BLKÖ:Delius, Christoph Traugott

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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De Ligne, Karl Fürst
Band: 3 (1858), ab Seite: 221. (Quelle)
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Delius, Christoph Traugott (Hofrath in Bergwerks- und Münzsachen, geb. zu Wallhausen in Thüringen 1728, gest. zu Florenz 21. Jänner 1779). Entstammt einer altadeligen Familie, welche im 30jährigen Kriege verarmte. Besuchte die Gymnasien zu Quedlinburg und Magdeburg, studirte die Rechte zu Tübingen, verlegte sich aber noch mehr auf Mathematik, Philosophie und Naturgeschichte. Einige Zeit that er auch Kriegsdienste und ging hierauf nach Oesterreich, wo er zur katholischen Religion übertrat. 1756 wurde er Markscheider bei den Bergwerken in Ungarn, 1761 Bergverwalter, 1770 Professor der Metallurgie und praktischen Chemie an der Bergakademie zu Schemnitz und erhielt den Titel eines Bergrathes. In der Folge ward er nach Wien berufen, wo er an der Organisation des Berg- und Münzdepartements mitwirkte. In Folge seiner vielen praktischen Arbeiten beim Berg- und Hüttenwesen zog er sich ein unheilbares Leiden zu, wofür er Genesung in Italien, in den Bädern von Pisa suchte, aber nicht fand, indem er auf der Reise zu Florenz starb. Außer mehreren kleinen Abhandlungen über den Ursprung der Gebirge, Vererzung des Goldes u. s. w. erschienen von ihm: „Anleitung zur Bergbaukunst nach ihrer Theorie und Ausübung, nebst einer Abhandlung von den Grundsätzen der Bergcammeralwissenschaft“ (Wien 1773, mit Kupfern, neue Aufl. 1806, gr. 4°.), ein sehr geschätztes und noch heute gesuchtes Werk, welches auf Befehl des kaiserl. Hofes mit einem Kostenaufwande von 1000 Ducaten gedruckt worden und genaue Beschreibungen der Bergwerke und des Grubenbaues in den östr. Erbländern enthält. Die auf Befehl und Kosten des französischen Hofes bewerkstelligte französische Uebersetzung: „Traité sur la science de l’exploitation des mines par théorie et par pratique, avec un discours sur les principes des finances; trad. par Schreiber“, 2 Bde. (Paris 1778, Jombert fils, 4°.) ist nach der ersten deutschen Ausgabe ausgeführt. – In einer zweiten Schrift, betitelt: „Abhandlung vom Ursprunge der Gebirge und Erzadern“ (Leipzig 1770, 8°.) ist die Beschreibung des von D. entdeckten Erzes zu Nagiay bemerkenswerth, ein Golderz, dessen Entdeckung dem Staate erhebliche Summen brachte. D. besitzt große Verdienste um den Bergbau in Oesterreich; von regem Eifer und dem Geiste der Verbesserung beseelt, führte er manche zweckmäßige Neuerung ein, u. a. eine sehr gewinnreiche Manipulation bei Ausbeutung des Kupfers. In seinem Eifer für den Dienst wurde er auch ein Opfer desselben.

Nov. acta nat. curiosorum. Tom VII. app. S. 24: „Memoria Delii.“Höck (Johann Dan. Albr.), Biogr. liter. Nachrichten von Oekonomen und Cameralisten (Gießen 1784, Krieger, 8°.) S. 57. – Crell (Lor. Fl.), Chemische Annalen I. Bd. S. 379. – Meusel (Joh. Georg), Lexikon der verstorbenen Schriftsteller II. Bd. – Ersch (J. S.) und Gruber (J. G.), Allg. Encyklopädie der Wissenschaften u. Künste (Leipzig 1822, Gleditsch, 4°.) 1. Section, 23. Bd. S. 382. – Oestr. National-Encyklopädie (von Gräffer und Czikann), (Wien 1835, 6 Bde.) I. Bd. S. 694 [nach dieser geboren 1730].