BLKÖ:Farsetti, Daniel

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Farsetti, Philipp
Band: 4 (1858), ab Seite: 148. (Quelle)
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Farsetti, Daniel (Schriftsteller, geb. zu Venedig 1725, gest. 1787). Entstammt einer vornehmen Familie. Nach vollendeten Studien nahm er wohl Dienste bei der Republik, aber mit Glücksgütern ausgestattet, bewarb er sich wenig um hohe Aemter und lebte seiner literarischen Lieblingsbeschäftigung. Er war einer der Hauptstifter und Mäcenaten der „Accademia dei Granelleschi“, welche zu ihrer Zeit einen glänzenden Ruf besaß. Nach Mittheilungen des Sebastian Crotta schrieb F. zwei Gesänge des epischen Gedichtes „Le spose riacquistate“, außerdem mehrere Dichtungen, welche sich in den Sammlungen der obgenannten Akademie befinden. F. war wie alle Farsetti (s. d. Folgenden) ein großer Kunstkenner. Ein Exemplar von des Marco Boschini „Ricche miniere della pittura veneziana“, mit zahlreichen Glossen von Farsetti’s Hand befand sich in des Luccheser Priesters Giacomo Della Lena Besitz. Nach dem Tode seines Verwandten Philipp Farsetti (s. d. Folgenden) erbte Daniel die herrliche Villa von Sala, für deren Verschönerung er wie sein Vorgänger keine Kosten sparte und gleich demselben die kostbare Sammlung alter Sculpturen und Kunstwerke zur Benützung für junge talentvolle Künstler offen hielt. Ein Freund von Büchern sammelte er mit Geschmack und Auswahl; er besaß eine reiche Bibliothek trefflicher Editionen guter, unter Andern eine ziemlich vollständige Sammlung der von der Crusca citirten Werke. Aus seiner 1759 mit Maria Isabella Minotto geschlossenen Ehe hatte er einen Sohn Anton Franz, mit welchem das in Venedigs Geschichte ausgezeichnete Geschlecht der Farsetti erlosch und der, nicht von dem Geiste seines Vaters und seiner Familie beseelt, es zuerst versuchte, die werthvolle Sammlung zu verkaufen; und als ihm dies nicht gelang, nach dem Sturze der Republik die Modelle u. Formen an Rußland schenkte. Die Gypsabdrücke, welche zurückgeblieben waren, hatte auf Vorschlag des Professors Theodor Matteini Kaiser Franz I. gekauft und sie der Akademie der Künste in Venedig zum Geschenke gemacht.

Ueber die Familie F.: Farsetti (Tommaso Gius.), Notizie della famiglia Farsetti con l’ albero e le vite di sei uomini illustri ecc. (Cosmopoli s. d. [Venedig 1787, 4°.). Von dieser Schrift ist nur eine kleine Auflage gemacht worden.) – Morelli (Jacopo), Notizia della famiglia Farsetti (Cosmopoli [Venedig 1778], 4°.); sehr selten. – Ueber Daniel F.: Componimenti nella morte di D. Farsetti patrizio Veneto (Venedig 1787, 12°.) [enthält ausführliche Nachrichten über sein Leben]. – Dandolo (Girol.), La caduta della repubblica di Venezia ed i suoi ultimi cinquant’ anni. Studii storici (Venedig 1856, Naratovich, 8°.) S. 115.