BLKÖ:Kulda, Benedict Methodius

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Kulcsár, Stephan
Band: 13 (1865), ab Seite: 355. (Quelle)
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Kulda, Benedict Methodius (čechischer Schriftsteller, geb. zu Ivánčić in Mähren 16. März 1820). Das Gymnasium besuchte K. zu Iglau, die Philosophie zu Brünn, wo er sich bald des besonderen Wohlwollens des dortigen Professors Klácel [Bd. XII, S. 1] zu erfreuen hatte. In Brünn beendete er dann die theologischen Studien. Im August 1845 erhielt er die h. Weihen und trat nun auch in die Seelsorge und zwar als Caplan zu Židlichović, wo er bis 1848 blieb; dann kam er nach Lodenic und Hobza, und im Jahre 1850 als Spiritual und Katechet in das Schutzhaus der sittlich verwahrlosten Jugend zu Brünn (weiblicher Filial-Katholikenverein slavischer Zunge). Im Jahre 1859 erhielt er aber eine Pfarre zu Chlum im Taborer Kreise. Jedoch schon in den ersten Monaten des Jahres 1860 wurde er zum erzbischöflichen Secretär, dann zum Aufseher der Volksschulen im Seltschaner Bezirke ernannt. Im Jahre 1861 beriefen ihn die Gemeinden der Wahlbezirke Seltschan und Votić in den böhmischen Landtag; aber fortdauernde Kränklichkeit nöthigte ihn, im Jahre 1864 sein Mandat niederzulegen. K. ist auch als Schriftsteller thätig und in seinen jungen Jahren schrieb er unter dem Pseudonym Skalković [unter welchem Namen er auch in Jungmann’s Geschichte der čechischen Literatur (2. Ausgabe), S. 624, mit der Uebersetzung einer Elegie Mathisson’s angeführt ist] in čechischen Unterhaltungsblättern seiner Zeit. Unter seinem Namen hat er folgende selbstständige Schriften herausgegeben: „Kořaleční mor“, d. i. Die Branntweinpest (Brünn 1846); – „Krásné večery“, d. i. Schöne Abende (ebd. 1852); – „Moravské národní pohádky a pověsti z okolí Rožnovského“, d. i. Mährische Volkssagen und Märchen aus der Umgegend von Roznow im Neutitscheiner Kreise (ebd. 1854, 8°.), Kulda’s verdienstlichstes Werk; – „Horlivý a veselý budíček v rodinách křestan [356] ských“, d. i Der eifrige und fröhliche Wecker in christlichen Familien (ebd. 1856–1858); – „Písně a básně pro školy národní“, d. i. Gedichte und Fabeln für Volksschulen (ebd. 1856); – „Svadba v národě Ceskoslovanském čili svadební obyčeje řeči promluvy přípitky“, d. i. Die Hochzeit bei den Čechoslaven. oder die Hochzeitsgebräuche, Reden, Ansprachen u. s. w. (ebd. 1858); – „Životopis Tomášĕ Procházky, kaplana v Ivančicích“, d. i. Lebensbeschreibung des Thomas Prochazka, Pfarrers von Ivancic (ebd. 1863). Auch redigirte K. von 1852 bis 1860 den von der Bruderschaft der HH. Cyrill und Methodius herausgegebenen Volkskalender Moravan, und die unter dem Titel: „Zprav o všeobecných sjezdech jednoty katolické slovanského jazyka na Moravě“ von 1851 bis 1854 in 4 Heften erschienenen Verhandlungen der allgemeinen Versammlungen der katholischen Einheit slavischer Zunge in Mähren. In neuester Zeit gibt er zu Olmütz schon im zweiten Jahrgange eine theologische Zeitschrift in čechischer Sprache unter dem Titel: „Posvatna kazatelna“, d. i. Die geheiligte Kanzel, in Monatheften heraus; übrigens hat er schon früher Predigten für das ganze Jahr in čechischer Sprache in der von Johann Bily redigirten Prediger-Bibliothek (Biblioteka kazatelska) veröffentlicht.

Jungmann (Josef), Historie literatury české, d. i. Geschichte der böhmischen Literatur (Prag 1849, F. Řiwnáč, 4°.) Zweite, von W. W. Tomek besorgte Auflage, S. 439, Nr. 993 h, S. 589.