BLKÖ:Klumpar, Johann Květoslav

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 12 (1864), ab Seite: 124. (Quelle)
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Klumpar, Johann Květoslav (Schulmann, geb. zu Chrast im Chrudimer Kreise 4. Mai 1826). Erhielt in seinem Geburtsorte den ersten Unterricht, kam dann auf das Gymnasium nach Leitomischel, später nach Leitmeritz, wo er unter Klicpera [s. d. S. 88 d. Bds.] die Humanitätsclassen beendete. In Prag hörte er die Philosophie und zu Königgrätz das erste Jahr die Theologie. Dann aber gab er das theologische Studium auf, besuchte an der neu organisirten philosophischen Facultät in Prag verschiedene Vorlesungen, vornehmlich jene Čelakowsky’s über die slavischen Sprachen, war dann als Supplent zuerst am Altstädter Gymnasium zu Prag, später in Neuhaus thätig. Im Jahre 1853 wurde er zum Professor am neu errichteten Gymnasium zu Iglau, 1856 aber zum Director des neu errichteten Gymnasiums zu Lugos im Banat ernannt, worauf ihm im Jahre 1858 die Organisation des zu Skalitz in Ungarn zu errichtenden Staatsgymnasiums übertragen wurde, wo er bis zum Herbste 1861 thätig war. In Folge der politisch veränderten Verhältnisse Ungarns wurde auch er in Disponibilität versetzt. K. ist literarisch vielfach thätig, unter dem Namen Chrastecký (von seinem Geburtsorte Chrast) schreibt er in den Zeitschriften: Lumír, Škola a život, d. i. Schule und Leben, Sborník, der Sammler, Hlasy Slovákův, d. i. Stimmen der Slowaken. Selbstständig gab er heraus: „Skladba jazyka latinského s připojenými příklasy českými hu překládání [125] na jazyk latinský“, d. i. Syntax der lateinischen Sprache, mit beigefügten böhmischen Beispielen zum Uebersetzen in’s Lateinische (Prag 1863). Auch liegt eine čechische Uebersetzung der Werke Cäsar’s druckfertig. – Sein jüngerer Bruder Alois Dionys (geb. 1828) war ein Zögling der Orgelschule in Prag, wo er sich in der Musik ausbildete und zur Zeit Capellmeister in Rußland ist. Er hat bereits Mehreres componirt, und seine Märsche sind im Militär-Musik-Album (Wien) abgedruckt.

Slovník naučný. Redaktor Dr. Frant. Lad. Rieger, d. i. Conversations-Lexikon. herausgegeben von Dr. Franz Ladisl. Rieger (Prag 1859, Kober, Lex. 8°.) Bd. IV, S. 706.