BLKÖ:De Vins, Joseph Nikolaus Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 3 (1858), ab Seite: 273. (Quelle)
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De Vins, Joseph Nikolaus Freiherr (General-Feldzeugmeister, Großkreuz des Mar. Theresienordens, Inh. des Inf.-Reg. Nr. 37, geb. zu Mantua 1732, gest. zu Wien 26. Sept. 1798). Sein Vater fand als kaiserl. General den Heldentod vor Piacenza. Der Sohn trat im J. 1748 als Fähnrich in’s Inf.-Reg. Leopold Pálffy und war vor Beginn des 7jährigen Krieges Grenadier-Hauptmann. Vor Schweidnitz im J. 1758 erwarb er sich das Kleinkreuz des Mar. Theresienordens. Er schlich nämlich mit seinen Grenadieren in der Nacht bis an die Pallisaden des Navelins und drang mit 12 Mann in das Werk; der dadurch überraschte Feind zog sich in die Casematten zurück und ergab sich bald darauf. Als Major zeichnete er sich bei Landshut (1760) aus und rückte am 16. Juli zum Oberstlieutenant vor. Bei der im folgenden Jahre stattgehabten Erstürmung der Festung Schweidnitz führte er den Angriff auf das Galgenfort glänzend aus und wurde mit der Siegesnachricht nach Wien geschickt. Die Kaiserin ernannte ihn zum Obersten im Inf.-Reg. Nr. 16, und 1773 rückte er zum Generalmajor vor. Im bairischen Erbfolgekriege, als Commandant einer selbständigen Abtheilung im Armeecorps Loudons, führte er einen denkwürdigen Rückzug aus, wodurch es ihm gelang, sich mit der Hauptarmee bei Hirschberg zu vereinigen. Bei dieser Gelegenheit geschah es auch, daß eines der Bataillone, welches sich ohne Gegenwehr gefangen nehmen ließ, durch kriegsrechtlichen Spruch vom 20. Mai 1779 aufgelöst und seine Officiere entlassen wurden. Im Kriege gegen die Türken, als FML. bei dem Corps des General der Cavallerie Fürst Liechtenstein eingetheilt, war D. in der Unternehmung auf das Schloß Drasnik glücklich; er wurde bei der Belagerung von Dubicza (am 25. April 1788), als die Türken den ersten Sturm abgeschlagen, verwundet und erhielt nach Erkrankung des Corpscommandanten provisorisch den Oberbefehl über die Truppen. Eifrig betrieb D. nunmehr die Belagerung und am 12. August waren bereits alle Angriffsarbeiten beendet und die Batterien aufgeführt. Am 18. übergab er Loudon, welcher diesen Feldzug zu beschließen beordert worden war, das Commando; am 26. August capitulirte die Festung; D. wurde aber in Anerkennung der bei dieser Gelegenheit geleisteten ausgezeichneten Dienste zum Feldzeugmeister ernannt. Im J. 1790 erhielt D. den Oberbefehl in Croatien und übernahm am 19. April zu Agram das Commando des [274] 25,000 Mann starken Armeecorps. Einer jener Puncte, der bezwungen werden mußte, weil dessen Besitz dem Feinde große Vortheile bot, war die Festung Czettin. Am 28. Mai 1790 schritt D. zur Belagerung, 22 Tage später (20. Juni) war die Festungen bezwungen und der Feldzug geschlossen. Das Ordenscapitel erkannte dem FZM. für die geleisteten ausgezeichneten Dienste als Commandant des Armeecorps in Croatien das Großkreuz des Mar. Theresien-Ordens zu. Beim Ausbruche der franz. Revolution commandirte D. ein Corps in Italien (1793) und schlug die Franzosen in mehreren Gefechten. Im Frühling 1795 führte D. das Obercommando über die vereinigten österreichischen und piemontesischen Truppen – ein Armeecorps von 36 Bataillonen und 14 Schwadronen – mit welchen er gegen Genua und in die Riviera vorrückte, aber wegen der abweichenden Ansichten des sardinischen Generals Colli keine Erfolge erzielen konnte. D. seit längerer Zeit kränkelnd, übergab am 22. Nov. 1795 das Commando der Armee an den FZM. Grafen Wallis und zog sich nach Wien in den Ruhestand zurück. Als sich 1797 seine Gesundheitsumstände gebessert hatten, ernannte ihn der Kaiser zum General-Inspector der gesammten Militärgränze, doch schon im nächsten Jahre – im Alter von 66 Jahren – ereilte ihn der Tod.

Hirtenfeld (J. Dr.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder. Nach authentischen Quellen (Wien 1857, Staatsdruckerei) I. Bd. S. 87. – Oestr. Militär-Konversations-Lexikon. Herausgeg. von Hirtenfeld und Dr. Meynert[WS 1] (Wien 1851) II. Bd. S. 70. – Oestr. National-Encyklopädie (von Gräffer und Czikann), (Wien 1835, 6 Bde.) I. Bd. S. 705.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Meinert.