BLKÖ:Egyed, Anton

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Egressy, Gabriel
Band: 4 (1858), ab Seite: 5. (Quelle)
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Egyed, Anton[BN 1] (geb. zu Stuhlweißenburg 13. Juni 1779, gest. 1852). Entstammt einer bürgerlichen Familie; in seiner Vaterstadt begann und beendigte er die Mittelschulen. Seine Neigung zur Poesie, durch Benedict Virág gefördert, war früh erwacht, und gab sich bei Belustigungen seiner Collegen und in den Schularbeiten kund. 1799 hörte er in Fünfkirchen die Philosophie und besuchte daselbst auch die damals dort bestandene ungar. Schule, um seine Muttersprache vollkommen zu erlernen; während dieser Zeit trieb er ununterbrochen seine poetischen Uebungen. Nach empfangener Priesterweihe wurde er 1802 Caplan von Dunaföldvár, 1804 von Bükösd, 1806 von Bataszák und 1807 von Závord; in dieser Zeit betrieb er fleißig das Studium der deutschen Sprache. 1808 wurde er Pfarrer von Kocsola. Nun begann er die Uebersetzung des Tibullus und der Oden des Horaz und zugleich das Studium der französischen Sprache. 1813 wurde er nach Bonyhád [6] versetzt, welchen Ort er in der „Tudományos Gyüjtemény“, d. i. Wissenschaftliche Sammlung, ausführlich beschrieb. Seit 1822 Pfarrer zu Paks, verlegte er sich nun auf das Studium der italienischen Sprache. Im J. 1829 kam er nach Dunaföldvar zurück, wo er seine geistliche Laufbahn begonnen hatte, und wurde 1832 Abt. Die ungar. gelehrte Gesellschaft erwählte ihn 1833 zu ihrem correspondirenden Mitgliede. Insbesondere betrieb er das Studium der classischen Literatur und war darin auch schriftstellerisch thätig. Seine Werke sind: „Elégiák levelekben“, d. i. Elegien in Briefen (Pesth 1831); – „Kis énekes-könyv“, d. i. Kleines Gesangbuch (Stuhlweißenburg 1834); – „Egyházi hymnusok“, d. i. Kirchenhymnen (Pesth 1835); – „Megváltó“, d. i. Der Erlöser (Gran 1836). Im Kisfaludi’schen Versmaß: „Ovidius pontusi elegiái“, d. i. Ovids politische Elegien (Pesth 1839). Davon hat E. 400 Exemplare der ungar. gelehrten Gesellschaft übergeben, damit deren Erlös zur Herausgabe der durch ihn bereits begonnenen „Régi Classicusok fordításai“, d. i. Uebersetzungen alter Classiker, verwendet werde. Seine ungar. Uebersetzung des Tibullus erschien 1845 in Kecskemét auf Kosten der ungarischen gelehrten Gesellschaft. Ferner: „Ovidius pontusi levelei“, d. i. Ovids Briefe aus dem Pontus (Fünfkirchen 1845); – „Ovidius N. keservei“, d. i. Tristia des Ovidius N. (Pesth 1847); – „Átváltozások P. Ovidius Násótól“, d. i. Metamorphosen des Ovid (Pesth 1851). Diese Uebersetzungen werden als vortrefflich bezeichnet. In Handschrift hinterließ er: „Michl egyházi története“, d. i. Michl’s Kirchengeschichte, welche Uebersetzung aus dem Deutschen er noch als Pfarrer von Bonyhád vollendet hatte; außerdem mehrere Elegien und poetische Briefe. Im Auftrage des Bischofs B. Szepessy beschäftigte er sich durch drei Jahre mit der Ausarbeitung der ungarischen Kirchenlieder.

Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Gyüjték Ferenczy Jakab és Danielik József, d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen. Von Jakob Ferenczy und Joseph Danielik (Pesth 1846, Gust. Emich) S. 118. [Bemerkenswerth erscheint darin die Stelle, welche lautet: „Die Thätigkeit E.’s entfaltete sich vorzüglich in Földvár und es ist erstaunlich, wie er neben seinem schweren Amte, welches er gewissenhaft verwaltete, noch so Vieles zu leisten im Stande war; freilich hat er auch nie seine Freude im Kartenspiel, im Essen und Trinken und anderen zeitraubenden Genüssen, wohl aber in wissenschaftlicher Beschäftigung gesucht und gefunden; und nie Langeweile gehabt.] – Ujabb kori ismeretek tára, d. i. Ungar. Conversations-Lexikon der neueren Zeit (Pesth 1850, Heckenast) II. Bd. S. 541. – Porträt. Unterschrift: Facsimile des Namens: Egyed Antal. Unter demselben steht: natus 1779 delineatus 1857 (Nyom.Reiffenstein és Rösch Becsben) Barabas, (gezeichnet 1857). Brustbild.

Berichtigungen und Nachträge

  1. Egyed, Anton [s. d. Bd. IV, S. 5]. Daselbst ist das Jahr 1852 als Egyed’s Todesjahr angegeben, diese Angabe ist irrig. Egyed starb erst 27. August 1862, und zwar an den Folgen eines an ihm verübten Raubanfalles, bei welchem er einen Hieb auf die Stirne erhalten hatte.
    Wiener Tagesbericht (Beilage der Wiener Zeitung) 1862, Nr. 201, S. 1214. [Bd. 11, S. 399.]