BLKÖ:Geppert, Menrad II. Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Gera, Vittore
Band: 5 (1859), ab Seite: 144. (Quelle)
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Geppert, Menrad II. Freiherr von (Feldzeugmeister u. Ritter des Mar. Theresien-Ordens, geb. zu Leibnitz in Untersteiermark 1767, gest. im April 1855). Sohn des Vorigen, trat 1. Oct. 1787 als k. k. Cadet in das Regiment [145] Terzy, wurde 27. Aug. 1788 Fähnrich, 9. Febr. 1790 Unterlieutenant u. 1. April 1795 Oberlieutenant. Am 11. Juli 1797 zum General-Quartiermeisterstabe übersetzt, zeichnete er sich in der Affaire von Cerea (10. Sept. 1796), in den Gefechten bei St. Giorgio (12., 13. und 14. Sept. 1796), bei den 7 Ausfallen aus Mantua und im Treffen bei Legnago (26. März) aus. Am 1. April wurde er Hauptmann. Neuerdings that er sich bei Magnano (5. April), im Angriffe auf Bagnetto (13. Oct.), in den Schlachten bei Novi, Pozzola und bei Valeggio durch Einsicht, persönliche Bravour und Entschlossenheit hervor. Bei der ersten Einschließung von Pizzighettone leistete er wesentliche Dienste, ebenso 1800 bei den Operationen in der Riviera. Bei dem Sturme auf die Bochetta (9. April), bei welcher Gelegenheit er den Angriffsplan entwarf, war er der Erste, welcher in die geschlossene Redoute eindrang, an der Spitze der Stürmenden innerhalb 2 Stunden 5 Fleschen und 6 Kanonen eroberte. Für diese Waffenthat erhielt er in der 66. Promotion (18. Aug. 1801) das Ritterkreuz des Mar. Theresien-Ordens. Am 15. April 1804 rückte er zum Major im Corps, am 3. August 1807 zum Oberstlieutenant, und am 27. April 1809 zum Oberst vor. Im Feldzuge des J. 1809 bewahrte sich G. als Chef des Generalstabs beim 5. Armeecorps. Am 26. Juli 1813 zum General-Major ernannt, ging er Anfangs als Brigadier nach Triest, wurde aber bei Ausbruch des Kampfes Chef des Generalstabes im Armeecorps gegen Baiern. Der Pariser Friede führte ihn als Brigadier nach Graz, später nach Triest. 1821 befehligte G. eine Brigade bei der gegen die neapolitanischen Insurgenten vorrückenden Armee unter dem General der Cavallerie Baron Frimont und schlug am 7. März das Treffen bei Rieti. Im genannten Jahre wurde er Inhaber des Inf.-Reg. Nr. 43, im März 1827 Feldmarschall-Lieutenant und Divisionär in Croatien und ging 1830 zur Armee nach Italien. Beim Ausbruch der revolutionären Bewegungen im Kirchenstaate (Februar 1831) rückte G., als die Italiener Ancona besetzten, mit 18,000 Oesterreichern zu ihrer Bezwingung über den Po. Ferrara wurde besetzt, und mit der Niederlage der Italiener bei Rimini (25. März) und der Besetzung von Ancona (29. März) dem Aufstande ein Ende gemacht. Nach beinahe 50jähriger Dienstleistung trat er am 16. Juni 1836 mit Feldzeugmeisters-Charakter und der geheim. Rathswürde in den Ruhestand, den er noch 20 Jahre genoß, bis er, abwechselnd die letzten Lebensjahre in Wien und in Lainz bei Wien zubringend, 88 Jahre alt starb. Außer seinem Monarchen zeichneten Rußland, Baiern, Preußen, Neapel, der Kirchenstaat und Parma den tapferen Soldaten mit ihren Orden aus.

Oestr. Militär-Kalender für 1856. Herausgeg. von J. Hirtenfeld u. Dr. Meynert (Wien, Gerold, kl. 8°.) S. 205. – Hirtenfeld (J. Dr.), Der Militär-Maria Theresien-Orden ... (Wien 1857, Staatsdruckerei, 4°.) S. 670 u. 1743. – Militärische Zeitung 1855, Nr. 45, S. 269. – Oestr. Militär-Konversat..-Lexikon. Herausg. von Hirtenfeld u. Dr. Meynert (Wien 1852, gr. 8°.) II. Bd. S. 701.