BLKÖ:Kleinheinz, Franz Xaver

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 12 (1864), ab Seite: 63. (Quelle)
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Kleinheinz, Franz Xaver[BN 1] (Tonsetzer, geb. zu Mindelheim in Schwaben 3. Juli 1772, gest. zu Pesth um das Jahr 1832). Den ersten Unterricht in der Musik erhielt er von einem Klostergeistlichen in Memmingen, zugleich betrieb er die Studien, nach deren Vollendung er in den bayerischen Staatsdienst trat. Aber schon in wenigen Jahren gab er denselben auf, um ganz seiner Kunst, die er leidenschaftlich liebte, zu leben. Um das Jahr 1802 finden wir K. bereits in Wien, wo er bei Albrechtsberger die Composition studirte, und sich als Tonsetzer und Clavierspieler bald in weiteren Kreisen bekannt machte. Dann nahm er die Stelle eines Musikmeisters im Hause des Grafen Brunswick an, welche er später mit jener eines Theatercapellmeisters [64] in Brünn und zuletzt in Pesth vertauschte, in welch letzterer Stadt er sich verheirathet, über zwei Decennien gelebt hat und auch gestorben ist. K. hat Mehreres sowohl im Gebiete der Kirchen- wie der Profanmusik componirt, u. z. 2 Oratorien, 2 Messen, deren eine in As lange Zeit unter Mehul’s Namen cursirte, 3 Opern, darunter „Harald“ und „Der Käfig“, 16 Claviersonaten, deren mehrere Gerber’s Lexikon der Tonkünstler aufzählt. 2 Trio’s, viele Variationen, außerdem Concertstücke, Ouverturen, Entreacte’s, Märsche zu verschiedenen Schauspielen. Tragödien und Parodien, Romanzen, Balladen und Lieder, unter letzteren Schiller’s Gedichte: die Erwartung, der Handschuh und Hector’s Abschied u. dgl. m. Auch ist Mehreres gedruckt worden, und von diesem tragen seine, der Kaiserin von Rußland gewidmeten „Trois grands Sonates“ die höchste Opus-Zahl 17. Fachmänner seiner Zeit rühmten sowohl seine Fertigkeit im Clavierspiele wie die Annehmlichkeit seiner ideenreichen und beliebten Tonstücke.

Gerber (Ernst Ludwig), Neues historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler (Leipzig 1812, Kühnel, gr. 8°.) Bd. III, Sp. 65. – Neues Universal-Lexikon der Tonkunst. Angefangen von Dr. Jul. Schladebach, fortgesetzt von Ed. Bernsdorf (Dresden 1858, Rob. Schäfer, gr. 8°.) Bd. II, S. 624. – Gaßner (F. S. Dr.), Universal-Lexikon der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart 1849, Franz Köhler, gr. 8°.) S. 494.

Berichtigungen und Nachträge

  1. E Kleinheinz, Franz Xaver [Bd. XII, S. 63].
    Ausführliche biogr. handschr. Mittheilungen nebst Compositionen-Verzeichniß im Archiv der Gesellschaft u. s. w., wie bei Haas. [Bd. 26, S. 396.]