BLKÖ:Hazay (Buchdrucker)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 8 (1862), ab Seite: 164. (Quelle)
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Hazay, ....., Buchdrucker und Journalist (geb. in Ungarn), Zeitgenoß. Levitschnigg in dem in den Quellen bezeichneten Werke führt Hazay unter den „Schildknappen“ Kossuth’s auf, unter denen alle Diejenigen verstanden werden, die, weder zu den Mitgliedern der Magnatentafel, noch des Unterhauses gehörend, doch durch Wort und That für die Revolution und ihre Verbreitung thätig waren. Wie Albert Pálffy das in den Märztagen 1848 verrufene Blatt: „Marczius Tizenötödike“, d. i. der 15. März, begründete, dessen Cynismus, verbunden mit beißendem Spotte, so überhand nahm, daß es im Sommer 1849 kurz vor der Flucht nach Szegedin von der revolutionären Regierung selbst unterdrückt wurde, so rief Hazay 1849 ein Seitenstück dazu mit dem deutschen Blatte: „Der 14. April“ in’s Leben. Der Titel dieses Blattes steht mit den verhängnißvollen Ereignissen des genannten Tages in Debreczin im Zusammenhange, an welchem die Revolutionspartei treubrüchig sich von dem angestammten Könige lossagte, und Kossuth darauf zum regierenden Präsidenten Ungarns erwählt wurde. Hazay’s Blatt war mit gewaltthätigem Uebermuthe und beispielloser Hartnäckigkeit geschrieben; Sätze, wie die folgenden: „Unsere Ablegaten sind ja nickende chinesische Pagodenköpfe“; – „das Bajonnet eines einzigen Honved ist uns mehr Garantie, als hundert Fastentische“; – „das Ministerium Szemere ist eigentlich schon gestorben, obgleich es keinen Geist aufzugeben hatte“; – „der alte legitime Landtag ist nicht befähigt, die Constitution einer Republik zu entwerfen“ u. s. w. kennzeichnen seinen Standpunct deutlich. Es arbeitete mit aller Kraft auf die Republik los. Aber es erschien nicht länger als dritthalb Monate. Hazay selbst trat, als der Kampf begann, in den Landsturm ein und kämpfte in den Reihen der Insurrectionsarmee. Als die Ungarn überall geschlagen worden, flüchtete sich auch H., und soll, nach Einigen über Wien in’s Ausland geflohen, nach Anderen mit Kmety auf türkisches Gebiet über- und in die ottomanische Armee eingetreten sein. In dieser machte er als Major unter Omer Pascha den Krimfeldzug mit und kehrte mit zwei militärischen Decorationen, nachdem es ihm gelungen war, die Amnestie zu erlangen, 1858 nach Temesvár zurück, wo er sich mit seinem Vater, der Buchdruckereibesitzer ist, associrte. Am 26. September 1860 wurde er aber nach dem Leichenbegängnisse des Advocaten Paulovich mit mehreren Anderen plötzlich verhaftet. Ueber seine weiteren Geschicke liegt nichts vor.

Gratzer Telegraph 1860, Nr. 226. – Levitschnigg (Heinrich Ritter von), Kossuth und seine Bannerschaft. Silhouetten aus dem Nachmärz in Ungarn (Pesth 1850, Heckenast), Bd. II, S. 294.