BLKÖ:Lamberti, Luigi

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Lamberti, Girolamo
Band: 14 (1865), ab Seite: 48. (Quelle)
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2. Luigi Lamberti (geb. zu Reggio 27. Mai 1756, gest. zu Mailand 4. December 1813), ein berühmter Hellenist, der in Rom seine archäologischen Studien vollendete. Im Jahre 1796 begab er sich in die Lombardie zurück und betheiligte sich an der dort durch die französische Invasion hervorgerufenen Bewegung, wurde Mitglied des gesetzgebenden Körpers, dann des Directoriums der Republik, mußte aber, als 1799 die Reaction eintrat, schleunigst die Flucht ergreifen. Nach der Schlacht von Marengo kehrte er wieder nach Mailand zurück, erhielt aber die vordem bekleideten Stellen nicht zurück, wurde jedoch dafür entschädigt, indem er zum Mitgliede des Istituto italiano, zum Professor der schönen Künste an der Brera und zum Director der daselbst befindlichen Bibliothek ernannt wurde. Im Jahre 1810 begab er sich nach Paris, wo er Napoleon die Prachtausgabe seines Homers überreichte und dafür mit 12.000 Francs beschenkt wurde. Als Dichter erhebt sich L. nicht über die Mittelmäßigkeit. Außer mehreren Festreden u. dgl. gab er heraus: „Poesie di scrittori greci“ (Brescia 1808, 8°.), worin der König Oedipus von Sophokles, die Gesänge des Tyrtäus und der Hymnus an die Ceres enthalten sind; – „Homeri Ilias“, 3 Bde. (Parma 1808, Bodoni, gr. Fol.), bemerkenswerth durch die Pracht der Ausstattung; das für Kaiser Napoleon bestimmte Exemplar war ganz auf Pergament gedruckt. Uebrigens hat Ugo Foscolo diese verschwenderische Edition in einigen köstlichen Versen treffend gegeißelt; – „Osservazioni sopra alcune lezioni della Iliade di Omero“ (Milano 1813), welche Bemerkungen einige Philologen ganz vortrefflich fanden, während ein Satyriker sich darüber äußerte, daß darin nur Eines von nicht unerheblicher Wichtigkeit sei, nämlich die Stelle, in der nachgewiesen wird, daß die Residenz Jupiter’s drei Stockwerke gehabt habe und daß Vater Zeus mit Mama Juno zu ebener Erde gekeift, im zweiten Stocke die Götterversammlungen gehalten und in’s dritte Stockwerk sich zurückgezogen habe, um das Fatum zu befragen. Einige Bemerkungen zum Wörterbuche della Crusca hat er in Handschrift hinterlassen. [Maffei (Giuseppe), Storia della letteratura italian (Milano 1834, Soc. typ. de’ Classici italiani, 8°.) Tomo IV, p. 110. – Corriere di Milano, 6. Dicembre 1813. – Moniteur 14. Dec. 1813.]