BLKÖ:Korompay, Franz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Korompay, Joseph
Band: 12 (1864), ab Seite: 469. (Quelle)
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Korompay, Franz (Maler, geb. zu Kremsier in Mähren, gest. zu Brünn 1779). Er war ein Schüler des Malers Franz Palko, der seinem Meister Ehre machte. K. malte Porträte und historische, vornehmlich Altarbilder. Seine Porträte, von denen jedoch die männlichen glücklicher [470] ausfielen als jene von Frauen, sind wahre Meisterstücke, und zeichnen sich ebensowohl durch sprechende Aehnlichkeit aus, wie durch treffliche Anordnung und Färbung. Von seinen Altarblättern finden sich deren in mehreren Kirchen Brünns, u. a. in der St. Jacobskirche, und eine schöne „Mater dolorosa“ bei den Minoriten. K. führte einen leichten, weichen und gefälligen Pinsel, und hätte seinen natürlichen Anlagen zu Folge ein großer Künstler werden müssen, wenn ihm das Glück nur einigermaßen hold gewesen wäre. Von seiner Hand finden sich auch kleine Staffeleibilder, nach Art der Niederländer. In neuester Zeit[WS 1] erst wurde die Aufmerksamkeit der Kenner auf ein großes Bild Korompay’s: „Das Tableau der Frohnleichnams-Prozession zu Brünn im Jahre 1748“, gelenkt, welches sich im Besitze des Brünner Domcapitels befand und von demselben im Jahre 1863 dem Brünner Gemeinderathe zum Geschenke gemacht wurde. Das Bild hat stark angedunkelt und auch sonst durch Feuchtigkeit und Staub gelitten. Es wurde somit dem Maler Stiasny zur Restauration übergeben, und hat dieser dieselbe mit Fachkenntniß ausgeführt. Das Bild, 1750 gemalt, mißt 16 Fuß in der Länge und 6 Fuß in der Höhe. Es besitzt nicht nur nach seinem architektonischen Theile und den im Geschmacke der Zeit gemalten Figuren historischen Werth, sondern, da es mit dem äußersten Fleiße, ja mit fast ängstlicher Genauigkeit gemalt ist, gibt es auch Zeugniß von der nicht gewöhnlichen Kunstfertigkeit des Meisters. – Korompay’s Sohn Leopold, auch Joseph Leopold (geb. zu Brünn, gest. ebenda im Jahre 1829), wählte den geistlichen Stand, übte aber, von seinem Vater in der Malerei, für die er ein schönes Talent beurkundete, unterrichtet, und später von Martin von Molitor weiter ausgebildet, diese Kunst auch im geistlichen Stande aus. Von seiner Hand sind mehrere Altarblätter bekannt, so in der Pfarrkirche zu Kumrowitz im Brünner Kreise das Hochaltarblatt, in der Peters- und Paulskirche zu Ober-Dubnian im Znaimer Kreise drei Altarblätter, in der Kirche zu Dallein im Olmützer Kreise das Altarblatt, den „H. Matthäus“ vorstellend, in der Kirche zu Nebotein im Olmützer Kreise das Altarblatt. Ueberdieß malte er Landschaften und Porträte. Letztere zeichnet große Aehnlichkeit aus, erstere sind im Geschmacke seines Meisters Molitor gehalten und finden sich deren im Schlosse zu Lissitz in Mähren und im Besitze von Privaten. Wie Nagler schreibt, hatte K. einen „pastosen Farbenauftrag in einer gefälligen klaren Weise“.

Annalen der Literatur und Kunst des In- und Auslandes (Wien, Doll, 8°.) Jahrgang 1810, Bd. III, S. 140, im Aufsatze: „Ueber bildende Künste in Mähren“ [nach diesem gestorben 1779, alle anderen Quellen geben 1770 als Todesjahr an]. – Oesterreichische Blätter für Literatur und Kunst, Geschichte, Geographie und Statistik. Herausgegeben von Dr. Ad. Schmidl (Wien, gr. 4°.) I. Jahrgang (1844), S. 607, im Aufsatze: „Kunstschätze aus dem Gebiete der Malerei in Mähren“. – Brünner Zeitung 1863, Nr. 280: „F. Korompay’s großes Tableau der Frohnleichnams-Prozession zu Brünn im J. 1784“. Beschrieben von Moriz Trapp [in der Ueberschrift ist die Zahl 1784 falsch und soll heißen 1748, denn Korompay hat das Bild im Jahre 1750 gemalt, was er nicht hätte thun können, wenn diese Procession erst 1784 – also 34 Jahre später – stattgefunden hätte]. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1838, Fleischmann, 8°.) Bd. VII, S. 143. –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Zeist.