BLKÖ:Kinsky von Wchinitz und Tettau, Ulrich

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 11 (1864), ab Seite: 283. (Quelle)
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28. Ulrich K. (geb. 1583, gest. 1620), ein Sohn Johann K.’s aus dessen Ehe mit Anna Pausar von Michnicz und Bruder Wenzel’s (III.) [Nr. 30], Johann’s [Nr. 14], Radislaw’s des Jüngeren [Nr. 25] und Wilhelm’s [Nr. 32]. Er war Utraquist und ein tapferer Degen. Bei dem Einfalle der Passauer in Prag that er sich, wie noch zwei seiner Brüder, Wenzel und Wilhelm, durch seine Tapferkeit hervor. Später erscheint er als Oberst der von den utraquistischen Ständen geworbenen Truppen. In den Unruhen, welche dem Fenstersturze Slawata’s und Martinitz vorangingen, trat er als einer der heftigsten Gegner der Statthalterei auf. Als am denkwürdigen 23. Mai 1618 in Folge der Gährung, welche der Majestätsbrief vom 16. Mai 1618 unter dem Adel erregte, dem darin auf das Strengste verboten war, Zusammenkünfte und Besprechungen über Religionsangelegenheiten zu halten, der Adel in der kön. Kanzlei sich versammelt hatte, war es Ulrich, der mit Albrecht von Smiřic, Johann Litwin von Řican und Paul Kavliř die Statthalter Martinitz und [284] Slawata zum Fenster der Landtagsstube hinabstürzte. Auch war Ulrich gegen die Wahl Ferdinand’s II. zum Könige von Böhmen nach des Kaisers Mathias Tod und stimmte mit seinem Bruder Wilhelm für den Churfürsten von Sachsen. Noch nach seinem Tode wurden auf Ferdinand’s II. Befehl seine Güter confiscirt. –