BLKÖ:Jeszenák, heutiger Stand der Familie

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 10 (1863), ab Seite: 172. (Quelle)
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Heutiger Stand der Familie Jeszenák. Der oben erwähnte Stifter Johann (I.) ist unvermält geblieben. Sein Bruder Paul (I.) hingegen hinterließ mehrere Söhne und Töchter. Von letzteren war Christine mit Alexander Baron Podmanitzky verheirathet; von ersteren starb Stephan unvermält (1784), Johann (II.) (gest. 1777) schuf das Prädium Majorháza auf der Insel Schütt, das die Familie noch von Mathias Corvin im Jahre 1486 zum Geschenke und darüber von Kaiser Karl VI. eine neue Bestätigung erhalten hatte, in ein reizendes Landschloß um, welches, da er mit seiner Gattin Johanna von Pronay keine Kinder hatte, auf seinen Bruder Paul (II.) überging. Die heutigen Sproßen dieser Familie sind also sämmtlich Nachkommen dieses Paul. Paul (II.) (gest. 1798) war auch russisch-holsteinischer Resident in Wien und wurde von Kaiser Joseph II. mit Diplom vom 28. December 1781 in den Freiherrnstand erhoben. Außer mehreren Töchtern hinterließ er zwei Söhne: Johann (III.) (geb. 1760) und Paul (III.) (geb. 1764), von denen der letztere unverehelicht geblieben, der erstere aber, Johann (III.). Vater eines Sohnes und einer Tochter wurde. Die Tochter Louise (geb. 1803) war mit Samuel Grafen Teleky vermält und ist seit 19. Februar 1857 Witwe. Der Sohn Johann (IV.) (geb. zu Preßburg 22. Jänner 1800) beendete seine Studien am Lyceum zu Preßburg, 1819, trat dann bei der königlichen Tafel in Pesth ein, begab sich aber bald nach Wien, von wo aus er zur Selbstausbildung 1820 eine längere Reise nach Italien, Frankreich und England antrat, und im letzteren Lande, als zum Gefolge des Fürsten Eßterházy gehörig, der Krönung des Königs Georg IV. beiwohnte. Nach seiner Rückkehr übernahm er 1822 von seinem Vater die Verwaltung des Gutes Szenicze im Neutraer Comitate und später an des Grafen Karl Zay Stelle die Oberaufsicht über die evangelischen Kirchen und Schulen des protestantischen Kirchensprengels diesseits der Donau. Im Jahre 1848 zum Deputirten in den ungarischen Landtag gewählt, stand er bei dem Umschwunge der Verhältnisse zur revolutionären Regierung, für welche er als Commissär der Republik in der Slovakei eine energische Thätigkeit entfaltete. Nach seiner Gefangennehmung wurde er vor ein Kriegsgericht gestellt, des Hochverrathes schuldig befunden und zum Tode verurtheilt. Das Todesurtheil wurde an ihm gleichzeitig mit Csány [Bd. III, S. 42] am 10. October 1849 in Pesth vollzogen. Baron Johann war mit Louise Gräfin Forgath (geb. 1810) verheirathet, aus welcher Ehe fünf Kinder entsprangen, die Söhne Johann, Alexander und Bela, alle drei gestorben, wornach also diese Familie im Mannsstamme erloschen wäre, und die Töchter Louise, verheirathete Draskorzy und Gisela. So Iván Nagy. Zu welcher Familie [173] dann der Lieutenant im Infanterie-Regimente Nr. 2, Gabriel Freiherr von Jeszenák de Királyfia, gehört, der bei Nagy nirgends aufgeführt erscheint, kann Herausgeber dieses Lexikons nicht bestimmen. – Wappen. Im blauen Felde ein auf grünem Rasen stehender, mit Rüstung und Helm bekleideter Ritter mit offenem Visir, in der ausgestreckten Rechten auf einen Säbel einen Türkenkopf mit dem Turban, in der ausstreckten Linken aber einen Streitkolben haltend. Auf dem Schilde ruht ein gekrönter rechtsgekehrter Helm, aus dessen Krone der Ritter des Feldes bis zu den Schenkeln hervorspringt. Die Helmdecken sind rechts blau mit Gold, links roth mit Silber. [Ujabb kori ismeretek tára, d. i. Das neue Conversations-Lexikon (Pesth, Heckenast, 8°.) Bd. IV, S. 535. – Levitschnigg (Heinrich Ritter von), Kossuth und seine Bannerschaft. Silhouetten aus, dem Nachmärz in Ungarn (Pesth 1850, Heckenast, 8°.) Bd. II, S. 114. – Nagy (Iván), loco citato, Bd. V, S. 335.]