BLKÖ:Longhi, Alexander

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Longhi, Joseph
Band: 16 (1867), ab Seite: 6. (Quelle)
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Longhi, Alexander (Kupferstecher, geb. zu Venedig im Jahre 1735, gest. ebenda im November 1815). Sein Vater Peter (geb. zu Venedig 1702, gest. ebenda 1785) war selbst ein geschickter Maler, der in der Schule von Balestra und später in Bologna, in jener von Crespi, sich in der Kunst ausbildete. Noch sehr jung, malte er „die Anbetung der h. drei Könige“ für die größere Capelle der jetzt gesperrten Kirche S. Maria maggiore und die Decken- und Stiegenwände im Palazzo Sagredo, in guten Fresken den „Sturz der Giganten“ darstellend. Später ging er von der Gewohnheit, große historische und mythologische Bilder zu malen, ab und malte kleine Cabinets-, meist sogenannte Conversationsstücke, in denen er alles Mögliche, Wein, Liebe, Gesang, was ihm eben einfiel, mit Geschick und Talent behandelte. Die Bravour und Frische, mit der er malte, machten seine Bilder sehr gesucht. Bartlozzi, Wagner und Andere stachen [7] mehreres nach seinen Arbeiten. In der Correr’schen Sammlung werden mehrere Bilder und eine Folge von 140 Studien, sämmtlich von ihm gezeichnet, aufbewahrt; eine ausführliche Beschreibung derselben gibt Vincenzo Lazzari[WS 1] in seiner „Notizia delle opere d’Arte e d’Antichità della Raccolta Correr di Venezia“ (Venezia 1859, gr. 8°.), u. z. p. 24 bis 26 von 15 Gemälden (Nr. 125 bis 139) und p. 26–27 von den 140 Studien. – Peter’s Sohn Alexander betrieb gleich seinem Vater die Malerkunst und erlernte auch bei Giuseppe Nogari das Kupferstechen. Er malte vornehmlich Bildnisse, deren sich eine große Menge in den Privatsammlungen zu Venedig befindet. Was seine Radirungen anbelangt, so bildet die unter dem Titel: „Compendio delle vite dei pittori veneziani istorici più rinomati del Secolo XVIII“ (Venezia 1762) herausgegebene Sammlung von Bildnissen berühmter Venetianer Maler des 18. Jahrhunderts, welche er selbst radirt und dabei auch auf sein eigenes Bildniß nicht vergessen hat, sein Hauptwerk. Der Text dieser Sammlung – auch von ihm – ist aber erbärmlich und sein Kunsturtheil läßt viel zu wünschen übrig. Außer diesen Bildnissen radirte er noch folgende Blätter: „Ein Jahrmarkttheater“, links zwei Mädchen neben einigen Masken, auf dem Theater ein Mohr (Qu. Fol.); – „Ein zwischen zwei Bauern auf einem Hügel sitzendes und schlafendes Mädchen“ (Qu. Fol.), dieses und das folgende nach Bildern seines Vaters Peter; – „Pythagoras in der Akademie“ (Fol.); – „Die Anbetung der Hirten“; – „Der Charlatan“ (Fol.); – „Der mit einer Dame tanzende Gondolier“ (Fol.); -– „La pittura e il merito“ (gr. Fol.). Als Maler steht er seinem Vater nach. Beide, Vater und Sohn, waren Mitglieder der Venetianer Akademie der Künste. Die Nouvelle Biographie générale bestreitet, daß Alexander ein Sohn Peter’s sei und stützt ihren Zweifel vornehmlich auf den Umstand, daß es sehr auffallend erscheine, daß der Sohn in der Kunst einen andern Lehrer als den Vater gehabt habe.

Dandolo (Girolamo), La Caduta della Repubblica di Venezia ed i suoi ultimi cinquant’ anni. Studii storici (Venezia 1855, Naratovich, 8°.) p. 441 [über beide Künstler, Vater und Sohn]. – Lazari (Vincenzo), Elogio di Pietro Longhi (Venezia 1862, 8°.). – Nouvelle Biographie générale ... publiée par MM. Firmin Didot frères, sous la direction de M. le Dr. Hoefer (Paris 1850 et seq., 8°.) Tome XXXI, p. 563 [über Vater und Sohn] – Zanotto (Francesco), Nuovissima Guida di Venezia e delle isole della Laguna ecc. ecc. (Venezia 1856, 12°.) p. 319, 395, 399, 517, 518, 523 e 603. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1838, E. A. Fleischmann, 8°.) Bd. VIII, S. 37. – Die Künstler aller Zeiten und Völker. Begonnen von Professor Fr. Müller, fortges. von Dr.Karl Klunzinger (Stuttgart 1856, Ebner u. Seubert, gr. 8°.) Bd. II, S. 618. – Lanzi (Luigi Abb.), Storia pittorica della Italia dal risorgimento delle belle arti fin presso al fine del XVIII secolo (Pisa 1816, Nicollò Capurno, 12°.) Edizione quarta, Tomo III, p. 277. – Atti dell’ Imp. Reg. Accademia di belle arti in Venezia dell’ anno 1861 (Venezia 1862, gr. 8°.) p. 5–22.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Vicenzo Lazzari.