BLKÖ:Herberstein, das Haus, Wappen

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 8 (1862), ab Seite: 344. (Quelle)
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IV. Wappen des Grafengeschlechtes Herberstein. Schild der Länge nach und zweimal quergetheilt, also 6feldrig mit Herzschild. Herzschild. In Roth ein silberner Sparen, ursprünglich eine weiße Pflugschleife, auf welcher man den Pflug zum Acker und wieder nach Haus brachte (das eigentliche Hauswappen). Von den Feldern des Hauptschildes sind 1 und 6 der Länge nach quergetheilt; rechts in Roth ein goldenes Castell oder ein oben dreimal gezinnter Thurm mit zwei länglichen Fensteröffnungen neben einander und einer gewölbten offenen Thüre; links gleichfalls in Roth ein silberner Querbalken (ersteres Castilien, letzteres Oesterreich; von Kaiser Karl V. mit Majestätsbrief Gent ddo. 4. Jänner 1522 verliehen); 2 und 3 im schwarzen durchaus mit goldenen kleinen gestürzten Herzen bestreuten Felde ein nach rechts springender weißer Wolf mit vorgestreckter Zunge. Die Zahl der Herzen ist verschieden, es finden sich deren 9, 11, 13 (Neuberg’sches Wappen, verliehen vom Kaiser Ferdinand I. mit Urkunde vom 15. December 1542); 4 und 5 in Roth ein schräglinks gelegtes goldenes Pferdekummet (Wappen der ausgestorbenen Familie von Haag, verliehen von Ernst dem Eisernen mit Urkunde, datirt: Ebenfurt 2. Februar 1409). Den Wappenschild bedecken 5 gekrönte Turnierhelme. Der rechte trägt einen orientalischen goldenen Spitzhut mit silbernem Ueberschlage und oben mit einem Buschen von rothen nach außen wehenden Hahnenfedern (nach Anderen ist der Ueberschlag von weißem Pelzwerke und sind die Federn Adlerfedern, und wieder nach Anderen ist es das goldene Pferdekummet von 4 und 5, der mit einer Krone bedeckt ist, aus der 5 rothe nach außen gekehrte Hahnenfedern hervorkommen). Aus der Krone des zweiten Helmes wächst ein gekrönter bärtiger König im silbernen Harnisch, der in der Rechten ein Schwert, in der Linken vier goldene Scepter aufrecht hält, empor. Aus der Krone des mittlern Helmes erhebt sich ein römischer Kaiser mit starkem Barte im rothen Krönungsornate, in der Rechten den Scepter, in der Linken den Reichsapfel haltend. Aus dem vierten Helme wächst ein bärtiger rechtsgekehrter Mann in rother russischer Tracht hervor; er trägt eine rothe mit Marder ausgeschlagene Mütze, das Kleid hat einen weißen Kragen und wird von einer silbernen Leibbinde gehalten; mit der Rechten hält er drei aufwärts gerichtete Pfeile, einen niederwärts hängenden Säbel am Gefäße und eine über der geschlossenen Hand liegende Peitsche; in der Linken dagegen einen gegen sich gekehrten Bogen (diese drei Helmzierden, Bilder des Königs von Spanien, des deutschen Kaisers und russischen Czaars, sind eine Erinnerung an Sigmund Herberstein, an dessen Dienste unter vier Kaisern und seine Sendungen an die Höfe von Spanien und Rußland, verliehen mit Urkunde des Kaisers Karl V. vom 4. Jänner 1522). Der linke Helm trägt einen aufsteigenden bis an die hintere Hälfte des Leibes zu sehenden silbernen Wolf mit ausgestreckter rother Zunge, hinter welchem ein die Sachsen einwärtskehrender schwarzer mit goldenen gestürzten Herzen belegter Adlersflug steht. Die Helmdecken sind sämmtlich silbern und roth. Die Stellung der Felder des Hauptwappens weicht von obiger Beschreibung hie und da ab; so ist der Wolf öfter im 1. und 4., das Castell und der Querbalken im 2. und 3. (bei Spener im 2. und 5.), das Pferdekummet im 3. und 6. Felde angebracht. Auch weicht die Beschreibung des Castells. wie sie Kneschke gibt, von jener in der Urkunde vom 4. Jänner 1522 wesentlich ab; nach dieser hat es drei Schießlöcher, oben eine Rundung mit sieben Zinnen, woraus dann drei Thürmlein mit Zinnen sich erheben. Schildhalter und Devise. Als solche erscheinen auf dem ober dem Portale des Schlosses Herberstein in Steiermark angebrachten Wappen zwei Löwen; die zwei Bildsäulen des Mars und der Minerva scheinen mit ihren Inschriften auf die schöne Devise des Hauses: „Marte – Arte“ hinzudeuten.