BLKÖ:Kappel Ritter von Savenau, Vincenz Ludwig

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Kappel, die Familie
Band: 14 (1865), ab Seite: 492. (Quelle)
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* Kappel Ritter von Savenau, Vincenz Ludwig[BN 1] (Sectionschef im k. k. Finanzministerium, geb. zu Gratz 17. December 1798). Trat nach beendeten juridisch-politischen Studien am 1. December 1821 in den k. k. Staatsdienst und zwar im Cameralfache ein, wurde am 3. Juni 1833 zum Cameralrath und Bezirksvorsteher in Böhmen und mit Allerh. Entschließung vom 6. März 1841 zum ersten Gremialrath bei der Cameral-Gefällenverwaltung in Gratz befördert, in welcher Stellung mit Allerh. Entschließung vom 6. April 1844 seine Ernennung zum Gubernialrathe erfolgte. Seine Umsicht, Geschäftserfahrung und strenge Rechtlichkeit lenkten auf ihn die Wahl, als die Organisirung des Finanzdienstes in den Königreichen Croatien und Slavonien in’s Leben treten sollte. Mit Allerh. Entschließung vom 13. Februar 1850 wurde ihm unter gleichzeitiger Ernennung zum Ministerialrathe dieselbe übertragen und von ihm innerhalb nicht voller 3 Jahre vollendet. Seit dem Jahre 1852 stand K. anfangs unter dem Titel eines Hofrathes, dann als Ministerialrath und schließlich mit dem Titel Vicepräsident der böhmischen Finanz-Landesdirection vor. Als nach dem Rücktritte des Ministeriums Schmerling-Plener das neue Ministerium Belcredi-Larisch die Leitung der Staatsgeschäfte und Finanzen übernahm, wurde Ritter von K. mit Allerh. Entschließung vom 29. Juli zum Sectionschef im Finanzministerium mit Einbeziehung in die dritte Diätenclasse ernannt und ihm die Führung der Section für den Finanzverwaltungsdienst übertragen. In Anerkennung der ausgezeichneten Verdienste, welche sich K. insbesondere auf seiner außerordentlichen Sendung zur Organisirung und vollendeten Durchführung der directen und indirecten Besteuerung, wie des Finanzdienstes überhaupt, in Croatien, Slavonien und im croatisch-slavonischen Seedistricte erworben, wurde K. mit Allerh. Entschließung vom 22. April 1855 mit dem Ritterkreuze des Leopold-Ordens ausgezeichnet und den Statuten dieses Ordens gemäß noch im nämlichen Jahre in den erbländischen Ritterstand erhoben. Schon im Jahre 1861 feierte K. sein vierzigjähriges Dienstjubiläum.

Ritterstands-Diplom vom 13. Juni 1855. – Neue freie Presse (Wiener polit. Blatt) 1865, Nr. 324 u. 359. –

Berichtigungen und Nachträge

  1. * Kappel Freiherr von Savenau, Vincenz Ludwig (Staatsbeamter, gest. zu Wien im Jahre 1868). Trat zur Zeit, als Graf Larisch Finanzminister war, aus dem Dunkel seiner beamtlichen Wirksamkeit und wurde Chef im Finanzministerium. Die Wahl und Berufung zu einem solchen Posten eines Mannes, dessen Namen nie aus dem Dunkel seiner Rechnungsstube hervorgeleuchtet, und der sich in so eigenthümlicher Weise nachgerade entpuppte, gehört auch in die Kategorie jener Unbegreiflichkeiten, die, wie es scheint, wenn ein Staat alle Katastrophen durchmachen muß, um groß und stark zu werden, immer Vorkommen müssen. Was im Menschenleben die Masern und Ausschlagskrankheiten, sind solche Menschen am Staatskörper. Das Pikanteste ist aber, daß, wenn er einerseits durch die Massenpensionirung von Beamten dem Staatssäckel ersparte, er demselben durch unnöthige Ausgaben und unberechtigte Nachlässe ausständiger Forderungen einen weit größeren Nachtheil zufügte und zuletzt gar – Baron wurde. – Sein Sohn wurde in der Blüthezeit des Vaters Capellmeister des Hof-Operntheaters, legte aber später diese Stelle nieder. Uebrigens wird der Letztere als ein tüchtiger Musicus gerühmt und seine Compositionen wurden von competenter Seite, namentlich ein von ihm veröffentlichtes „Ave Maria“ für 2 Singstimmen mit Begleitung der Orgel (Wien 1866, Spina) in ehrenvoller Weise gewürdigt.
    Neues Wiener Tagblatt 1868, Nr. 222 in der Rubrik: „Personalnachrichten“; – dasselbe, [357] Nr. 224, im Feuilleton von Sigmund Schlesinger; – dasselbe 1870, Nr. 121: „Wie man Baron wird“. – Der Wanderer (Wiener polit. Blatt) 1866, Nr. 168, im Feuilleton. [Bd. 28, S. 356 f.]