BLKÖ:Landerer, Ferdinand

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Landau, Hermann
Band: 14 (1865), ab Seite: 71. (Quelle)
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Landerer, Ferdinand (Kupferstecher, geb. zu Stein in Oesterreich unter der Enns im Jahre 1743, gest. im Jahre 1796). Er bildete sich an der Akademie der bildenden Künste in Wien unter Schmutzer’s Leitung in der Kupferstechkunst aus. Er wurde Mitglied der Akademie, zwei Landschaften nach Pillement waren sein Aufnahmsstück. Später erhielt er die Stelle eines Zeichnungslehrers an der k. k. Ingenieur-Akademie in Wien, als welcher er auch im Alter von erst 53 Jahren starb. L. hat mehrere sehr schöne Blätter, meistens in Rembrandt’scher Manier, radirt. Mehrere davon sind nach eigener Zeichnung, wie: „Heliodor im Tempel zu Jerusalem“; – „Bildniss des Schauspielers Joseph Kurz“, bekannter unter dem Namen Bernardon; und eine „Folge von verschiedenen Köpfen“, in Kreideart nach Rembrandt’scher Manier. Ueberdieß gab er ein größeres Werk: „Gründliche Anleitung, Situationspläne zu zeichnen“, 2 Theile (Wien 1784, und wieder 1805, mit K. K., 4°.), heraus; darunter ist wohl das von Nagler angeführte Werk „Situationen“, welches kaum eine Anleitung zum Zeichnen von Situationsplänen vermuthen läßt, gemeint. Die von Landerer nach anderen Meistern gestochenen Blätter sind eine Folge von sechzehn Blättern mit Köpfen, unter dem Titel: „Toute sorte de têtes qui sont inventées par Mr. Martin Schmidt et ... ébauchées en cuivre par F. Landerer“ (1769, Leypold exc., 8°.). Obiger Martin Schmidt ist der in der Kunstgeschichte unter dem Namen Kremser-Schmidt (nach seinem Geburtsorte Krems) bekannte Maler, nach welchem L. noch mehrere andere Blätter radirt hat, als: „Christus heilt die Lahmen“ (gr. Fol.); – „Jesus, vom Satan versucht“ (gr. Fol.); – „Der gute Samariter“ (gr. Fol.), die genannten drei Blätter alle aus dem Jahre 1760; – „Der Astronom“; – „Der Chimist“ (beide Fol.); – „Der orientalische Geiger“ (kl. 4°.); ferner sind von Landerer’s Blättern anzuführen nach F. Casanova: „Die Abladung der Bagage“ und „Die Ruhe der Marketender“ (beide Qu. Fol.); – nach Loutherbourg: zwei „Landschaften mit Figuren und Vieh“ (gr. Fol.); – nach Dietrich: zwei „Gebirgslandschaften mit Ruinen und Vieh“ (gr. Fol.); – nach Pillement: acht „Landschaften“, jede derselben einem Mitgliede der kaiserlichen Familie zugeeignet; – nach Rembrandt: „Susanna und die Alten“; – „Diogenes und Alexander“; – „Simson und Delila“ (gr. Qu. Fol.); – nach C. Kollonitsch: [72] das „Bildniss von Franz Moriz Grafen Lacy“ (Hüftbild in 8°.). Außerdem sind von ihm noch viele andere Blätter, Ruinen, Architecturstücke u. dgl. m. bekannt. Ein im Geschmacke von L. Livens mit M. L. bezeichnetes Bild: „Die Erweckung des Lazarus“, dürfte, wie Nagler meint, das Werk des Johann Michael Landerer sein, eines Kupferstechers, der um 1780 in Prag arbeitete. Die bei Nagler aufgeführten zwei Künstler Ferdinand und D. J. Landerer dürften wohl eine und dieselbe Person, und zwar der in Rede stehende Ferdinand Landerer sein. Auch erwähnt Nagler bei D. J. Landerer und bei Johann Michael Landerer einen Ferdinand Linderer (unter dem offenbar nur der durch das irrige i entstellte obige Ferdinand Landerer gemeint ist), wodurch aber der Nachweis über die Künstler dieses Namens eben nicht klarer wird.

(De Luca) Das gelehrte Oesterreich. Ein Versuch (Wien 1778, J. Th. Edl. v. Trattnern, 8°.) I. Bandes 2. Stück, S. 324. – Gandellini (G.), Notizie XI. – Le Blanc (Ch.), Manuel de l’amateur d’estampes. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1838, E. A. Fleischmann, 8°.) Bd. VII, S. 263. – Derselbe, Die Monogrammisten (München 1858, Georg Franz, gr. 8°.) Bd. I, S. 29, Nr. 75; Bd. II, S. 468, Nr. 1194. – Die Künstler aller Zeiten und Völker. Begonnen von Professor Fr. Müller, fortgesetzt von Dr. Karl Klunzinger (Stuttgart 1857, gr. 8°.) Bd. II, S. 548.