BLKÖ:Hasselt-Barth, Anna Maria Wilhelmina van

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Hasse, Faustina
Band: 8 (1862), ab Seite: 42. (Quelle)
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Anna Maria Wilhelmine van Hasselt-Barth in der Wikipedia
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Hasselt-Barth, Anna Maria Wilhelmina van (Sängerin, geb. zu Amsterdam 15. Juli 1813). Kam 15 Jahre alt nach Frankfurt a. M. und Offenbach, wo sie sich im Gesange ausbildete; später setzte sie ihre Ausbildung in Karlsruhe unter dem Gesangslehrer Fischer und 1829 in Florenz fort, wo der berühmte Pietro Romani ihren Unterricht vollendete. Im October 1831 betrat sie in Triest zum ersten Male die Bühne in Pacini’s Oper: „Gli Arabi nelle Gallie“. Darauf sang sie in den Concerten zu Vicenza, mit Rubini zugleich, was auf ihre Kunstfertigkeit wesentlichen Einfluß übte. 1833 sang sie in Genua, und kehrte 1834 nach Deutschland zurück, wo sie an der Oper in München als Hofsängerin bis zum Jahre 1839 wirkte, und nachdem sie noch im Sommer 1838 an mehreren Bühnen mit glänzendem Erfolge gastirt hatte, wurde sie 1839 am Kärnthnerthor-Theater in Wien engagirt. In Wien sang die Künstlerin durch eine Reihe von Jahren und feierte sowohl durch ihre schöne und wunderbar geschulte Stimme, wie durch ihr edles und durchdachtes Spiel große Triumphe. Schon im Jahre 1840 hatte sie sich mit dem bekannten Liedercompositeur, jetzt Orchesterdirector in Wiesbaden, Gustav Barth [s. d. Bd. I, S. 165] vermält, und nahm den Namen Hasselt-Barth an, unter welchem sie noch, obgleich längst von ihrem Gatten geschieden, in der Kunstwelt fortlebt. In Wien sang sie noch 1848, dann um die Mitte 1850 in München, mit großem Beifall, 1852 in Pesth und später in mehreren Städten in Deutschland; auch soll sie eine Tochter für den Gesang ausgebildet haben; seit mehreren Jahren [43] aber ist von ihr nichts mehr zu hören. Noch eines Umstandes, der die Künstlerin ehrt und der Erinnerung aufbehalten zu werden verdient, muß hier Erwähnung geschehen. Im Jahre 1844 erbat sie sich die Erlaubniß, Mozart auf seinem Grabe einen Denkstein setzen zu dürfen. Derselbe wurde auch am 30. Jänner g. J. in der Paulanerkirche auf der Wieden geweiht. Auf grauem Marmor, auf welchem das medaillonförmige Portrait des großen Todten angebracht ist, ließ die Künstlerin nach eigener Angabe in goldener Schrift die Worte setzen: „Jung groß, spät erkannt, nie erreicht“.

Schilling (Gust.), Das musikalische Europa (Speyer 1842, F. C. Neidhardt, gr. 8°.) S. 152. – Gaßner (F. S.), Universal-Lexikon der Tonkunst. Neue Handausgabe in Einem Bande (Stuttgart 1849, Frz. Köhler, schm. 4°.) S. 401 [reichen die Nachrichten nur bis zum Jahre 1831]. – Frankl (L. A.), Sonntagsblätter 1844, S. 118; – dieselben 1846, Kunstblatt Nr. 7, S. 167. – Allgemeine Wiener Musik-Zeitung, herausgegeben von Aug. Schmidt, 1845, Nr. 4, S. 15; – dieselbe 1846, Nr. 20, S . 79. – Theater-Zeitung, herausgegeben von Adolph Bäuerle, 1850, Nr. 153 u. 154, S. 613 u. 614. – Porträte. 1) Unterschrift: M. W. van Hasselt. J. Fertig ft. 1837 (Lith., Fol.); – 2) lith. von Eybl (Wien, Glöggl, Fol.); – 3) Unterschrift: Facsimile des Namens Maria van Hasselt, Barabas 1852 (Lith., A. P. Walzel 1852, Fol.); – 4) Auch hat sie Cajetan auf einem Costumebilde für die Theater-Zeitung von Bäuerle in der Oper: „Der Antheil des Teufels" in der Rolle des Carlo Broschi gezeichnet. – Büste. Das en relief-Porträt der Künstlerin von Albert Wolf in Berlin hat der Wiener Maler Moriz Lichtner sehr ähnlich im Jahre 1846 in Gyps vollendet und waren Abgüsse davon (etwa 14 Zoll hoch und breit) bei P. Mechetti zu haben.