BLKÖ:Genczik, August Ritter von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Genelli, Christoph
Band: 5 (1859), ab Seite: 132. (Quelle)
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Genczik, August Ritter von[BN 1] (Arzt und Reisender, geb. in Linz 5. Oct. 1810). Studirte die Rechte in Wien und trat, 21 Jahre alt, in den Staatsdienst, welchem er jedoch nach 2jähr. Dienstzeit in Tyrol und Dalmatien entsagte. Mit türkischen Freunden machte er nun eine Reise durch die europ. Türkei, und begann nach seiner Rückkehr das Studium der Medicin, machte Reisen in England und Frankreich, und graduirte 1846 in Erlangen. Mit einem kranken Cavalier unternahm er 1849/50 eine Reise nach Cairo, erlernte dort die Landessprache und trat unter Abbas Pascha als Chefarzt in ägyptische Dienste. Der Impfung wegen bereiste er den Landstrich Sudan und drang eine ziemliche Strecke auf dem weißen Nil vor. Nach 31/2 Jahren kehrte er in seine Heimat zurück, um diese als Secretär des Consulats in Chartum wieder zu verlassen. Diesen Posten mußte er aber Anfangs 1858 anhaltenden Fieberleidens wegen wieder aufgeben. Theils während seines Aufenthaltes im Orient, theils nach seiner Rückkehr, vermehrte er vaterländische private und öffentliche Sammlungen mit neuen interessanten ethnographischen und naturhistorischen Objecten, unter denen ein an Professor Hyrtl (s. d.) gelangtes junges Nilpferd zur Lösung eines naturhistor. Zweifels beitrug. Die Vogelsammlung des um die Erziehung der Jugend so hochverdienten Stiftes Kremsmünster, wie das Linzer Museum verdanken G. wesentliche Bereicherungen. Von seinen Reisen hat G., mit Ausnahme einiger Jagdabenteuer in der „Jagdzeitung“, nichts veröffentlicht. Seit seiner letzten Rückkehr in die Heimat, Anfangs 1858, lebt er bei Gmunden in Oberösterreich.

Linzer Zeitung 1856, Nr. 97: „Linz … Abreise des Ritter von Genczik nach Afrika.“ – Ueber den denkwürdigen Proceß der Familie Genczik mit dem Grafen Wratislaw, ein Erbe der gräflichen Familie Colonna betreffend, siehe: Oestr. National-Encyklopädie (von Gräffer u. Czikann), (Wien 1835) II. Bd. S. 298.

Berichtigungen und Nachträge

  1. Genczik, August Ritter von[WS 1] [s. d. Bd. V, S. 132], gestorben im Benedictinerstifte Kremsmünster in Oberösterreich 27. April 1864. Ein lebensfrisches Charakterbild dieses interessanten und originellen Mannes theilte sein Freund Johannes Nordmann in Waldheim’s Illustrirten Blättern mit, aus denen es in mehreren anderen Journalen nachgedruckt worden. Das im nämlichen Blatte mitgetheilte Bildniß G.’s ist aber nicht sehr ähnlich.
    Waldheim’s Illustrirte Blätter 1864, S. 205: „Ein Original“ von Johannes Nordmann. – Linzer Abendbote 1864, Nr. 146 bis 148. – Gmundner Wochenblatt 1864, Nr. 26 u. f. – Wiener Zeitung 1864, Nr. 111. – Porträt. In Waldheim’s Illustrirten Blättern 1865, S. 205 [Holzschnitt]. [Bd. 14, S. 456.]

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Gustav Ritter von.