BLKÖ:Lacy-Billingari, Wilhelm Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 13 (1865), ab Seite: 469. (Quelle)
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Lacy-Billingari, Wilhelm Graf (k. k. Oberstlieutenant und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Connor in der Provinz Ulster in Irland im Jahre 1726, gest. zu Wien 12. December 1784). Wohl auch ein Sproß derselben irischen Familie[WS 1], welcher der berühmte Feldmarschall Franz Moriz Graf L. [s. d. Vorigen] entstammte. Trat im Jahre 1748 während der Bewegung des siebenjährigen Krieges im Infanterie-Regimente Loudon ein und war bereits in einem Jahre Hauptmann. Im Treffen bei Landshut, 23. Juni 1760, nahmen die Grenadiere von Loudon-Infanterie unter dem Obersten d’Alton [s. d. Bd. I, S. 21] und Major Caldwell [s. d. Bd. II, S. 240][WS 2] die vorderen feindlichen Verschanzungen und Batterien des linken Flügels mit Sturm; während dieser Zeit marschirte Lacy-Billingari mit seiner Grenadier-Compagnie im Rücken des Feindes durch einen Theil seines Lagers an die zweite Hauptredoute, welche mir Pallisaden, Sturmpfählen und einem Graben versehen, mit 160 Mann und 2 Kanonen besetzt war. Kaum näherte sich Lacy mit seinen Grenadieren der Redoute, als die Preußen ein mörderisches Kartätschen- und Gewehrfeuer eröffneten, welches seinen Lieutenant und mehrere Gemeine tödtete, den Oberlieutenant aber schwer verwundete. Nur die frühe Tageszeit, es war 2 Uhr Morgens, und die noch herrschende Dunkelheit hatten es verhindert, daß das gegnerische Feuer nicht noch wirksamer ausgefallen war. L. aber, eben von diesem Umstande Nutzen ziehend, befahl den Sturm, stellte sich selbst an die Spitze seiner Leute, überstieg die Pallisaden und drang, von einigen seiner beherztesten Grenadiere gefolgt, unaufgehalten in die Schanze. Die überraschten Preußen verloren nun ganz die Fassung, warfen die Gewehre weg und wurden einem glücklicherweise nachgerückten Detachement als Kriegsgefangene übergeben. Nun setzte L. seinen Angriff fort, rückte weiter gegen Landshut vor und gerieth auf eine Abtheilung von 200 Preußen, welche eben im Begriffe stand, ihren Leuten in [470] der Redoute, die sie nur noch bedrängt, aber nicht bereits besiegt und gefangen wähnten, zu Hilfe zu eilen. Auch hier entschied L.’s persönlicher Muth. Als sich beide Theile in der noch herrschenden Dunkelheit ganz nahe gerückt waren, ergriff L. rasch den feindlichen Hauptmann an der Brust, der über diesen Anfall die Fassung verlor und mit seinen Leuten die Waffen streckte. Bei dem Sturme auf Schweidnitz, am 1. October 1761, attaquirte L.-B. mit zwei Grenadier-Compagnien das sogenannte Gartenfort. Der Feind leistete hartnäckigen Widerstand und unterhielt ein wohlgezieltes Feuer. Vier den Grenadieren zur Unterstützung gegebene Füselier-Compagnien, nachdem sie von den Kugeln stark gelitten, hatten sich bereits zurückgezogen; dieser Umstand brachte nun auch die Grenadiere zum Wanken. Aber Hauptmann L.-B. stellte sich an die Spitze seiner Leute, ermahnte sie auszuharren und feuerte durch das eigene Beispiel ihren Muth mit solchem Erfolge an, daß sie ihm ohne weiters folgten, den Feind aus dreien links an den Enveloppen stehenden Blockhäusern vertrieben, dann die Schanze erstiegen und die Besatzung gefangen nahmen. Für seine schönen Waffenthaten, vornehmlich für die bei der Erstürmung von Schweidnitz mit eben so viel Umsicht als Kaltblütigkeit verbundene Bravour wurde L.-B. in der 9. Promotion (vom 21. November 1763) von Feldmarschall Daun selbst mit noch 22 anderen Rittern (darunter 2 Großkreuze) feierlich mit dem Maria Theresien-Orden ausgezeichnet. Im April 1769 wurde Lacy-Billingari zum Major befördert. Im November 1773 trat er aber mit Oberstlieutenants-Charakter aus den Reihen der activen Armee in den Ruhestand über. Eilf Jahre noch genoß er denselben, bis er im Alter von 58 Jahren zu Wien starb.

Hirtenfeld (J. Dr.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, 4°.) S. 192 u. 1731.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Famlie.
  2. Vorlage: [s. d. Bd. II, S. 24].