BLKÖ:Lamberg, Leopold Mathias Fürst von

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 14 (1865), ab Seite: 36. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Leopold Matthias von Lamberg in der Wikipedia
GND-Eintrag: 138780889, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Lamberg, Leopold Mathias Fürst von|14|36|}}

37. Leopold Mathias Fürst von L. (geb. 23. Februar 1667, gest. 10. März 1711), der erste Fürst und Landgraf seines Hauses. Aeltester Sohn des Grafen Franz Joseph [Nr. 8] aus dessen Ehe mit Anna Maria Gräfin Trautmannsdorf. Nachdem Reisen – der Sitte seiner Zeit gemäß – seine häusliche Erziehung vollendet, trat er in den Staatsdienst und wurde Hofkammerrath. Ein Liebling des römischen Königs Joseph, wurde er oberster Jägermeister. Zu jener Zeit bestand ein kaiserliches und besonders noch ein königliches Oberstjägeramt. Das erstere bekleidete damals Christoph Johann Graf Althan. Da zwischen beiden Aemtern oft Reibungen statt hatten, so gelang es dem Grafen, den Grafen Althan zu bewegen, daß er seine oberste Hof- und oberste Landjägermeisterstelle für Oberösterreich ihm abtrat und so wurde Graf L. am 13. Jänner 1702 des römischen Kaisers und Königs oberster Landjägermeister, welche Würde auch auf seine Nachkommen überging. Im Jahre 1704 begleitete der Graf den römischen König Joseph zur Belagerung von Landau. Am ersten November 1707 erhob er ihn in den Reichsfürstenstand. Nach dem Tode des Fürsten Dietrichstein wurde der Graf auch noch zum Oberststallmeister ernannt. Die von Churbayern confiscirte freie Landgrafschaft Leuchtenberg erhielt der Graf von Kaiser Joseph I. zum Geschenke und wurde auf dem Reichstage am 11. Juli 1709 als des h. röm. Reichs Landgraf zu Leuchtenberg und unmittelbarer Reichsfürst erklärt. Jedoch nicht lange blieb die Lamberg’sche Familie im Besitze dieser Landgrafschaft, denn schon nach dem Rastätter Frieden, 1714, wurde sie an Churbayern zurück abgetreten. Der Fürst selbst genoß auch nicht lange diese Ehren, denn, erst 44 Jahre alt, starb er an einem Herzleiden, nachdem er noch auf seinem Sterbebette alle nur denkbaren Zeichen der Huld seines kaiserlichen Herrn erfahren hatte. Aus seiner Ehe mit Maria Claudia Gräfin Künigl stammten fünf Kinder, eine seiner Tochter, Philippine Marie, die den Vater um ein halbes Jahrhundert überlebte, war Gemalin des kais. Feldmarschalls Ludwig Andreas Grafen Khevenhüller. Zwei Söhne und eine zweite Tochter starben in jungen Jahren, [37] die älteste Tochter Maria Theresia Josepha war an den General Anton Graf Rabutin-Bussy verheirathet. Der Fürstentitel kam zunächst auf seinen damals 74jährigen Vater und von diesem auf des Fürsten Leopold Mathias jüngeren Bruder Franz Anton [Nr. 7], bis er durch den Tod von dessen Enkel Joseph Heinrich von dieses letzteren Vater Johann Friedrich im Jahre 1797 auf die Nachkommen des Grafen Kaspar Friedrich überging. –