BLKÖ:Maffei, Joseph Ritter von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Mätzler, Anton
Band: 16 (1867), ab Seite: 256. (Quelle)
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Maffei, Joseph Ritter von (Schriftsteller, geb. zu Borgo di Cles Capomogo della Valle Naunia bei Trient 27. Mai 1775). Sein Vater Jacob Anton M. Graf von Tajo am Nonsberg, war Hofkanzler des Fürstbischofs zu Trient, Mitglied der Academia delle scienze zu Mantua, des Athenäums zu Brescia und Treviso und der Academia degli Agiati zu Roveredo. Sein Ruf als Gelehrter war durch viele Schriften im Fache der Philosophie und positiven Rechtswissenschaft begründet. Auch zwei historisch-topographische Werke haben ihn zum Verfasser, und zwar das eine „Periodi istorici or topografia delle valli di Non nel Tirolo meridionale, con carta topografica“ (Innsbruck 1805, Wagner) und „Memorie storiche della città e del territorio di Trento“, 2 tomi (Triente 1821 e 1824), welch letzteres Werk der Verfasser im hohen Alter von mehr denn 80 Jahren herausgegeben hat. – Sein Sohn Joseph, der jüngste in der sehr zahlreichen Familie, wurde für den geistlichen Stand bestimmt und demgemäß im Elternhause von zwei Geistlichen erzogen, dann auf das Lyceum nach Trient geschickt, wo er seine Studien fortsetzte, bis er im Jahre 1795 zu Salzburg das Studium der Theologie begann und dasselbe im Jahre 1798 beendete. Nun, nach kurzem Aufenthalte im Elternhause, machte er eine Reise durch Italien, kehrte 1800 nach Salzburg zurück und wurde dort im Jahre 1805 Professor der italienischen Literatur an der Universität. M. blieb in seinem Amte, als im Jahre 1807 der Großherzog Ferdinand von Toscana für seine verlorenen Länder in Italien mit dem Gebiete von Salzburg war entschädigt worden und versah es bis zum Jahre 1811. Als im letztgenannten Jahre Salzburg an Bayern fiel und der bayerische Churfürst Maximilian Joseph die dortige Universität aufhob, blieb Maffei, wie bisher an der Universität, nun am Gymnasium und Lyceum zu Salzburg bedienstet. Als endlich im Jahre 1816 Salzburg von Bayern wieder an Oesterreich abgetreten wurde, erhielt Maffei mit königlichem Decret vom 21. Juni 1817 einen Ruf nach München, wo er anfänglich Lehrer am königlichen Lyceum und an anderen königlichen Instituten war und, als aber im Jahre 1826 die Universität errichtet wurde, als Professor an derselben angestellt ward. Die von M. veröffentlichten[WS 1] Schriften sind: „Il vero Cristiano ossia raccolta di scelte preghiere“ (1. u. 2. Auflage Salzburg 1808 u. 1819, bei Oberer; 3. Auflage Mailand 1828, Ant. Fontana; 4. Auflage 1843); – „Rede, gehalten am 25. April 1811 beim Antritte der Professur an der Universität in Salzburg“ (ebd. 1811), – „Antologia italiana ossia scelta e piacevole letteratura italiana“, 2 Bde. (Salzburg 1813, Oberer, 12°.); – „Italienisches Lesebuch für Anfänger“, 2 Thle. (München, 2. Aufl. [257] 1818, 3. Aufl. 1824, J. Lindauer, 8°.); – „Theoretisch-praktisch italienische Sprachlehre“ (München 1825, Fleischmann, 2. Aufl. 1837, 8°.); – „Storia della letteratura italiana dall’ origine della lingua sino a nostri giorni“, 3 tomi (Milano 1825, Società typogr. de’ classici italiani), 2. verb. u. verm. Auflage, 4 Bde. (ebd. 1834, mit 4 Titelk., 8°.), Maffei’s verdienstlichstes Werk, noch jetzt durch kein besseres ersetzt; im Jahre 1827 erschien ein Nachdruck der 1. Auflage bei J. Pagani in Florenz. Ferner hat er mehrere Stücke von Iffland und Kotzebue, dann Christoph von Schmid’s Erzählung: „Heinrich von Eichenfels“, in’s Italienische übersetzt und im Jahre 1802 bei Mayer in Salzburg eine Beschreibung der verschiedenen Arbeiten herausgegeben, welche die betriebsamen Bewohner von Berchtesgaden anfertigen. – Sein Neffe Andreas[WS 2] ist in der deutschen Literatur, durch die classische Uebersetzung deutscher Meisterwerke in’s Italienische, wie z. B. der Idyllen von Geßner, mehrerer Trauerspiele von Schiller und der Messiade von Klopstock, wohlbekannt. Das Vollendetste hat Maffei jedenfalls mit den Uebersetzungen einzelner Dramen von Schiller geleistet. Es sind folgende erschienen: „La sposa di Messina. Tragedia“ (Milano 1827), mit einer Einleitung über deutsche Dramatik von Ambrosoli; einer zweiten im Jahre 1837 erschienenen Auflage war auch die Uebersetzung der „Semele“ beigefügt; – „La congiura di Fiesco“ (Milano 1855, 8°.); – „La vergine d’Orleans. Tragedia romantica“ (2 ed. Milano 1836); – „Maria Stuarda. Tragedia“ (Milano 1829, 2 ed. 1836); besonders bemerkenswerth durch den Ausspruch den ein italienischer Impressari auf den Theaterzettel drucken ließ, als er diese Tragödie zum ersten Male auf dem Theater zu Padua zur Aufführung brachte. Dieser Histrione entblödete sich nicht, auf dem Theaterzettel zu schreiben: „Der Uebersetzer hat das deutsche Silber in italienisches Gold verwandelt“; und „Guglielmo Tell. Tragedia“ (Milano 1836, 16°.). Aber auch als lyrischer Poet hat M. seine vaterländische Literatur mit ausgezeichneten Arbeiten bereichert, wie seine unter dem Titel Dal Benaco“ (Milano 1854, 8°.) erschienenen Gesänge einen Beleg dafür geben. Im Jahre 1855 ist die Ausgabe seiner gesammelten Werke unter dem Titel: „Opere edite ed inedite del Cavaliere Andrea Maffei“ (Milano) mit dem zehnten Bande geschlossen worden.

Schaden (Adolph von), Gelehrtes München im Jahre 1834, oder Verzeichniß mehrerer zur Zeit in Bayerns Hauptstadt lebenden Schriftsteller und ihrer Werke (München 1834, J. Rösl, 8°.) S. 65. – Oesterreichische Blätter für Literatur und Kunst, Geschichte, Geographie und Statistik. Herausgegeben von Dr. Ad. Schmidl (Wien, gr. 4°.) I. Jahrg. (1844), 1. Quartal, Literaturblatt Nr. 10, S. 77. – Der deutsche Antheil des Bisthums Trient. Topographisch-historisch-statistisch und archäologisch beschrieben von Mehreren und herausgegeben von den Vereinen für christliche Kunst und Archäologie in Botzen und Meran (Brixen 1866, A. Weyer, 8°.) Bd. I, S. 96. –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: veröffenllichten.
  2. Andrea Maffei (Wikipedia).