BLKÖ:Hauptmann, Lorenz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 8 (1862), ab Seite: 73. (Quelle)
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Hauptmann, Lorenz (Compositeur, geb. zu Grafensülz in Niederösterreich 15. Jänner 1802). Zeigte früh schöne Anlagen für die Musik und spielte als zwölfjähriger Knabe mit Fertigkeit die Orgel. Er widmete sich dem Lehramte und wirkte auf dem Lande als Schullehrer und Organist; als er 24 Jahre alt war, begab er sich nach Wien, dort gelang es ihm, Organist am k. k. Theresianum und bei den Paulanern auf der Wieden zu werden. Zugleich studirte er die Composition unter Seyfried und erhielt später die Chordirectorstelle an der Augustiner-Pfarrkirche zu St. Sebastian und Rochus in der Vorstadt Landstraße, welche Stelle H. noch gegenwärtig bekleidet. H. hat sich insbesondere der Kirchencomposition zugewendet, außerdem auch Mehreres in Hinblick auf den musikalischen Unterricht geschrieben, als eine Gesangschule, 48 Singduette in allen Tonarten in Verbindung der Scala; Claviersonaten, 24 leichte Präludien für Orgel und Pianoforte. Von seinen kirchlichen Compositionen sind anzuführen 3 Messen, 2 liturgische Gesänge und Responsorien für Functionen in der Charwoche, 10 Gradualien, 6 Offertorien, deßgleichen mehrere vierstimmig ohne Begleitung, 1 Requiem, viele einzelne Fugen, Versette, Chöre, Orgelstücke u. dgl. m. Der größte Theil dieser Arbeiten ist bisher Manuscript. H. wird von berechtigten und strengen Kunstkritikern den würdigsten Vertretern der Kirchenmusik in Wien beigezählt. Nicht nur läßt er sich eine sorgfältige Ausführung älterer Tonwerke angelegen sein, sondern seine eigenen Schöpfungen sind von religiöser Weihe, von kirchlicher Erhabenheit durchdrungen.

Schilling (G. Dr. ), das musikalische Europa (Speyer 1642, F. C. Neidhardt, gr. 8°.) S. 153. – Monatschrift für Theater und Musik. Herausgegeben von Joseph Klemm (Wien, Wallishauser, 4°.) II. Jahrgang (1856), S. 315: „Kirchenmusik“ (S. 312–316 und 627–636). – IV. Jahrgang (1858), S. 129. – Universal-Lexikon der Tonkunst. Angefangen von Dr. Julius Schladebach, fortgesetzt von Eduard Bernsdorf (Dresden, Schäfer, gr. 8°.) Bd. II, S. 345. – Gaßner (F. S. Dr., Universal-Lexikon der Tonkunst. Neue Handausgabe in Einem Bande (Stuttgart 1849, Franz Köhler, Lex. 8°.) S. 412.