BLKÖ:Eßterházy von Galántha, Emmerich Graf

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 4 (1858), ab Seite: 97. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Imre Esterházy de Galántha in der Wikipedia
GND-Eintrag: 1068884452, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Eßterházy von Galántha, Emmerich Graf|4|97|}}

Eßterházy von Galántha, Emmerich Graf (Primas von Ungarn und Erzbischof von Gran, geb. 1665, gest. zu Preßburg 6. Dec. 1745). Aus dem ältern Cseszneker Hause. Ein Sohn Emmerichs (gest. 1669), welcher Hußaren-Rittmeister war, und mit dessen Neffen Georg, General-Feldwachtmeister u. Obergespann des Wieselburger Comitates, 1736 dieser Ast des Hauses Csesznek ausstarb. Emmerich trat 1700 in den dem Ungarlande eigenthümlichen Orden der Paulaner zu Wandorf bei Oedenburg, ging dann nach Rom, wurde nach seiner Rückkehr Professor der Theologie, Prior, Provinzial und General seines Ordens, 1708 [nach Andern schon 1706] Bischof zu Waizen, im Oct. dess. Jahres Bischof von Agram, 1722 von Veszprim, hierauf 1723–25 ung. Hofkanzler zu Wien, endlich (1. Sept. 1725) Erzbischof von Gran. Ihm war es vergönnt, sein 50jähr. Priesterjubiläum zu begehen, das mit ungewöhnlicher Feier Statt fand. 1741 war er auf dem denkwürdigen ungar. Landtage Maria Theresia’s Stab und Stütze und half mit Geld, Gut und Beistellung vieler Krieger. Er erbaute neu die St. Michaelskirche zu Veszprim, das Paulanerkloster zu Wandorf, vergrößerte das Ursulinerinnenkloster und den Primatialsitz zu Preßburg, ließ durch die ersten Künstler Europa’s den Hauptaltar errichten, baute den Elisabethinerinnen – welche die Krankenpflege besorgen – ein Kloster, ließ 50,000 fl. jährlich an Hausarme und verschämte Dürftige vertheilen. Als einst sein Schatz erschöpft war, und er Hilfe spenden sollte, ergriff er die goldene Kette, die er am Halse trug, und gab sie hin mit den Worten: „Wenn nichts mehr da ist, so nehmt diese, verpfändet, verkauft sie, nur entlaßt mir keinen Armen ohne Gabe“. Von einer nach Maria Zell unternommenen Wahlfahrt zurückgekehrt, starb er im Alter von 81 Jahren. Während der 20 Jahre, in denen er die Primaswürde [98] bekleidete, wurden über 10 Millionen fl. an Almosen und zu wohlthätigen Zwecken verwendet.

Fischer (Leopold), Ruhmwürdigste Thaten für Gott und das apostolische Reich des Grafen Emm. Eßterházy, Erzbischofs zu Gran .... (Preßburg 1746, Fol.). – Ersch (J. S.) u. Gruber (J. G.), Allgem. Encyklopädie der Wissenschaften und Künste (Leipzig 1822 u. f., Gleditsch, 4°.) I. Sect. 38. Thl. S. 352. – Ehrentempel der kathol. Geistlichen (Wien 1845, 8°.) S. 117 [nach diesem geb. 1633, was ein offenbarer Irrthum ist, da er ja sonst im Alter von 112 Jahren gestorben wäre]. – Monument. Emmerich liegt in der St. Martinskirche zu Preßburg in der von ihm erbauten Kapelle begraben. Ein einfaches Denkmal mit der von ihm selbst verfaßten Inschrift bezeichnet seine Ruhestätte. Die Inschrift lautet: „Sub hoc admirandae commiserationis prodigio Divo Joanne Alexandrino lego in te Deus meus, Misericordia mea, assistente mihi Dulci Misericordiae Matre dormiam et requiescam frater Emericus.“