BLKÖ:Lalangue, Johann Baptist

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 14 (1865), ab Seite: 13. (Quelle)
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Lalangue, Johann Baptist (Arzt, geb. im Luxemburgischen im Jahre 1743, gest. zu Warasdin im Jahre 1799). Er hatte in Wien die medicinischen Studien beendet und daraus die Doctorwürde erlangt. Er erfreute sich insbesondere der Gunst des berühmten Van Swieten, der den geschickten Arzt der Kaiserin Maria Theresia anempfahl, die ihm nun auch ihre Huld zuwandte. L. wurde zum Physicus des Warasdiner Comitates ernannt, als welcher er im Alter von 56 Jahren starb. Obgleich ein Belgier, so hatte er sich die croatische Sprache – nach des Pfarrers und Slavisten Miklousić Zeugniß – so zu eigen gemacht, daß er auch selbst in derselben schrieb. L. war als Fachschriftsteller in lateinischer Sprache thätig und in dem in den Quellen gedachten Werke Šafařík’s wird auch einer im J. 1776 erschienenen „Medicina ruralis“ gedacht, in deren Vorrede Nachrichten über sein Leben enthalten sein sollen, es ist mir aber nicht gelungen, dieses Werk in Wiens Bibliotheken aufzutreiben. Auch kein Bücher-Lexikon, selbst nicht Engelmann’s „Biblioteca medico-chirurgica et anatomico-physiologica“ führt eines seiner Werke an. Hingegen sind seine in croatischer Sprache erschienenen Schriften bekannt. Es sind folgende: „Vračtva ladanjska za potrěboću mužev i siromakov horvatskoga orsaga. Prva strana“, d. i. Volksheilkunde für den Bauer und Kranken. 1. Theil (Agram 1776, 8°.); – „Kratek navuk od meztrie pupkorezne“, d. i. Kurze Anleitung zur Entbindungskunst (Agram 1777, 8°.); – „Izpisavanje vračtvenih vod horvatskoga i slavonskoga orsaga i od načina nje uživati“, d. i. Beschreibung der Heilquellen von Croatien und Slavonien und ihre Anwendung (Agram 1779, 8°.); – „Način jabuke zemeljske saditi“, d. i. Anleitung, die Erdäpfel zu bauen (Agram 1787). Die drei erstgenannten Schriften hat der Franziskaner Eugen Klimpacher, und zwar wahrscheinlich aus dem Lateinischen in’s Croatische, übersetzt; die letzte hingegen über den Erdäpfelbau mochte L. selbst in croatischer Sprache geschrieben haben. L. hat durch seine medicinischen Volksschriften in den zu jener Zeit und wie auch noch heut dem Wirkungskreise geschickter Aerzte fast gänzlich entzogenen Gegenden des slavischen Südens ungemein viel Gutes gewirkt.

Paul Jos. Šafařík’s Geschichte der südslavischen Literatur. Aus dessen handschriftlichem Nachlasse herausgegeben von Jos. Jireček (Prag 1864, Friedr. Tempsky, 8°.) II. Illyrisches und croatisches Schriftthum, S. 288, 343 u. 346.