BLKÖ:Kassai, Joseph

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Kasperowski, Adam
Nächster>>>
Kassai, Andreas
Band: 11 (1864), ab Seite: 26. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Kassai, Joseph|11|26|}}

Kassai, Joseph (Sprachforscher und Lexikograph, geb. zu Kisfalud im Zempliner Comitate 15. März 1767, gest. an seinem Geburtstage in seinem Geburtsorte im J. 1843). Seine Studien begann er zu Tokaj und ging 1784 nach Kaschau, wo der tüchtige Sprachforscher David Baróti-Szabo [Bd. I, S. 162], Priester der Gesellschaft Jesu, sein Lehrer war. Baróti weckte auch in K. die Liebe zur vaterländischen Sprache. Nachdem K. die Philosophie 1786 in Kaschau beendet, ging er nach Erlau, wo ihn Karl Graf Eßterházy unter die Comitats-Zöglinge aufnahm, und später zum Studium der Theologie nach Pesth schickte. 1790 erhielt er die h. Weihen und trat darauf in die Seelsorge, welche er bis 1794 zu Tarczal, von da ab bis 1824 zu Szerenc, also durch 34 Jahre versah. Im letztgenannten Jahre pensionirte ihn der Kaschauer Bischof Stephan Cseh mit einem ärmlichen Gehalte. K. lebte nun einige Jahre auf dem Schlosse des Grafen Johann Almásy; später unterzog er sich, von den Bischöfen Szepesy und Scitowsky in hochherziger Weise unterstützt, der Bearbeitung seines kritischen Lexikons der magyarischen Sprache, in dessen Vollendung ihn jedoch der Tod unterbrach, der ihn im Alter von 76 Jahren der Wissenschaft entriß. Wie schon bemerkt, führte ihn Baróti-Szabo in das Studium der Sprachwissenschaft ein, und während der theologischen Studien richtete er auf die Dialecte, Sprichwörter und Verwandtes der ungarischen Sprache seine Aufmerksamkeit. Er setzte diese Studien auch in [27] der Muße seines Seelsorgerberufes fort und veröffentlichte mit Unterstützung des Erlauer Domherrn Ignaz Szepesy das Werk: „Magyar nyelvtanitó könyv“, d. i. Lehrbuch der ungarischen Sprache (Sarospatak 1817), welchem schon im nächsten Jahre als Entgegnung auf die gegen ihn erhobenen Bedenken des zu Miskolcz wohnenden Minoriten Job Flerczer die Schrift: „Barátságos és ugyes felelet a szemügyre“, d. i. Eine freundliche und passende Antwort zur Beachtung (Kaschau 1818), folgte. Mehreres veröffentlichte er noch in den Jahrgängen 1820 und 1821 der Zeitschrift: „Tudományos Gyüjtemeni“, d. i. Wissenschaftliche Sammlung. Sein mit Hilfe der oben genannten zwei Bischöfe zum Drucke befördertes Lexikon, welches den Titel hat: „Szármatató és gyökerező magyardeák szókönyv“, d. i. Ungarisch-lateinisches etymologisches und Wurzelwort-Lexikon (Pesth 1833–1835), war bis zum 4. Bande, bis Sz., gediehen und ist seither unvollendet geblieben. Ueberdieß beschäftigte sich K. auch viel mit Botanik. Die ungarische Akademie der Wissenschaften hatte ihn am 7. März 1832 zu ihrem correspondirenden Mitgliede erwählt.

Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Gyüjték Ferenczy Jakab és Danielik József, d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen. Von Jacob Ferenczy und Joseph Danielik. (Pesth 1856, Gustav Emich, 8°.) S. 237. – Ujabb kori ismeretek tára, d. i. Neues ungarisches Conversations-Lexikon (Pesth, 8°.) Bd. IV, S. 601. –