BLKÖ:Lamberg, Karl Freiherr von

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Lamberg, Joseph Franz
Band: 14 (1865), ab Seite: 33. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Karl von Lamberg in der Wikipedia
GND-Eintrag: 143276301, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Lamberg, Karl Freiherr von|14|33|}}

29. Karl Freiherr von L. (Erzbischof von Prag, gest. im Cistercienserkloster Osseg 18. September 1612). Ein Sohn des Freiherrn Sigismund von der Orteneckischen Linie, dessen Söhne Raimund, Georg Sigismund und Johann Albert die ältere Linie (zu Greiffenfels), die mittlere und jüngere gestiftet haben. Karl’s Mutter war Siguna Eleonora von Fugger. Im Jahre 1601 war Karl Domherr zu Passau und Olmütz, am 14. October 1606 wurde er aber von Kaiser Rudolph II. zum Erzbischof von Prag und Primas des Königreichs Böhmen ernannt. Zu gleicher Zeit war Karl Großmeister des ritterlichen Ordens der Kreuzherrn mit dem rothen Stern. Zu dem Vergleiche, der im Jahre 1608 zwischen Kaiser Rudolph und seinem Bruder, dem Erzherzog und Könige Mathias, zu Stande kam, hat Karl durch seine Beredsamkeit wesentlich mitgewirkt. Beim Ausbruch der durch die protestantischen Stände hervorgerufenen Unruhen und Parteikämpfe verließ er Prag und zog sich in das Cistercienserkloster Osseg im Saazer Kreise zurück, in welchem er auch sein Leben beschloß und begraben wurde. Bohuslaus Balbin’s „Miscellanea Historiae Bohemicae“ geben Nachricht über seine frommen Stiftungen, Dotationen u. dgl. m. Die traurigen Zustände und religiösen Spaltungen in Böhmen sollen ihn so sehr angegriffen haben, daß er in den letzten Jahren, wie einige Quellen berichten, gemüthskrank geworden und er seinem Leiden erlegen sei. –