BLKÖ:Dickmann-Secherau, Johanna von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Diedo, Antonio
Band: 3 (1858), ab Seite: 281. (Quelle)
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Dickmann-Secherau, Johanna von (die blinde Numismatikerin, geb. zu St. Veit in Kärnten 24. Mai 1768, gest. zu Wien 30. Oct. 1835). Mutter des Vorigen. Sie stammt aus der von Kaiser Joseph II. in den Adelstand erhobenen Familie Schwerer v. Schwerenfeld und war seit 25. Juli 1786 mit Joh. Nepomuk Georg von Dickmann vermält. Johann Georg von Dickmann hatte nach erster kinderloser Ehe mit Eleonore von Secherau und nach Beerbung ihres Bruders Martin Benedict am 2. April 1787 die Bewilligung erhalten, den Adoptivnamen von Secherau fortzuführen und zu vererben. Johann Georg hatte für seine Verdienste während einer mehrjährigen militär. Laufbahn, namentlich wegen seines ausgezeichneten Verhaltens bei Liegnitz und Glatz den Ritterstand erhalten. Im J. 1787 hatte er das Stadtrichter- (Bürgermeister-) Amt von St. Veit, welches er durch 11 Jahre bekleidet, niedergelegt und seine ganze Thätigkeit der Verwaltung seines eigenen, wie der seiner Oberleitung anvertrauten Bergwerksbetriebe zugewendet. Im J. 1809 starb er und hinterließ den bedeutenden Werthcomplex, der in Folge großer Erwerbungen mit großen Passiven belastet war, seiner Witwe Johanna, welche das Erbtheil ihrer sieben unmündigen Kinder erhalten und vermehren sollte, eine Doppelaufgabe, welche sie wacker gelöst. (Nähere Nachweisungen über die Art, in welcher diese Frau dabei vorging, gibt das in den Quellen genannte Werk Joseph Bergmanns: „Medaillen“, welches für jeden österr. Biographen werthvolle Materialien enthält). In dieser von großen Hindernissen und von Kämpfen mit schweren Sorgen durchkreuzten praktischen Richtung wußte diese Frau doch Sinn und Trieb für eine dankbare und auch lohnende Nebenbeschäftigung aufrecht zu erhalten, nämlich für die Numismatik. Zwei Jahre nach dem Tode ihres Gatten (1811) hatte sie eine kleine Partie Münzen ererbt und seit dieser Zeit – 25 Jahre hindurch, selbst dann, als sie bereits erblindet war – in dieser Richtung fleißig fort gesammelt und eine höchst werthvolle ausgezeichnete Sammlung zu Stande gebracht. Dieselbe bestand zum größern Theile aus Münzen und Medaillen neuerer Zeit. Sie stand mit den ersten Numismatikern der Residenz, mit Appel (siehe d. I. Bd. S. 54), Bergmann (I. Bd. S. 313), Bretfeld (II. Bd. S. 137), Ritter von Frank, Dr. Franz Sales Frank, Maler Herbst, Andreas Hondl, Director Anton von Steinbüchel, Feldmarschall-Lieutenant Ludwig De Traux (III. Bd. S. 264)[WS 1], Hofrath Welzl von Wellenheim u. A. in stetem Verkehr und führte, um seltene Stücke zu gewinnen, einen ausgedehnten Briefwechsel mit dem Auslande. Der Katalog über ihre Sammlung, welcher 4328 Stücke aufzählt, erschien unter dem Titel: „Dickmanns Münzsammlung in Wien. Verzeichnet zum versteigerungsweisen Verkaufe, welcher vom 16. November 1836 zu Wien anfangen wird. Beschrieben von Karl Wratislaw Wotypka“ (Wien 1836, Gerold, 8°.). Der Verkauf brachte den Erben 25,996 fl. ein. Sie gebar 7 Kinder u. z. 4 Töchter, 3 Söhne. [Das Nähere über dieselben siehe im unten zitirten Werke Bergmanns]. Ueber Eugen vergleiche den vorigen Artikel.

Bergmann (Joseph), Medaillen auf berühmte und ausgezeichnete Männer des östr. Kaiserstaates vom XVI. bis zum XIX. Jahrhund. (Wien 1844 u. f., Tendler, 4°.) II. Bd. S. 437–443. – Medaillen: Beiden zu Ehren wurden zwei Medaillen geprägt [im obigen Werke II. Bd. Taf. XXIII. Nr. 121 u. 122] 1) zeigt im Felde zwei von einem Myrthenkranze umwundene Hochzeitsfackeln mit der Umschrift: Joh. Nep. Ritter v. Dickmann-Secherau. Johanna Nep. v. Schwerenfeld. Die Reversseite: Beider Wappenschilde an einander gelehnt. Darunter: 25. Jul. 1786. [282] Diese Medaille ließ Leop. Welzl v. Wellenheim, der berühmte Numismatiker, anfertigen und verehrte ihr dieselbe zugleich mit dem Stämpel zur Jahresfeier ihrer Vermälung. Der Stämpel befindet sich im Besitze ihres Sohnes, des Freiherrn Eugen von Dickmann-Secherau. – 2) Die Gedächtniß-Medaille. Vorderseite: Das Brustbild Beider (capita jugata) Die Umschrift: „Alter idem ac ego“ (der lateinische Wahlspruch ihres Gatten: „Der Nächste ist Mensch wie ich“) und Macte animo. Unten den Namen des Künstlers: J. Bernsee f. – Reversseite: in 7 Zeilen: Parentibus | Joh. Nepom. Equiti | A Dickmann-Secherav | Nato 1740. Mort 1809 | Et Joh. De Schwerenfeld | Natae 1768. Mort. 1835 | Pietas Filialis. | Diese Medaille ließ zum Gedächtniß ihrer Eltern deren älteste Tochter Johanna Edle von Henikstein im Frühling 1837 prägen.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: (III. Bd. S. 265).