BLKÖ:Loy, Mathias Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 16 (1867), ab Seite: 96. (Quelle)
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Loy, Mathias Freiherr von (k. k. Oberst und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Fiume im Jahre 1760, gest. zu Wien 17. Mai 1824). Begann seine militärische Laufbahn als Gemeiner bei Nassau-Kürassieren und wurde im Jahre 1786 Lieutenant im l. Dragoner-Regimente. Schon im Türkenkriege hat sich L. im Gefechte bei Orlovath an der Temes, am 4. October 1788, durch die Entschlossenheit, mit der er einem ihm an Macht stark überlegenen Feinde mit seinem Zuge Widerstand [97] leistete, hervorgethan. In den darauf folgenden französischen Kriegen zeichnete er sich öfter aus: im Feldzuge des Jahres 1793 bei Lepach (19. Juli), bei Eisweiler (8. August), bei Tippweiler (12. und 14. September), immer mit unverhältnißmäßig wenig Mannschaft sich selbst überlassen, dem stärkeren Feinde gegenüber. Sein persönlicher Muth übte mächtigen Einfluß auf seine Leute, nicht selten stieg er vom Pferde und führte zu Fuß die wankend gewordene Infanterie, durch sein Beispiel anfeuernd, auf die gefährlichste Stelle und war immer so glücklich den Feind zu schlagen und seine Unternehmungen mit günstigem Erfolge auszuführen. Eine seiner hervorragendsten Waffenthaten führte er am 4. Juni 1794 zwischen Freisingen und Ebringen aus, wo er mit nur 28 Dragonern auf eine fünfthalbhundert Mann starke feindliche Abtheilung so entschlossen einhieb, daß 80 auf dem Kampfplatz blieben, ein Officier aber und 15 Mann gefangen wurden. Im Jahre 1795 rückte L. zum Rittmeister vor und kam im Jahre 1796 zum Armeecorps in’s Vorarlbergische, wo er sich durch seine Tapferkeit und Umsicht den Marien Theresien-Orden erkämpfte. Am 8. August g. J. hatte der Feind um Mittag einen allgemeinen Angriff auf die Stellung, welche die Unseren bei Bregenz einnahmen, unternommen und bereits die Vorposten zurückgedrückt. Eine Compagnie des ersten combinirten Deutschbanater Bataillons, deren Hauptmann schon beim ersten Angriff schwer verwundet worden, war ganz in Auflösung begriffen, als der auf freien Antrieb herbeigeeilte Rittmeister vom Pferde sprang, die Leute zum Stehen brachte, ermuthigte, sammelte und nun wieder dem Feinde entgegenführte, so daß dieser, von dem unvermutheten Angriff überrascht, aus der den Unseren abgenommenen Stellung hinausgeworfen wurde. Durch diesen Angriff hatten auch die aus dem Lager nachrückenden Truppen der Unseren so viel Zeit gewonnen, daß sie in voller Ordnung den neu vordringenden Feind auf das Lebhafteste empfangen konnten. Bald darauf gewahrte L., daß, nachdem der rechte Flügel der Unseren von der Uebermacht des Feindes geworfen worden, der linke von einer Umgehung bedroht war. Er ordnete also sofort den Rückzug desselben an und vereitelte glücklich die Absicht des Feindes; auch gewahrte er bei dieser Gelegenheit, wie der Hauptmann Graf von Leiningen mit einem Theil der mittleren Division des Regimentes Bender von allen Seiten vom Feinde umrungen und augenscheinlicher Gefangenschaft verfallen war. Loy sprengte nun durch das heftigste feindliche Feuer zu dem Grafen, der in der Hitze des Kampfes die Gefahr, die ihm drohte, gar nicht ahnte, ermahnte ihn zum schleunigsten Rückzuge, den der Graf auch mit seiner Mannschaft unverweilt antrat und so sich aus der drohenden Gefahr befreite. Noch einmal versuchte der Feind einen Angriff, und zwar von der Seeseite, aber Rittmeister Loy, alle Bewegungen desselben scharf beobachtend, kam ihm auch dieses Mal zuvor und warf ihn in einer mit großer Raschheit und Sicherheit ausgeführten Attaque völlig zurück, so daß derselbe alle bisher errungenen Vortheile verlor und unsere Artillerie und übrigen Truppen, welche sonst alle in die Gewalt des Feindes gefallen wären, gerettet wurden. Der bis nach Lindau zurückgeworfene Feind gab nun alle weitern Angriffspläne auf. L. wurde für diese Waffenthat in der 66. Promotion, welche nach dem Luneviller Frieden (9. Februar) am 18. August [98] 1801 abgehalten wurde, mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens ausgezeichnet. Noch focht L. in den Schlachten bei Novi und Genola (1799) und bei Lambach im Jahre 1805. Im Jänner 1806 wurde L. Major und nach der Schlacht bei Aspern Oberstlieutenant im 10. Huszaren-Regiment. Im Jänner 1810 trat L. mit Obersten-Charakter in den Ruhestand, den er noch 14 Jahre genoß, bis er, 64 Jahre alt, zu Wien starb. Im Jahre 1805 wurde L. den Statuten des Maria Theresien-Ordens gemäß in den Freiherrnstand erhoben.

Freiherrnstands-Diplom vom 22. October 1805. – Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, 4°.) S. 602, 1743. – Tapferkeits-Zeugnisse des General-Majors Baron de Gräffen, der Oberofficiere und gemeinen Mannschaft vom Feldwebel abwärts aus dem Lager bei Götzis ddo. 19. und 28. August 1796. – Wappen. Ein der Länge nach (von oben hinab) blau und roth getheilter Schild. Im rechten blauen Felde auf grünem Grunde ein hoher Baum, auf dessen Gipfel eine stehende weiße Taube sichtbar ist. Im linken rothen Felde gleichfalls auf grünem Grunde ein geharnischter Mann, in der rechten Hand ein zum Kampfe gezücktes Schwert, das mit einem fruchttragenden Lorbeerzweige umwunden ist; der Bügel des Schwertes ist golden, die Sturmhaube mit schwarzen und goldenen Federn besteckt. Auf dem Schilde ruht die Freiherrnkrone, auf deren Mitte sich ein in’s Visir gestellter gekrönter Helm erhebt. Aus der Krone desselben wächst ein blanker geharnischter Arm, das mit dem befruchteten Lorbeerzweige umwundene Schwert zückend. Die Helmdecken sind rechts blau, links roth, zu beiden Seiten mit Silber belegt. –