BLKÖ:Károly, Ladislaus (II.)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Károly, Ludwig
Band: 11 (1864), ab Seite: 5. (Quelle)
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10. Ladislaus (II.) (geb. 26. Februar 1824, gest. zu Triest 23. Juni 1852), Sohn des Grafen Ludwig K. aus dessen Ehe mit Ferdinanda Fürstin Kaunitz-Rietberg und Urenkel des berühmten General-Feldzeugmeisters Anton Grafen K. Trat im Jahre 1841, 17 Jahre alt, als Cadet in die k. k. Marine und vollendete seine wissenschaftliche Ausbildung für diesen Dienst unter Anleitung des Marine-Astronomen Prof. Schaub. Bei der Marine zugetheilt bleibend, rückte er in verschiedenen Regimentern zum Hauptmann vor, that aber ununterbrochen den Seedienst. Um sich aber in diesem besonders auszubilden, erbat er sich in der englischen Kriegsmarine Marine-Officiersdienste leisten zu dürfen, was mit Mühe gelang. Auf der Fregatte „Karisford“ und dem Linienschiffe „Colingwood“ machte er die Reise um die Welt mit und kehrte erst 1848, nach dem Ausbruche der Revolution, zurück. Noch einige Zeit, während welcher er zu einigen Missionen, welche auf die Marine Bezug hatten, verwendet wurde, trat er als Corvettencapitän in die k. k. Marine ein, wurde bald darauf Flaggencapitän und erhielt das Commando der Fregatte „Bellona“. Trotz der Blockade Venedigs und der Beschießung Ancona’s, welche das von ihm befehligte Admiralschiff mitmachte, gelang es ihm, auf seinem Schiffe die strengste Ordnung aufrecht zu erhalten und seine Mannschaft schlagfertig einzuüben. Für seinen Eifer erhielt er den Leopold-Orden. Nach dem Falle Venedigs wurde K. Fregattencapitän, erhielt das Commando der Corvette „Karolina“ und führte sie nach England, Dänemark und Rußland. Von dieser sehr anstrengenden Fahrt leidend zurückgekehrt, suchte K. sich in Wien zu erholen, kehrte dann zu seinem Dienste zurück, rüstete die Fregatte „Novara“ aus, auf welcher eben Se. kais. Hoheit Erzherzog Ferdinand Max sich einschiffte, und machte nun eine Reise im mittelländischen Meere und an die Küsten von Spanien bis Cadix. Noch nahm er an den Uebungen der Escadre im adriatischen Meere als Commandant der „Novara“ Theil, aber der rauhe Winter und der stürmische Frühling hatten seine ohnehin nicht hergestellte Gesundheit sehr angegriffen; statt sich aber Ruhe und Erholung zu gönnen, blieb K. bis zur Auflösung der Escadre. Nun erst ging er an’s Land, um sich zu pflegen, es war jedoch zu spät, sein Leiden zu weit vorgeschritten; es raffte ihn im Lenze seines Lebens im Alter von 28 Jahren dahin. Ueber seine Reise, seine Dienstleistung in der englischen Marine hat K. genaue und umfassende Aufzeichnungen in Tagebüchern und dergleichen geführt. Er hatte immer die Absicht, seine interessante maritime Laufbahn zu schildern. Der Tod vereitelte dieselbe, aber sterbend beauftragte er einen Freund mit der Ausführung dieses Gedankens. Es ist ein Jahrzehend dahingegangen, ohne daß etwas geschehen ist. Die gewiß interessanten und für weite Kreise nicht unwichtigen Papiere des Verstorbenen mögen im Besitze seiner Familie sein. [Oesterreichischer Soldatenfreund (Wien, 4°.) 1852, S. 342: „Nekrolog“ [nach der Triester Zeitung]. – Oesterreichischer Militär-Kalender, herausg. von Hirtenfeld und Meynert (Wien, kl. Fol.) IV. Jahrg. (1853), [6] S. 150. – Porträt. Mit der Unterschrift: Graf Ladislaus Károly, k. k. Linien-Schiffscapitain (geb. 24. Februar 1824, gest. 23. Juni 1852). Kriehuber (lith.) 1854 (Wien, gedr. bei J. Rauch, halb Fol.) [das Geburtsdatum auf dem Bilde weicht von dem in den verzeichneten Quellen angegebenen ab).] –