BLKÖ:Janscha, Laurenz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 10 (1863), ab Seite: 90. (Quelle)
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Janscha, Laurenz (Maler, geb. zu Rodein in Oberkrain 1744, gest. zu Wien 1. April 1812). Erlernte erst im späteren Alter die Kunst, wofür das Talent der Maler Weirotter in ihm erkannte und ihm auch den ersten Unterricht ertheilte. Er nahm mit Geschick Gegenden nach der Natur auf und bildete sich unter seinem zweiten Meister Johann Christian Brand [Bd. II, S. 110] nun vollkommener aus. Im Jahre 1771 erhielt er drei Preise, einen zweiten und zwei erste. Im Jahre 1790 wurde er kais. Pensionär der Akademie der bildenden Künste und 1796 Adjunct des Lehrers der Erzverschneidungs- und Manufacturistenschule an derselben. Im Jahre 1801 wurde J. Conrector der Landschaftsschule, an welcher nach Joh. Christ. Brand’s Tode, dessen Bruder Friedrich die Professorstelle bekleidete. Da aber dieser sehr leidend und eben deßhalb verhindert war, sein Amt zu versehen, so leitete J. fast ausschließlich den Unterricht im Landschaftzeichnen und erhielt nach Brand’s Tode zuerst provisorisch, dann aber bleibend dessen Stelle. Später wurde J. kais. Rath. J. malte und zeichnete Landschaften, Prospecte und andere Architekturstücke, Conversationsstücke u. dgl. m. Auch hat er mehrere Landschaften nach Christ. Brand, Rose u. A. geätzt. Gewöhnlich zeichnete er sich L. J., oder L. J. F.(ecit), auf einzelnen auch: L. Janscha del. et sculp. In der Akademie der bildenden Künste in Wien befindet sich von ihm eine Sammlung von Ansichten böhmischer, rheinischer, kärnthnerischer und steierischer Gegenden. Besonders war es ein von ihm ausgeführtes Panorama von Wien, das zu seiner Zeit allgemeinen Beifall fand. Was die Art der Ausführung seiner Arbeiten betrifft, so war vornehmlich die Schraffirung in seinen Landschaften, in denen er nicht das Außergewöhnliche, sondern nur das Gefällige in der Natur darzustellen bemüht war, von besonderer Wirksamkeit. – Sein Bruder Valentin (geb. gleichfalls zu Rodein 1743, gest. zu Wien, nach Gräffer am 11. August 1818, nach Kukuljević bereits im Jahre 1811) war auch Maler und hatte sich an der Wiener Akademie der bildenden Künste zum Künstler herangebildet, an welcher er seit 1788 als Adjunct des Lehrers der Zeichnungs- und Erzverschneidungsschule und seit 1801 als zweiter Adjunct des Lehrers der historischen Zeichnung thätig war.

Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1838, E. A. Fleischmann, 8°.) Bd. VI, S. 417 [schreibt ihn Jantscha, und gibt 1746 als Geburtsjahr und einen Ort Namens Proßnitze in Krain, der aber in Krain gar nicht vorkommt, als Geburtsort an]. – Kukuljević-Sakcinskí (Ivan), Slovnik umjetnikah jugoslavenskih, d. i. Lexikon der südslavischen Künstler (Agram 1858, L. Gaj, gr. 8°.) S. 121 [nach diesem geboren 1744 und gestorben am 1. April 1812]. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. III, S. 19 [nach dieser geb. zu Prosnitze (s. d. frühere Bemerkung) 1746. Gräffer schreibt über ihn und seinen Bruder Valentin: „daß er erst in reiferem Alter zur Kunst übergegangen sei, vorher war die Bienenzucht sein Geschäft, wozu er mit seinem Bruder Valentin nach Wien berufen wurde. Weirotter, damals Professor der Landschaftsschule, entdeckte an ihm die Kunstanlage und [91] munterte ihn auf, sich derselben zu widmen“. Eine in Bezug auf diese Stelle an mich gerichtete Anfrage über den Bienenzüchter Anton, der hie und da als Maler angeführt [siehe die Quellen zum vorigen Artikel] erscheint, dürfte sich durch die obigen Lebensskizzen von selbst aufklären. Wahrscheinlich sind Lorenz und Valentin nahe Verwandte, vielleicht Neffen oder gar Söhne des nach Wien berufenen Bienenzüchters Anton und können in ihrer Jugend sich ganz wohl mit Bienenzucht beschäftigt haben. Jedenfalls gibt es drei Personen dieses Namens, nämlich Anton den Bienenzüchter, Laurenz und Valentin die Maler; denn daß der nach Kukuljević 1770 geborne Anton kein vierter Janscha, sondern eine und dieselbe Person mit obigem Anton sei, erhellt aus den vorigen Angaben und der von mir nachgewiesenen Ungereimtheit in den Zahlen]. –