BLKÖ:Königsacker, die Grafen, Genealogie

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 12 (1864), ab Seite: 221. (Quelle)
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Zur Genealogie der Grafen Königsacker. Die Königsacker sind ein altes italienisches Adelsgeschlecht, welches eigentlich Bianchi heißt, aus dem Herzogthume Chablais in Savoyen stammt und seinen Namen von dem dortigen Schlosse Campo regio ableitet. Es übersetzte den ursprünglichen Namen Bianchi da Campo regio in’s Deutsche Weiß von Königsacker. Andreas Weiß von Königsacker wurde von Kaiser Leopold I. mit Diplom ddo. Regensburg 7. Mai 1664 in den Reichs-Ritterstand erhoben. Sein Sohn Aegydius, k. k. Truchseß, und sein Vetter Andreas, churf. bayerischer Cavallerie-Lieutenant, führten schon, als ihnen von Kaiser Leopold I. mit Diplom ddo. Wien 25. November 1675 der Reichs-Freiherrnstand verliehen wurde, statt des Namens Weiß den Namen Königsacker, verbunden mit dem zweiten, von dem in der Nähe Münchens gelegenen Rittergute abgeleiteten Namen Neuhaus. Des Aegydius Sohn JosephWißgrill nennt ihn Joseph Leopold; Kneschke, Schmutz und Andere Joseph Jacob Judas – k. k. Reichshofrath, wurde von Kaiser Karl VI. mit Diplom ddo. Wien 9. Jänner 1734 in den Reichsgrafen- und mit einem vom 23. August 1734 in den erbländisch-österreichischen Grafenstand erhoben. Graf Joseph kaufte sich in Steiermark an, wo die Familie dem Erlöschen nahe ist: denn es leben nur noch der Graf Leopold (geb. 29. November 1797), Sohn des 1812 verstorbenen Oberstlieutenants Grafen Leopold aus dessen Ehe mit Therese Gräfin Preysing-Lichtenegg-Kronwinkel (gest. 1851), und zwei Schwestern: Therese, vermälte Gräfin Gäller von Schwarzenegg (geb. 15. Februar 1782, Witwe seit 13. October 1818) und Gräfin Karolina (geb. 17. April 1791), gräfl. Herberstein’sches Stiftsfräulein. Von einer Gräfin Königsacker, welche in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Gratz lebte und mehrere Kinder, Söhne und Töchter besaß, wird der psychisch und physisch interessante Umstand erzählt, daß die Gräfin nach der jedesmaligen Geburt eines Kindes in Ohnmacht fiel, sobald man ihr eines derselben in’s Zimmer brachte. Es mußten also dieselben alle abgesondert von der Mutter gehalten werden. Der Fall gewann durch nachstehende Thatsache erhöhtes Interesse. Einer der Söhne, der in der kaiserlichen Armee als Officier diente, hatte die Mutter auf diese Art nie gesehen. Nach vielen Jahren kam er in’s Elternhaus und der Vater beschloß seinen Sohn unter fremdem Namen der Mutter vorzuführen. Der Sohn ging darauf ein. Er wurde als ein fremder Officier der Gräfin vorgestellt. Aber nur wenige Worte sprach die Mutter mit ihm, als sie in Ohnmacht sank, aus der sie erst zu sich kam, nachdem der Sohn sich entfernt hatte. Ein zweiter Versuch fiel nicht besser aus. Seit dieser Zeit sah die Gräfin bis zu ihrem Tode keines ihrer Kinder wieder. Dieser Vorfall wird als auf voller Wahrheit beruhend von einem Gratzer Blatte erzählt und ging aus demselben in andere Journale über (Werschetzer Gebirgsbote 1861, Nr. 39). [Freiherrn-Diplome für Aegydius und Andreas von K.-N. ddo. 25. November 1675. – Grafen-Diplome für Freiherrn Joseph von K.-N. ddo. 9. Jänner 1734 und 23. August 1734. – Schmutz (Carl), Historisch-topographisches Lexikon von Steyermark (Gratz 1822, Kienreich, gr. 8°.) Bd. II, S. 251. – Kneschke (Ernst Heinrich Prof. Dr.), Neues allgemeines deutsches Adels-Lexikon (Leipzig 1864, Friedr. Voigt, gr. 8°.) Bd. V, S. 192. – Derselbe, Deutsche Grafen-Häuser der Gegenwart (Leipzig 1852, T. O. Weigel, 8°.) Bd. I, S. 460. – Gothaisches genealogisches Taschenbuch der gräflichen Häuser (Gotha, Just. Perthes, 32°.) Jahrgang 1835, S. 409; Jahrg. 1859, S. 577. – Historisch-heraldisches Handbuch zum genealogischen Taschenbuche der gräflichen Häuser (Gotha 1855, Just. Perthes, 32°.) S. 646 (unter Neuhaus).] – Wappen. Gevierteter [222] Schild mit Herzschild, 1 und 4: in Roth eine goldene Doppellilie; 2 und 3: in Gold drei schwarze Felsenberge, von denen der mittlere die beiden äußeren etwas übersteigt. Der[WS 1] Herzschild zeigt in Roth ein mit einem lateinischen L (Kaiser Leopold) belegtes silbernes Kreuz. Auf dem Schilde ruhen drei gekrönte Turnierhelme. Auf der Krone des rechten erheben sich zwei silbern und roth mit gewechselten Tincturen abgetheilte, mit auswärts gewendeten Mundlöchern aufsteigende Elephantenrüssel; auf der Krone des linken drei wallende Straußenfedern, eine goldene zwischen zwei schwarzen; auf jener des mittleren endlich steht zwischen zwei mit den Sachsen nach innen gekehrten Adlerflügen, der rechte unten golden oben roth, der linke unten blau oben silbern, mittendurch abgetheilt, die goldene Doppellilie von 1 und 4. Die Helmdecken sind rechts roth mit Silber, links schwarz mit Gold, die des mittleren roth mit Gold belegt. Schildhalter. Rechts ein gekrönter goldener Greif, links ein gekrönter goldener Löwe, beide mit roth ausgeschlagenen Zungen, letzterer mit aufgeschlagenem Doppelschweif. Alle anderen, von dieser abweichenden Wappenbeschreibungen sind unrichtig, und auch die Zeitangaben der Diplome, wie sie hier stehen, sind den Original-Diplomen entnommen und die einzig richtigen.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Den.