BLKÖ:Forti, Anton

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 4 (1858), ab Seite: 293. (Quelle)
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Forti, Anton[BN 1][BN 2] (Hofopernsänger, geb. in Wien 8. Juni 1790). Spielte anfangs die Viola im Orchester an der Wien; seiner schönen Bariton-Stimme wegen beredeten ihn seine Freunde sich auf der Bühne zu versuchen und er trat in Eisenstadt auf, wo ihn Fürst Eßterházy zum Kammermusikus ernannte. Der Ruf seines herrlichen Gesanges erreichte die Kaiserstadt, wohin er auf vorangegangene Einladung sich begab. Diese Episode seines Lebens, entscheidend für seine ganze Zukunft, wird in den unten (in d. Quellen) angegebenen Journalen mit allen Nebenumständen erzählt. F. gefiel in der Rolle des Sarastro so, daß er unter den vortheilhaftesten Bedingungen am Hofoperntheater angestellt wurde. Als Graf Gallenberg die Leitung des k. k. Kärntnerthortheaters übernahm, ließ F. sich pensioniren (1834) und gastirte nunmehr in Hamburg, Berlin u. a. O. mit vielem Beifall. F. war ausgezeichnet in der franz. Conversations-Oper; am höchsten aber wird von Kennern seine Leistung als Don Juan gestellt, in welcher Rolle ihn seine einnehmende äußere Erscheinung, verbunden mit jener chevaleresken Grazie im Spiele, welche von seinen Nachfolgern in der Regel durch brutales Sichgehenlassen ersetzt zu werden pflegt, trefflich unterstützte. Forti hatte sich mit der berühmten Sängerin Henriette [294] Theimer vermält, welche zu ihrer Zeit die „erste Zerline“ wie er seiner Zeit der erste „Don Juan“ war. Die einzige Tochter aus dieser Ehe starb in der Blüte der Jahre. Forti, der Günstling der Muse des Gesangs, war auch jener der Göttin des Glückes: in einer Güterlotterie hatte er den großen Treffer gemacht. Er lebt seit Jahren zurückgezogen von der Welt und fast seines Augenlichtes beraubt in Wien.

Allgem. Wiener Musik-Zeitung, herausgeg. von Aug. Schmidt 1842, II. Jahrg. Nr. 62–64: „Das Debut eines Sängers.“ – Der Spiegel für Kunst, Eleganz und Mode (Pesth u. Ofen, gr. 8°.) 1842, XVI. Jahrg. Nr. 30 und 31 [derselbe Aufsatz von Anton Benkert, worin die Wahrheit dieses Vorfalles, der das erste Auftreten des nachmals berühmt gewordenen Sängers Forti erzählt, verbürgt wird]. – Oestr. Nat.-Encyklopädie (von von Gräffer und Czikann), (Wien 1835) II. Bd . S. 166 [nach diesem geb. 8. Juni 1790]. – Schilling (G. Dr.), Das musikalische Europa (Speyer 1842, F. C. Neidhard, gr. 8°.) S. 99.

Berichtigungen und Nachträge

  1. Forti, Anton [s. d. Bd. IV, S. 293], gestorben zu Wien 18. Juli 1859. [Bd. 11, S. 408.]
  2. E Forti, Anton [Bd. IV, S. 293; Bd. XI, S. 408].
    Neue Zeit (Olmütz, kl. Fol.) 1868, Nr. 89, 90, 91, im Feuilleton: „Das erste Debut eines Sarastro“ [auch in Zellner’s Blättern für Musik, Theater u. s. w. 1869, Nr. 92 u. 93]. [Bd. 28, S. 337.]