiere. Im J. 1846 wurde er in den östr. Generalstab versetzt, bis ihn ein Befehl des östr. Generalstabsdirectoriums in’s ungar. Kriegsministerium berief. In dieser Stellung verfaßte er die Berichte und Instructionen über und für den damals ausgebrochenen Krieg mit den Serben; alsdann wurde er Adjutant von Mészáros und folgte diesem in’s Lager von Verbasz; nach des Letzeren Rückkehr kam er als Militärreferent in den Landesvertheidigungsausschuß und lernte jetzt die Führer der Insurrection kennen. Kossuth ernannte C. zum Hauptmann, bald darauf zum Chef des Generalstabes in Siebenbürgen, wo er nach Baldacci’s Abberufung das Commando der dortigen Armeetrümmer übernahm. Als Bem die siebenbürgische Armee befehligte, schenkte er C. sein volles Vertrauen, und in den Affairen bei Sibor-Stolzenburg, Viz-Akna, Mühlenbach, Alvincz, Mediasch, Hermannstadt und Faketehalom bewies C. eine so erfolgreiche Thätigkeit, daß er zuerst Oberstlieutenant, bald darauf Oberst, und endlich nach Siebenbürgens Unterwerfung auf Bems Antrag im Mai 1849 General und Commandirender in Siebenbürgen wurde. Eine Verletzung am Fuße hatte C. verhindert, an den Operationen gegen die vordringenden Russen theilzunehmen. Nach der Katastrophe von Villagos hielt sich C. längere Zeit bei seinen Freunden in Ungarn verborgen, bis es ihm im Frühjahr 1850 gelang, seine Flucht über Hamburg nach England zu bewerkstelligen. Während dieser Zeit gab er in Hamburg die Schrift heraus: „Bems Feldzug in Siebenbürgen in den Jahren 1848 und 1849. Mit einem Facsimile Bems“ (Hamburg 1850).

Levitschnigg (Heinrich Ritter v.), Kossuth und seine Bannerschaft (Pesth 1850, Heckenast) I. Bd. S. 188. – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon für gebildete Stände (Hildburghausen 1853, Bibl. Inst., Lex. 8°.) II. Supplementband S. 1211. – (Brockhaus) Conversations-Lexikon (10. Auflage) IV. Bd. S. 533.