BLKÖ:Hellenbach, die Familie

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 8 (1862), ab Seite: 267. (Quelle)
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Ueber die Familie Hellenbach. Diese Familie stammt aus Ungarn und war der evangelisch-lutherischen Kirche zugethan. Der erste bekannte Hellenbach ist Jeremias H., ein reicher Kremnitzer Waldbürger und Vater des berühmten Johann Gottfried. Schon der Vater war ein gelehrter Mann und hatte im Jahre 1656 zu Wittenberg eine „Oratio pro Hungaria recitata“ und 1658 „Logicarum quaestionum manipulum“ veröffentlicht. Der Sohn Johann Gottfried ist nach Horányi’s „Memoria Hungarorum“ (Bd. II, S. 90) zu Schemnitz im Jahre 1659 geboren. Haan in seinem „Jena Hungarica“ (p. 19) bestreitet diese Angabe, da nach dieser Johann Gottfried, der, was mit Bestimmtheit ermittelt ist, im Jahre 1664 zu Jena auf der Hochschule studirte, daselbst im Alter von 5 Jahren Studiosus der Jenaer Hochschule hätte sein müssen. Johann Gottfried erhielt zu Wittenberg die medicinische Doctorwürde. Als Arzt erwarb er sich einen so glänzenden Ruf, daß man ihn den Galenus Ungarns nannte. Den Kaiser Leopold I., als dieser an einer sehr gefährlichen Krankheit darniederlag, rettete seine Kunst. Der Kaiser erhob ihn aus diesem Anlasse in den Freiherrnstand und ernannte ihn zu seinem geheimen Rathe. Als in Ungarn die Rakoczischen Unruhen ausbrachen und Hellenbach zur Partei Rakoczi’s sich schlug, confiscirte der königliche Fiscus sein ganzes ansehnliches Vermögen; nach dem Szathmárer Frieden nahm ihn der Kaiser jedoch wieder in Gnaden auf und ließ ihm seine Güter und sein übriges Vermögen zurückstellen. Hellenbach zog sich nun von der ärztlichen Praxis zurück und beschäftigte sich ausschließlich mit dem Bergbau. Er starb im Jahre 1728, nach Gräffer aber, in seiner „National-Encyklopädie“, Bd. II, S. 545, wäre er schon um 1700 gestorben. Von Hellenbach’s 3 Kindern pflanzte sein Sohn Georg das Geschlecht fort. Die beiden Töchter waren Polyxena, vermält mit Michael Földváry und Wilhelmine, vermält mit Ezechiel Gedey. Aus Georg’s Ehe mit Polyxena Ujfalussy stammen ein Sohn Joseph und eine Tochter Christine, diese vermält mit Peter Rudnay. Mit Joseph starb der Mannsstamm der Familie Hellenbach aus, denn er hatte nur eine Tochter Susanna, welche mit Eduard Baron Steinlein, königl. bayerischem Gesandten am kaiserl. österreichischen Hofe, vermält war. Steinlein hatte das ungarische Indigenat erhalten. [Nagy (Iván), Magyarország családai czimerekkel és leszármazási táblákkal, d. i. Die Familien Ungarns mit Wappen und Stammtafeln (Pesth 1856, Moriz Ráth, gr. 8°.) Bd. VI, S. 86. – Horányi (Alexius), Memoria Hungarorum et Provincialium scriptis editis notorum (Viennae 1776, Ant. Loewe, 8°.) Bd. II, p. 90. – Haan (A. Ludw.), Jena hungarica (Gyulae 1858, Leop. Réthy, 8°.) S. 10. – Veszprémi (Stephan), Succincta medicorum Hungariae et Transilvaniae Biographia (Lipsiae 1774, Sommer, 8°.) Centuria prima, S. 64. – Zabler, Memoria Medicorum Thorunensium, p. 713 et seq.]